Tag: Bit Defender

  • Rumänien ist zunehmend Ziel von Cyberangriffen

    Rumänien ist zunehmend Ziel von Cyberangriffen

    Die Anzahl der digitalen Angriffe ist in Rumänien im Jahr 2014 um 80% gegenüber dem Vorjahr explodiert, Tendenz weiterhin steigend. In diesem unsichtbaren Krieg wird mit harten Bandagen gekämpft. Täglich versuchen Hacker, in die Netze von Behörden, Unternehmen oder Banken einzudringen – selbst die Homepage der Patriarchie der Orthodoxen Kirche blieb nicht verschont, berichtet Augustin Jianu, Leiter des rumänischen Computer Emergency Response Teams (CERT-RO). Seine Dienststelle ist Teil eines europäischen Netzes für die schnelle Reaktion bei digitalen Vorfällen. Trotz Ma‎ßnahmen gegen die Angriffe bleiben die Systeme verwundbar und das einfache Verschicken einer E-Mail oder das Posten auf sozialen Netzwerken verrät Informationen, die von Hackern genutzt werden können, erläutert Augustin Jianu:



    Ist einmal ein Computer oder ein anderes Gerät in einem Netz infiziert, wird es Teil von so genannten Bot-Netzwerken. Sie werden also von den Hackern gekapert und missbraucht, um später neue Angriffe zu starten. Der Besitzer des infizierten Rechners muss sich darüber nicht einmal bewusst sein. Es kann zum Beispiel möglich sein, dass ein ans Heimnetz und dadurch ans Internet angeschlossener Kühlschrank täglich tausende oder gar hunderte Tausende von Spam-Nachrichten verschickt, ohne dass der Besitzer etwas davon merkt,” wei‎ß Jianu.




    Nach einem offiziellen Bericht des CERT-RO kamen im Jahr 2014 mehr als die Hälfte – genauer gesagt 54% – der Alarmmeldungen von mangelhaft eingestellten, ungesicherten oder verwundbaren Netzen. 24%, also fast eine von vier eindeutigen rumänischen IP-Adressen, war 2014 in einen digitalen Vorfall verwickelt – ganze acht Prozentpunkte mehr als noch 2013. Die Angriffe auf Objekte im rumänischen Cyberspace zielten bereichsübergreifend auf Akteure der Wirtschaft, Gesellschaft oder Verwaltung ab, berichtet auch der Leiter des Studienzentrums für Sicherheit, Krisenmanagement und Konfliktprävention in Bukarest, Alexandru Groşeanu:



    Im Jahr 2013 haben wir rund 44 Millionen Angriffe registriert, 2014 waren es über 78 Millionen. Nach unseren Erkenntnissen ist die Zunahme der Risiken und der Angriffe auf das gestörte Sicherheitsgleichgewicht in der Region und auf die Konfrontation mit unserem gro‎ßen Nachbarn im Osten zurückzuführen. Die weitaus meisten Angriffe werden adäquat zurückgeschlagen. Die zuständigen Behörden im Bereich der digitalen Sicherheit haben einen guten Job gemacht, es kam zu keinen ernsten Zwischenfällen, obwohl auch Datenbanken von Verwaltungseinrichtungen und Unternehmen angegriffen wurden.”




    Alexandru Groşeanu erinnert im Kontext an die Tatsache, dass Rumänien die digitale Verteidigung der Ukraine übernommen hat und fit sei, eine aktivere Rolle in der Region zu spielen. Das sei umso relevanter, als der gegenwärtige geopolitische Kontext eher auf eine Zunahme der digitalen Angriffe hindeutet:



    Berücksichtigen wir die Zahl der aktiven IP-Adressen, der aktiven rumänischen Internetseiten, können wir von einem immer grö‎ßeren Raum sprechen. Es mag zwar stimmen, dass zwischen 2013 und 2014, die Anzahl der IP-Adressen leicht gesunken ist, aber der Inhalt – zum Beispiel nach Anzahl der Datenbanken beurteilt – wird jeden Tag grö‎ßer. Es liegt also auf der Hand, dass in einem grö‎ßeren Raum auch mehr Potenzial für Angriffe da ist. Wenn wir auf den geopolitischen und geostrategischen Kontext schauen, sehe ich kurzfristig – innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate keine Aussichten für ein neues Sicherheitsgleichgewicht.”




    Die Zahlen sind besorgniserregend – während in den letzten Jahren täglich etwa 30 Tausend digitale Angriffe registriert wurden, sind es heute über 390 Tausend. Sicherheitsexperten zufolge muss der Schutz auf dem eigenen Rechner oder anderen, ans Internet angeschlossenen Geräten beginnen. Auf ihnen müssen Softwareanwendungen gegen Viren, Phishing oder Spyware laufen. Das trifft auch auf Smartphones, Tablets und anderen Geräten zu, mit denen die Familie im Internet surft. In einem Haushalt sind es im Schnitt zwischen 10 und 55 Endgeräte, die ans Internet angeschlossen sind – die meisten von ihnen sind nur schwach abgesichert, wei‎ß Florin Talpeş, Gründer und Geschäftsführer des weltweit agierenden rumänischen Softwareunternehmens Bit Defender. Die Firma hat unlängst in den USA die so genannte Bit Defender Box auf den Markt gebracht – die Box sichert alle Geräte im Haus. Talpeş rechnet mit einer hohen Nachfrage auf den starken digitalen Märkten wie USA, Deutschland oder Japan:



    Jedes Gerät in einem Haushalt, das ans Inernet angeschlossen ist – Computer, Smartphone, Spielkonsole, Fernseher – riskiert einen Angriff der sehr schwerwiegend sein kann- Technisch ist möglich, dass jemand die Kontrolle über das Fernsehgerät erlangt und verfolgt, was die Familie in den eigenen vier Wänden tut. Oder es kann sein, dass jemand die Bankdaten vom Rechner.” Das sind, so Bit Defender-Chef Florin Talpeş, Situationen, die unserem digitalen Alltag immer wieder vorkommen.

  • Cybersecurity 2015: Die Welt steht vor großen Herausforderungen

    Cybersecurity 2015: Die Welt steht vor großen Herausforderungen

    Das Papier von McAfee zeigt, dass die Akteure, die ihre Position konsolidiert haben, beim Datenklau schwerer zu erkennen sein werden und dass die Neueinsteiger nach Methoden suchen, an Geld zu kommen und ihre Gegner zu vernichten. Immer mehr Verwundbarkeiten werden entdeckt — was ist heutzutage also noch unter dem Begriff digitale Sicherheit zu verstehen? Mit diesem Thema befasst sich in Rumänien unter anderen Bit Defender, ein weltweit im Bereich von Antivirensoftware agierendes Unternehmen. Bogdan Botezatu ist Risikoanalyst bei Bit Defender:



    Digitale Sicherheit ist als Konzept schwer zu definieren, weil täglich ungefähr 400 Tausend neue Computerviren erscheinen und die Zahl eigentlich zunimmt. Oder wenn man bedenkt, dass immer mehr Cyberkriminelle entweder auf unsere privaten Daten oder unsere Identifizierungsdaten aus sind”, sagt Botezatu nachdenklich.



    Er und seine Kollegen gehen davon aus, dass extremistische Gruppen und Organisationen vermehrt digitale Netzwerke nutzen werden, um Angriffe zu führen. Hacker werden ihre Methoden verbessern, mit denen sie illegal in die Netzwerke ihrer Opfer eindringen und unerkannt Daten abschöpfen, um sie später weiterzuverkaufen oder zu eigenen Zwecken einzusetzen. Die Autoren des Berichts von McAfee warnen au‎ßerdem, dass die Hacker auch ans Internet angeschlossene Objekte aus dem täglichen Leben angreifen werden. Die GSM-Netzwerke sind weltweit ausspioniert worden, mindestens 14 Länder sind betroffen worden. Auch Bogdan Botezatu, Gefahrenanalyst bei Bit Defender in Rumänien, macht sich Gedanken über die Wirksamkeit der Sicherheitsvorkehrungen:



    Praktisch ist vom Inhalt unserer digitalen Kommunikation nichts mehr sicher. Bisher hatten wir es mit Kriminellen zu tun, die es auf den Konsumenten abgesehen hatten, auf den Privatnutzer also. Heute reden wir von digitaler Kriegsführung, nachdem Staaten mit potenziell unbegrenzten Mitteln direkt in Cyberspionage einsteigen. Gegen kriminelle Verbindungen auf Konsumentenebene gab es noch Aussichten auf Erfolg, weil ihre Mittel relativ begrenzt sind — wenn ein Staat in den digitalen Krieg eingreift, kann er auch Unternehmen zwingen, bestimmte Informationen, Verkehrsdaten oder Nutzerdaten herauszugeben. Oder sie können Dienstleister zwingen, den Datenverkehr über bestimmte Punkte umzuleiten, die der Staat kontrolliert. Wenn wir uns die digitale Welt im letzten Jahr anschauen, sind die Bedrohungen, die von den Staaten ausgehen, wirklich extrem raffiniert geworden. Nicht einmal die beste Antivirensoftware kann sie aufhalten, weil die betreffenden Regierungsbehörden genug Geld haben, um ganze Sicherheitslücken in Betriebssystemen zu kaufen, so dass weite Teile der Bevölkerung betroffen sind”, befürchtet Bogdan Botezatu von Bit Defender.



    Die Cyberkriminalität nimmt kontinuierlich zu. Je fortschrittlicher die Technik, desto schwerwiegender die Angriffe und deren Folgen. Giganten wie Facebook oder erst vor kurzem Sony sind Cyberangriffen zum Opfer gefallen. Sogar die amerikanische Sicherheitsbehörde NSA, einer der technisch und finanziell am besten dotierten Dienste hat 58 Tausend Geheimdokumente verloren, die dann der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden sind. Verantwortlich für dieses – wie es hei‎ßt – signifikanteste Informationsleck der amerikanischen Geschichte” war in 2013 Edward Snowden, ein für ein NSA-Projekt beauftragter IT-Experte. Ebenfalls in 2013 erfolgte an die 50 Millionen Nutzer des populären Internetdienstes Evernote die Mitteilung, dass die Sicherheit ihrer Konten möglicherweise kompromittiert wurde. Sie wurden gebeten, ihre Passwörter zu ändern und Evernote führte ein neues System ein, mit sich die Nutzer einloggen mussten. Im Februar 2013 wurden die Konten von 250 Tausend Nutzern des Microbloggingdienstes Twitter kompromittiert, nachdem Cyberkriminelle Benutzerkennungen und Passwörter gestohlen hatten. Auch die gro‎ßen Konzerne des Internethandels kamen nicht ungeschoren davon: Im Mai 2014 räumte der bekannte amerikanische e-commerce-Riese eBay ein, Opfer der grö‎ßten Cyberattacke gewesen zu sein — persönliche Daten von 233 Millionen Nutzern wurden geklaut. IT-Experte Bogdan Botezatu erläutert, was für die Angreifer auf dem Spiel steht: Es geht immer ums Geld — einen Mitbewerber auszuschalten, seine Dienste auf unbestimmte Zeit vom Netz nehmen. Oft werden gro‎ße Konzerne erpresst und zahlen für die gestohlenen Daten.”



    Ein flächendeckender Cyberangriff, mit einer besonders gro‎ßen Auswirkung auf die gesamte Gesellschaft, ist ein Risiko, mit dem alle Experten rechnen — früher oder später würde es eintreten. Ende September sprach ein hoher Verantwortlicher einer wichtigen amerikanischen Finanzaufsichtsbehörde über ein Cyber-Armageddon — das könnte ein Riesenangriff sein, ein Horrorszenario, dessen Auswirkungen mit jenen der Terrorangriffe vom 11. September 2001 durchaus vergleichbar wären.