Tag: Decebalus-Statue

  • Donaukessel: spektakuläres Durchbruchstal des europäischen Stroms

    Donaukessel: spektakuläres Durchbruchstal des europäischen Stroms

    Heute werden wir uns auf eine etwas ungewöhnlichere Reise begeben, um den Lauf der Donau und ihrer Region zu erkunden. Das Donaudelta ist flächenmä‎ßig Europas zweitgrö‎ßtes Delta; was die Artenvielfalt angeht, liegt das Donaudelta auf dem ersten Platz europaweit. Seit 1991 steht das Donaudelta als Biosphärenreservat und Nationalpark auf der UNESCO-Liste des Welterbes. Auf 1075 Kilometern, über ein Drittel seiner Gesamtlänge, passiert der zweitgrö‎ßte und zweitlängste Fluss in Europa Rumänien. Das ist der längste Abschnitt aller Anrainerstaaten. Auf rumänischem Boden wird die Donau über den Donau-Schwarzmeer-Kanal schneller mit dem Schwarzen Meer verbunden. Der Tourismusberater Traian Bădulescu begleitet uns auf dieser Reise.



    Auf ihrem ganzen Lauf durchflie‎ßt die Donau wilde Regionen von atemberaubender Schönheit. Der Fluss hält Einzug nach Rumänien in einer besonders spektakulären Region, den Donaukesseln (auf rumänisch Cazanele Dunării). Die Donau schlängelt sich hier zwischen den Ausläufern der Karpaten durch. Die zwei Kessel erstrecken sich auf einer Länge von 9 Km. Steile Felswände ragen am linken und rechten Ufer der Donau gegen den Himmel empor. Die Natur spielt sich hier wunderschön auf. Die Vielfalt der Pflanzenwelt ist gleicherma‎ßen beeindruckend. In Eşelniţa und Orşova gibt es kleine Gasthäuser, die meisten davon direkt am Ufer der Donau, damit Touristen die atemberaubende Aussicht genie‎ßen können. In dieser Region befindet sich auch ein im Stein gemei‎ßeltes Porträt des dakischen Königs Decebalus. Sein Porträt wurde 2004 in einer Felswand gehauen und beeindruckt durch seine Dimension — es ist 55 m hoch und 25 m breit. Dieses ganze Gebiet ist auch sehr reich an Höhlen und Karstlandschaften, und es werden regelmä‎ßig Bootsfahrten angeboten.“




    Die Gro‎ßen Kessel (rum. Cazanele Mari) haben eine Länge von etwa 4 Km. Sie sind ein Donauabschnitt, der in Rumänien in der Region des Bergmassivs Ciucarul Mare beginnt und sich grenzüberschreitend bis nach Serbien erstreckt. Die Kleinen Kessel haben eine Länge von etwa 3 Km und liegen zwischen den Bergmassiven Ciucarul Mic (in Rumänien) und Mali Štrbac (in Serbien). Die Donau-Kessel bilden zusammen mit den zwei Bergmassiven Ciucarul Mare und Ciucarul Mic das Naturschutzgebiet Porţile de Fier (dt. Eisernes Tor).



    Wer die atemberaubende Landschaft aus unmittelbarer Nähe genie‎ßen möchte, sollte natürlich eine Schiffsfahrt unternehmen. Wenn man die Kleinen Kessel überquert, entdeckt man den Golf von Mraconia, in dem sich das gleichnamige Kloster befindet. Das Kloster ist unter anderem auch unter dem Namen Kirche unter dem Wasser“ bekannt. Im Naturschutzgebiet Cazanele Mari (Gro‎ße Kessel) gibt es zwei Höhlen, die einen Besuch wert sind: Gura Ponicovei und die Veterani-Höhle. Die erste durchquert das Bergmassiv Ciucarul Mare auf einer Länge von 700 Metern, hat 3 Galerien und eine Gesamtlänge von 1660 Metern. Die Höhle ist für die Öffentlichkeit zugänglich, ist aber nicht elektrisch beleuchtet und ziemlich nass; daher ist es ratsam, Fackeln und wasserdichte Schuhe mitzubringen, bevor man sich in die Höhle wagt. Die andere Höhle, Veterani, besteht aus zwei Ebenen. Die erste Ebene wurde mit Wasser überflutet, als der Staudamm Eisernes Tor (Porţile de Fier) gebaut wurde. Die zweite Ebene kann zu Fu‎ß mit fachkundiger Führung besichtigt werden.



    Nicht zuletzt können sich Wanderfreunde auf eine Wanderung am Ciucarul-Mare-Massiv begeben, von dessen Gipfel aus man einen wunderschönen Blick auf die Umgebung hat. Aber die Donau ist immer noch der perfekte Raum für Fischer und an manchen Orten kann man auch schwimmen. Ansonsten mangelt es der Region nicht an touristischen Attraktionen. Traian Bădulescu kommt erneut zu Wort mit Einzelheiten:



    In der Nähe der Donaukesselregion liegen die Stadt Drobeta Turnu Severin und die mittelalterliche Festung von Severin, die vor mehr als 700 Jahren von den Malteserrittern erbaut wurde. Sie können auch die Nera-Schluchten besichtigen, mit dem Wasserfall Bigăr, einer Region, die reich an Geschichte und immer noch sehr wild ist.“

  • Donau-Engpass am Eisernen Tor: atemberaubende Landschaft

    Donau-Engpass am Eisernen Tor: atemberaubende Landschaft

    Wir laden Sie heute in den Südwesten des Landes ein, in eine Region, die von zahlreichen Touristen als die schönste Rumäniens beschrieben wird. Hier, entlang des rumänischen Donauufers, gibt es felsige Hügel; was die Naturfreunde aber fasziniert, sind die Naturreservate, deren Schönheit weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde. In dieser Region von atemberaubender Schönheit kann man Höhlen erkunden, Bergsteigen sowie Trekking und Rafting-Touren machen. Wer im Gebiet entlang des rumänischen Donauufers einen Sporturlaub genie‎ßen möchte, kann sich hier auch an Bogenschie‎ßen-Turnieren beteiligen, reiten oder Rad fahren. Die Region bietet vielfältige Unterkunftsmöglichkeiten, das kulinarische Angebot ist auch sehr reich, basiert jedoch auf der rumänischen Küche. Die Fischspeisen erfreuen sich wie erwartet in dieser Gegend einer besonderen Beliebtheit. Cornelia Balaci ist Museographin beim dem Eisernen Tor gewidmeten Museum. Wir haben Sie um Einzelheiten über die Sehenswürdigkeiten in der Region gebeten:



    Einen Besuch wert ist das Museum des Wasserwerkes Eisernes Tor 1, dort wird die ganze Geschichte des Durchbruchtals präsentiert. Unsere Besucher sind sehr begeistert, wenn sie mit dem Aufzug in den Turbinensaal hinunterfahren. Dort kann man sich näher anschauen, wie das Wasserwerk wirklich funktioniert. Ein Gebäude, das um das Jahr 1926 als Studentenheim errichtet wurde, beherbergt den Hauptsitz des Museums. Am 15. Mai 1972 haben wir die moderne Ausstellung eröffnet. Hier gibt es auch ein Aquarium, wo man sich einen Einblick in die reiche Fischwelt des künstlich entstandenen Stausees verschaffen kann. Die Abteilung Naturwissenschaften liegt im Erdgeschoss, einen gro‎ßen Raum in diesem Museum widmen wir auch der Abteilung Geschichte und Archäologie. Das Hintergebäude ist eine kleinere Nachbildung des Hauptgebäudes. Dort finden permanente Ausstellungen zum Thema Ethnographie und Volkskunst statt. Das Gebäude beherbergt zudem ein Laboratorium für Restaurierung und Konservierung.“




    Eine Schifffahrt auf der Donau ist immer eine gute Idee. Die beliebteste und schönste Route ist Orşova — Gro‎ße Kessel (rum. Cazanele Mari), die eindrucksvolle Landschaften bietet. Auf historischen Spuren entdecken dort die Besucher die Stadt Orşova. Cornelia Balaci kommt erneut zu Wort mit Einzelheiten:



    Einen Besuch wert sind ohne Zweifel die römisch-katholische Kirche und das Kloster Heilige Ana. Hier gibt es den grö‎ßten Kanu-Park Rumäniens, eine Sportanlage, wo weltweit renommierte Kanusportler trainiert haben. Nicht zuletzt kann man hier den Naturpark Eisernes Tor mit seiner wunderschönen und abwechslungsreichen Natur bewundern. In der Altstadt hinterlie‎ßen die Römer deutliche Sputen ihrer Zivilisation, dieser Teil der Stadt liegt jetzt aber unter Wasser. Unterm Wasser liegen auch die Trümmer einer römisch-byzantinischen Befestigungsanlage und einer feudalen Burg. Die Einwohner von Orşova genie‎ßen dank der geographischen Lage ihrer Stadt ein mildes Klima. Im Jahresdurchschnitt steigen hier die Temperaturen auf den Höchstwert, der landesweit erreicht wird. Das ist nicht nur den hei‎ßen Sommern zu verdanken, sondern auch den milden Wintern. Die Temperaturen, die hier verzeichnet werden, schaffen den perfekten Raum für den Anbau von exotischen Pflanzen in Rumänien. Hier wachsen wunderschöne Magnolienarten und auch Feigenbäume in Halbwildnis. In der Gemeinde Şviniţa wird eine Feigenkonfitüre hergestellt, deren Bekanntheitsgrad weit über die Landesgrenzen hinausgeht.“




    Einen Besuch wert ist natürlich auch das in Stein gemei‎ßelte Riesenporträt des Daker-Königs Decebalus. Es ist 55 Meter hoch und 25 Meter breit. Die Skulptur ist nur sechs Meter kleiner als die Freiheitsstatue in New York, acht Meter höher als das Jesus-Monument in Rio de Janeiro und zehn Meter höher als der Koloss von Rhodos. Die Felsstatue in Rumänien gilt somit als die höchste europaweit.