Tag: Anul Nou care n-a fost

  • Spielfilm „Das neue Jahr, das es nie gab“ steht an der Spitze der Kinokassen

    Spielfilm „Das neue Jahr, das es nie gab“ steht an der Spitze der Kinokassen

    Die Produktion von Bogdan Mureșanu wurde als erster rumänischer Debütfilm bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig mit vier Preisen ausgezeichnet (u. a. als bester Film in der Sektion Orizzonti, mit dem FIPRESCI-Preis für den besten Film, der von der Jury des Internationalen Verbandes der Filmkritiker verliehen wird, und mit dem Bisato d’Oro Preis für das beste Drehbuch) und setzte sich wenige Wochen nach seinem Kinostart in Rumänien an die Spitze der Kinokassen.

     

    Nach seiner Weltpremiere bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig wurde der Film auch in Italien und bei anderen Veranstaltungen gezeigt. Vor kurzem hatte die rumänische Produktion ihre Premiere in Nordamerika gefeiert, auf dem Internationalen Filmfestival Zürich ausgewählt und in Deutschland gezeigt. Der Spielfilm vervollständigt die Geschichte des Kurzfilms „Das Weihnachtsgeschenk“, der mit 200 internationalen Vorführungen und 72 Auszeichnungen zu den berühmtesten rumänischen Filmen gehört.

     

    Der Film spielt am Abend des 20. Dezember 1989, kurz vor dem Sturz der Ceausescu-Diktatur, als Marius, ein 9-jähriger Junge, seinen Eltern den Inhalt eines Briefes offenbart, der an „Mos Gerilă“ (Väterchen Frost) geschickt wurde, und die Eltern erkennen gleich, dass er eine für ihre Sicherheit sehr gefährliche Botschaft enthält. Bogdan Mureșanu erklärt, warum er sich entschieden hat, „Das Weihnachtsgeschenk“ fortzusetzen und es in die Erzählung „Das neue Jahr, das es nie gab“ zu integrieren: „Ich hatte immer den Eindruck, dass dieser Kurzfilm nur ein Fragment einer komplexeren Geschichte war. Seitdem ich mit Adrian Văncică gedreht habe, das ist sechs Jahre her, schien es uns beiden, dass die Geschichte Teil einer längeren Erzählung sein könnte, und ich hatte ohnehin viele Geschichten im Kopf. Und dieses Projekt, „Das neue Jahr, das es nie gab“, begann nicht mit „Dem Weihnachtsgeschenk“, sondern mit dem Abriss des Uranus-Viertels und seiner Geschichte. Ich plante einen Spielfilm über diesen von Nicolae Ceausescu in den 1980er Jahren initiierten Abriss, aber ich habe dieses Projekt immer wieder verschoben, weil ich nicht wusste, wie ich es filmen sollte, denn natürlich hat sich Bukarest seitdem sehr verändert und es war sehr schwierig, geeignete Drehorte zu finden.“

     

    Eine der Hauptrollen in „Das neue Jahr, das es nie gab“, die der Margareta Dincă, wird von der Schauspielerin Emilia Dobrin gespielt, die mehr als 30 Rollen in rumänischen Filmen und Fernsehserien gespielt hat und mit dem UNITER-Preis für die beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde. Das Haus von Margareta Dincă im Bukarester Stadtteil Uranus soll abgerissen werden, um Platz für einen neuen Wohnblock zu schaffen. Es ist eines der letzten Häuser, die noch stehen, und Margareta hatte das Pech, dass sie ihr Haus kurz vor der Revolution verlassen musste. Emilia Dobrin sprach mit RRI über ihre Zusammenarbeit mit dem Regisseur Bogdan Mureșanu und ihre Rolle im Film: „Das Treffen mit dem Regisseur Bogdan Mureșanu war außergewöhnlich, in einem Augenblick verband uns etwas Unaussprechbares, etwas sehr Schönes, und so kam es, dass ich diese berührende Figur in dem Film spielte. Für mich war und ist diese Zeit, von der der Film handelt, schmerzhaft, sehr schmerzhaft.

     

    Ich kann sagen, dass sowohl mein Bruder als auch ich von den Ungerechtigkeiten, die wir während des Kommunismus erlebt haben, stark betroffen waren. Wir kamen aus Vălenii de Munte, wir waren nicht aus Bukarest, und wegen unserer ungesunden Herkunft – wie man damals zu sagen pflegte – wurden unsere Stipendien gestrichen und unsere Plätze im Wohnheim weggenommen. Unsere Eltern konnten uns finanziell nicht unterstützen, die Zeiten waren sehr hart. Sowohl mein Bruder als auch ich waren durch die Ungerechtigkeit, die uns angetan wurde, sehr traumatisiert, und so sind wir geblieben. Ich wollte mich dem Kommunistischen Jugendverband nicht anschließen und auch nicht Teil dieses Systems von Ja-Sagern sein, wie wir sie damals in der Partei nannten.“ Adrian Văncică, Iulian Postelnicu, Mihai Călin, Nicoleta Hâncu, Andrei Miercure, Manuela Hărăbor, Ioana Flora und Ada Galeș vervollständigen die Besetzung des Films „Das neue Jahr, das es nie gab“.

  • Das Phänomen “Anul Nou care n-a fost” (zu Deutsch etwa: Das Neue Jahr, das nie gekommen ist)

    Das Phänomen “Anul Nou care n-a fost” (zu Deutsch etwa: Das Neue Jahr, das nie gekommen ist)

    Am ersten Wochenende nach seinem Erscheinen erreichte der Film den Spitzenplatz an den Kinokassen. Innerhalb des ersten Monats nach seinem Start in den rumänischen Kinos erreichte der Film bereits 70.000 Besucher. Geschweige die internationalen und nationalen Preise! Oder besser gesagt, das Thema der Auszeichnungen überlassen wir den Fachrubriken von RRI!

    Wir haben Bogdan Muresanu gefragt, ob er mit dem Erfolg des Films gerechnet hat:

    “Nein, niemand kann etwas tun, wenn er den Erfolg vor Augen hat. Ich meine, ich habe nicht einmal über Erfolg nachgedacht. Ich dachte, selbst wenn ich den Film so machen könnte, wie ich ihn machen wollte – und das schien ein großer Erfolg zu sein – und ihn nur vor ein paar Freunden vorgeführt hätte, wäre das ein Sieg für mich gewesen, denn als ich ihn schrieb, kam es mir unmöglich vor, ihn zu machen. Tatsächlich habe ich etwa sechs Monate lang darüber nachgedacht, ob ich es schaffen könnte, so einen Film zu machen und ob es Sinn machen würde. Ich habe auch eine “sicherere” Version geschrieben, wie man so schön sagt, etwas, das leichter zu realisieren war, aber am Ende habe ich mich für den harten Weg entschieden! Und jetzt bin ich froh, dass ich es getan habe!”

    Adrian Cioroianu, Geschichtsprofessor an der Universität Bukarest, gestand uns, wie er den Film bei einer der Bukarester Premieren erlebt hat:

    Ich muss zugeben, dass ich ihn überraschend fand, als jemand, der die meisten Filme über die rumänische Revolution gesehen hat! Und ich bin nicht mit hohen Erwartungen hingegangen, obwohl man mir sagte, er sei gut! Ich bin nicht mit hohen Erwartungen reingegangen, aber ich fand ihn überraschend, vor allem wegen des Drehbuchs und der Schauspielerei. Die Schauspieler sind größtenteils sehr bekannt, aber man würde sie nicht in einer schwarzen Komödie erwarten. Ich weiß gar nicht, wie ich es ausdrücken soll; obwohl er am Ende scheinbar mit einem Happy End endet, wissen wir, dass nach dem Ende des Films noch Tausende von Verletzten und Toten zu erwarten sind. Aber alles in allem denke ich, dass es immer noch eine neue Generation brauchte, um sich mit dem Ereignis auseinanderzusetzen, und ich denke, das entscheidende Element des Films ist diese Verschiebung der Perspektive. Wir hatten schon Komödien, wir hatten schwere Filme über die Dezemberrevolution, aber diese Abfolge von Schicksalen und ihre Verkettung hat uns meiner Meinung nach näher an das wirkliche Leben gebracht, auch wenn der Film die Geschichte natürlich mit der Freiheit des Künstlers behandelt. Es gibt leider einige Dinge, die im Film angenehmer sind als in der Realität, oder einige kleine Unachtsamkeiten im Set-Design, aber alles in allem denke ich, dass die Lebendigkeit des Films alle begeistert hat, die ihn gesehen haben.”

    Bogdan Mureșanu erzählte uns, was die größten Herausforderungen bei den Dreharbeiten waren:

    Da der Film an einem Tag und einem Vormittag spielt, gab es Probleme mit dem Wetter, mit den Archiven, es durfte nicht schneien. Auf der anderen Seite waren wir wetterabhängig, wir konnten nicht jederzeit filmen. Die Bäume mussten ein bestimmtes Laub haben, weder sehr grün noch voller Schnee, wie ich sagte, denn das war an diesem Tag, dem 20. Dezember, nicht der Fall. Das hat mir eine Menge Probleme bereitet. Danach die Rekonstruktion von Räumen, die es nicht mehr gibt, und ich spreche nicht von Wohnungen, das kann man noch machen, sondern ein funktionierendes Fernsehstudio aus den 1980er Jahren, das war eine absolut gigantische Herausforderung für uns! Weil wir gesagt haben, funktional: es muss funktionieren, es muss funktionieren, diese Paneele und das ganze Zeug da, weil wir nicht das Geld hatten, um uns hinzusetzen und separat zu filmen.

    Diejenigen, die diese Zeit nicht miterlebt haben und deren Eltern ihnen nicht genug davon erzählt haben, erfahren durch den Film, wie es damals war – wie ein Kassettenrekorder, ein Fernseher mit Lampen und eine Kathodenstrahlröhre funktionierten – und warum man von diesem Ort weglaufen und alles riskieren würde. Informationen, die bei den Menschen sowohl national als auch international immer mehr Anklang zu finden scheinen. Warum ist das so? Bogdan Mureșanu:

    „Der Film ist international genauso erfolgreich wie auf nationaler Ebene. Der Film wurde gerade erst auf Festivals vorgestellt, und ich denke, er wird noch mindestens zwei Jahre lang laufen! Er geht um die ganze Welt! Und dort, wo ich auch dabei war, gab es immer volle Häuser. Es stimmt, es waren auch viele Leute aus der rumänischen Diaspora da! Aber wie kann ich es sonst erklären? Ich denke, es ist ein brillanter Film. Jeden Tag erhalte ich Dutzende von Nachrichten von Zuschauern und mein Team und ich versuchen auf jede einzelne Nachricht zu reagieren. Das macht mir wirklich Spaß! Die Begriffe ‘therapeutisch’ und ‘hell’ tauchen immer wieder auf, was wahrscheinlich überraschend ist für eine so schwierige Zeit, die so dunkel war. Aber das Ende des Films ist befreiend, und ich erinnere mich, dass ganz Rumänien sich so gefühlt hat, und die Erzählung dieses Films fasst wahrscheinlich dieses Gefühl der Befreiung zusammen, das wir alle an diesem Tag erlebt haben.”

    Professor Adrian Cioroianu erklärte desweiteren:

    In dem Film sehen wir Dinge, die für diese Zeit charakteristisch sind, und in gewisser Weise finden wir uns alle darin wieder. Denn als Schüler – und ich spreche nicht von den Schauspielern – haben wir in der Schule Gedichte über die Partei vorgetragen, manchmal über den Generalsekretär, oder über diejenigen, die in der Armee waren und mit der Hand auf der Nationalflagge schworen, das Vaterland auf Befehl des Oberbefehlshabers zu verteidigen. Es gibt also diese Zuschauergruppe, die sich in dem Film wiederfindet, aber überraschenderweise gibt es großes Interesse für den Film auch bei den jungen Leuten, die damals noch nicht geboren waren, und das finde ich sehr erfreulich. Junge Leute, die sich heute ein Bild davon machen, wie das Leben im Jahr ’89 war, was sehr gut ist. Und die Ausländer, denke ich, sind beeindruckt von den Schicksalen als solchen, also von normalen Menschen, die ein Land zeigen, das in seiner Bescheidenheit zivilisiert ist. Wir waren ein Land, in dem die Menschen versuchten, in einem anormalen System normal zu leben, und ich denke, der ausländische Kinogänger merkt das sofort. Außerdem, ich wiederhole es, ist es diese Verflechtung von Schicksalen, die Art und Weise, wie Menschen, die sich kennen oder nicht kennen, Teil desselben historischen Ereignisses werden“.

    Adrian Cioroianu fügte hinzu:

    “Ich möchte wirklich eine Einladung an alle aussprechen, die den Film noch nicht gesehen haben, den Film zu sehen. Denn sie werden genauso überrascht sein wie ich, überrascht in einem sehr positiven Sinne. Es ist eine Art Erinnerung an das Ende des kommunistischen Regimes und das ist sehr willkommen!”

    Das rumänische Publikum kann den Film in über 80 Kinos in 42 Städten sehen.

     

  • Rumänischer Film in Venedig ausgezeichnet

    Rumänischer Film in Venedig ausgezeichnet

    Er erhielt den FIPRESCI-Preis, der vom Jury der Internationalen Filmkritiker-Föderation vergeben wird, sowie den Bisato d’Oro 2024 für das beste Drehbuch, den unabhängige Kritiker verleihen. Der Film besticht durch seine ambitionierte und bemerkenswerte Regie, seine präzise politische Vision, eine ausgeklügelte und fesselnde Erzählweise, den künstlerischen Ausgleich der Töne und das außergewöhnliche Casting, wie die FIPRESCI-Jury lobte. Demnach gipfelt der Film in einer tiefgreifenden Erforschung menschlichen Verhaltens, das durch die Angst vor politischer Repression beeinflusst wird, eine Erfahrung, die viele Generationen unter einem autoritären Regime teilen.

    Auch die unabhängigen Kritiker, die den Bisato d’Oro vergaben, fanden, dass Bogdan Mureșanus Drehbuch auf sensible Weise einen entscheidenden Moment in der Geschichte Rumäniens darstellt, indem es auf außergewöhnliche Weise die Schicksale starker und unterschiedlicher Charaktere miteinander verwebt und uns zugleich eine bewegende Geschichte sowie eine einzigartige Studie der menschlichen Seele, eine wahre „menschliche Komödie“, bietet. Bei der Vorführung im Rahmen des Festivals wurde der Film von einem Saal mit 1.400 Zuschauern minutenlang bejubelt und mit Standing Ovations gefeiert.

    „Anul nou care n-a fost“ ist der erste Spielfilm von Regisseur Bogdan Mureșanu, eine Tragikomödie, die an einem einzigen Tag vor der antikommunistischen Revolution im Dezember 1989 spielt. In den Hauptrollen sind unter anderem Emilia Dobrin, Mihai Călin und Nicoleta Hâncu zu sehen. Der Film enthält auch viele Anspielungen auf die Ereignisse, die sich in den Tagen zuvor in Timișoara ereignet hatten.

    „Wir machen Filme mit dem geheimen Wunsch, das Publikum zu erfreuen, aber auch von denjenigen geschätzt zu werden, die über Kino schreiben. Ein solch bedeutender Preis ist für mich mehr als nur eine Würdigung des Films. Es ist ein Zeichen des Dialogs über Grenzen hinweg. Es gibt nichts Wichtigeres als das“, betonte Regisseur Bogdan Mureșanu.

    Zudem wurde Boroka Biro, die Kamerafrau des Films , mit einer speziellen Erwähnung für die Bildgestaltung Im Rahmen des Premio Autrici „Valentina Pedicini“ für Filmschaffende unter 40 ausgezeichnet. Diese Auszeichnung würdigt das Talent für herausragende Leistungen in Regie, Drehbuch, Schnitt oder Bildgestaltung in einem Film, der in den Sektionen Orizzonti, Orizzonti Extra, Giornate degli Autori und Settimana Internazionale della Critica präsentiert wurde. Boroka Biro ist die erste Kamerafrau, die diesen Preis, der sich im vierten Jahr unter der Schirmherrschaft von „Venezia a Napoli. Il Cinema Esteso“ befindet, erhält. „Anul nou care n-a fost“ ist der zweite Spielfilm, an dem sie als Kamerafrau mitwirkte.