Tag: Denkmal

  • Bepflanzungskampagne: Jassy erhält weitere 100 Linden

    Bepflanzungskampagne: Jassy erhält weitere 100 Linden

    Die Linden sind ein historischer Anhaltspunkt in der Stadt Iaşi (Jassy). Im Copou-Park, dem ältesten Park in der Stadt, wächst ein Lindenbaum, der zum historischen Denkmal erklärt wurde. Es handelt sich um den sogenannten Lindenbaum von Eminescu“, eine 540 Jahre alte Linde. Der Lindenbaum wird zweifellos mit dem Nationaldichter Rumäniens, Mihai Eminescu, in Verbindung gebracht. Der Dichter und Journalist soll während seines Lebensabschnittes in Jassy oft und gerne auf einer Bank unter dem imposanten Baum verweilt haben. Die Linde ist einer der wichtigsten Denkmalbäume in Rumänien und ein Wahrzeichen der Stadt Iaşi.



    Trotz der zahlreichen Behandlungen, denen der von Krankheiten befallene und von extremen Witterungsverhältnissen heimgesuchte Baum im Copou-Park ausgesetzt wurde, überlebte die Linde dank eines seltenen biologischen Vorgangs. Demnach wuchsen zusätzliche Wurzeln im Inneren des verfaulten Baumstamms und drangen in die Erde. So konnte die Linde weiter bestehen. Au‎ßer der Linde von Eminescu gibt es im Copou-Park sowie in der Stadt allgemein weitere Hunderte Lindenbäume. Die meisten stammen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Daher ist es nicht erstaunlich, dass die Linde zum Symbol der Stadt wurde.



    Kaum verwunderlich ist auch, dass in der Stadt mehrere zivilgesellschaftliche Initiativen zur Pflanzung mehrerer Lindenbäume ergriffen wurden. Denn die Stadt sollte den Stadteinwohnern zurückgegeben werden, hei‎ßt es. Eine derartige Initiative förderte das Athenäum in Iaşi. Die Institution startete zusammen mit der gemeinnützigen Organisation Mihai Eminescu“ in Wien die Kampagne Adoptier eine Linde!“. Mehr Einzelheiten zum Projekt erzählte uns Andrei Apreotesei, der Leiter des Athenäums in Iaşi:



    Unserem Vorhaben stehen mehrere Ursachen zu Grunde. Die Verschmutzung ist eine selbstverständliche Folge in einer sich stark entwickelnden Stadt. Doch ebenso selbstverständlich sollte auch die Bekämpfung der Umweltverschmutzung sein. Eine Ma‎ßnahme, die wir uns überlegten, war die Anpflanzung von 100 Linden. Wieso Linden? Die Stadt Iaşi wird fast immer im Zusammenhang mit den hiesigen Lindenbäumen erwähnt. Die Linde ist eines der wichtigsten Stadtsymbole. Wieso gerade 100 Linden? Dieses Jahr feiert das Athenäum in Iaşi 100 Jahre seit seiner Gründung. Wir wollten unser Jubiläum auch durch diese Kampagne feiern. Es ist ein Projekt, das wir zusammen mit dem Wiener Verein »Mihai Eminescu« entwickeln, eine wundervolle Initiative für die Stadt.“




    Wir unterhielten uns zum Thema auch mit Laura Hant, der Vorsitzenden des Wiener Vereins Mihai Eminescu“.



    Wir dachten, wir können zusammen etwas für die Stadt tun. Und so sind wir auf den Gedanken gekommen, 100 Linden zu pflanzen. Selbstverständlich ist es kein Zufall, dass wir gerade 100 Linden in der Stadt Iaşi pflanzen. Denn Iaşi ist die Stadt der Linden. Und heuer werden 100 Jahre seit der Gründung des Athenäums in Iaşi gefeiert. Wir dachten auch, es wäre schön, auch die Ortsgemeinschaft mitwirken zu lassen. Daher starteten wir im nächsten Schritt eine Spendenaktion. Unser Verein trägt die volle Verantwortung für die Fundraising-Kampagne. Wir waren erstaunt, festzustellen, dass die Stadteinwohner gerne mitmachten. Sie brachten sich stark ein. Wir brachten einen schönen Betrag zusammen. Das Geld reicht für einen Teil der Linden, die angepflanzt werden sollen. Für den Rest trägt die Stadt Iaşi Sorge.“




    Iaşi ist eine stark umweltverschmutzte Stadt. Die Innenstadt ist sehr voll, die Luft ist schmutzig, belastet von Staub und Abgasen. Eine erwachsene Linde kann in einem Jahr 28–67 Kilo Kohlendioxid aufnehmen und 20–50 Kilo Sauerstoff erzeugen. Au‎ßerdem sind die Bäume wichtige Staubhindernisse. Sie halten den Staub auf, der dann von den Niederschlägen gewaschen wird und letztendlich in die Erde gelangt. Darüber hinaus erzeugen die Linden phytonzide Stoffe, also komplexe organische Stoffe, die den Tuberkulosebazillus vernichten und sich heilend auf verschiedene Lungenkrankheiten auswirken.



    Der Leiter des Athenäums in Iaşi, Andrei Apreotesei, erzählte uns mit gro‎ßer Begeisterung über das vielseitige Vorhaben:



    Die Initiative zur Adoption eines Lindenbaums bezieht sich nicht allein auf die Bepflanzung. Es geht vielmehr um die Pflege dieser gro‎ßartigen Bäume, bis sie gro‎ß gewachsen sind. Danach ändert sich die Rolle — sie beginnen für uns zu sorgen. Aus diesem Grund wollten wir auch die Stadteinwohner, die Zivilgesellschaft unbedingt am Projekt beteiligen. Wir wollten von ihnen wissen, wo sie es für angebracht halten, die Bäume anzupflanzen, und befragten sie diesbezüglich. Wir gingen zu den zuständigen Behörden und holten uns alle notwendigen Genehmigungen. Am Projekt beteiligten sich mehrere Kulturinstitutionen. Wir wünschen uns alle, die Stadt schöner zu gestalten.“




    Die Stadt Iaşi will eine Stadt der Menschen sein, und nicht eine Stadt, in der die Betonbauten vorherrschen. Aus diesem Grund richtete Laura Hant, die Vorsitzende des Wiener Vereins Mihai Eminescu“, einen Appell an uns alle:



    Egal wo wir leben, ob im In- oder Ausland, sollten wir Menschen unser Land lieben. Dafür sollten wir uns alle aktiv einbringen, denn jeder einzelne von uns kann die gewünschte Änderung anregen!“




    Die angepflanzten Linden werden den Wert der historischen Gebäude in der Umgebung vermehren. Au‎ßerdem könnte die Aktion als Beispiel von guten Praktiken betrachtet und folglich auf das ganze Land erweitert werden.

  • Rumänien feiert den 9. Mai

    Rumänien feiert den 9. Mai

    Für die Rumänen hat der 9.Mai eine dreifache Bedeutung. An diesem Tag hat Rumänien seine Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich erlangt. Es stellt zudem den Siegestag gegen den Faschismus und den Europa-Tag dar. Zu diesem Anlass fanden in Bukarest zahlreiche Veranstaltungen statt. Die Vertreter der öffentlichen Behörden und die Verbände der Kriegsveteranen legten Blumenkränze bei dem Denkmal der Helden des Zweiten Weltkrieges und dem Denkmal, das an den Unabhängigkeitskrieg erinnert. Für die rumänischen Helden haben die Priester Gottesdienste gehalten. An den Veranstaltungen beteiligten sich Vertreter des Verteidigungsministeriums, des Innenministeriums, sowie Kriegsveteranen. Similare Zeremonien fanden auch in anderen bedeutenden rumänischen Städten statt.



    Der Europatag und die 10 Jahre, die seit dem EU-Beitritt Rumäniens vergangen sind, wurden in Bukarest durch mehrere Veranstaltungen, die von der Stadtverwaltung organisiert wurden, gefeiert. Das Motto war Lieben Sie Europa!. Zu diesem Anlass fand eine Debatte über die Zukunft Europas statt, an der auch die EU-Kommissarin für Regionalpolitik Corina Creţu teilgenommen hat. Sie erklärte, Rumänien müsse eine bedeutendere Rolle in der Region und in der EU spielen.



    Der rumänische Staatschef Klaus Iohannis plädierte am Europatag in seiner Rede im Parlament für die Konsolidierung der Rolle Rumäniens in Europa. 10 Jahre nach dem EU-Beitritt, bemerkt man dass die Rumänen den EU-Werten treu geblieben sind und dass sie den Integrationsprozess fortsetzen. Staatspräsident Klaus Iohannis dazu:



    Rumäniens Ziel ist, mit den anderen Mitgliedsstaaten, die für die Verstärkung der EU aktionieren, zusammenzuarbeiten. Je näher wir uns an diesem Staatenkern befinden, desto mehr können wir in dem europäischen Beschlussprozess zählen, desto mehrere Entwicklungschancen haben wir. Es ist in unserem Interesse, dass der Vertiefungsprozess der europäischen Integration fortgesetzt wird. Der Beitritt Rumäniens zum Euroraum, so schnell wie möglich, wenn alle Bedingungen erfüllt sind, ist ein wesentlicher Schritt für die Konsolidierung der Rolle Rumäniens auf europäischer Ebene.



    Klaus Iohannis fügte hinzu, der Beitritt zum Schengen-Raum könnte sowohl den Rumänen als auch dem Schengen-Raum Mehrwert bringen. Die Entwicklung in einem vereinten und kräftigen Europa sei die einzige mögliche Option für Rumänien.

  • Denkmal für antikomunistische Widerstandskämpfer in Bukarest eingeweiht

    Denkmal für antikomunistische Widerstandskämpfer in Bukarest eingeweiht

    In den 45 Jahren kommunistischer Diktatur hat man den Rumänen eine falsche Geschichte über die Geschichte der Nation erzählt. Man hat uns gesagt, dass die Rumänen sich das kommunistische Regime gewünscht und unterstützt haben. Heute wissen wir genau, dass das kommunistische Regime durch Verbrechen und Terror von einer ausländischen Besatzungsarmee gegen den Willen der Nation instauriert wurde“, erklärte der rumänische Staatschef Klaus Iohannis am Montag in Bukarest bei der Enthüllung des Monuments Aripi“ (Flügel“), des Bildhauers Mihai Buculei, Sohn eines ehemaligen politischen Gefangenen. Die Bildhauerei wurde zum Gedenken der antikommunistischen Kämpfer in Rumänien und Bessarabien (1945–1989) geschaffen.



    Das Denkmal »Flügel« ist ein symbolischer Sieg. Ironischerweise steht das Monument auf dem Platz, wo vor 27 Jahren Lenins Statue stand, die Statue einer der böswilligsten Persönlichkeiten der Geschichte, des Vaters der bolschewistischen Doktrin“, sagte Klaus Iohannis und fügte noch hinzu, dass gegen den Kommunismus hunderttausende Menschen gekämpft haben, die heute bekannt oder unbekannt geblieben sind und die ihr Leben und ihre Freiheit für die Demokratie und die Würde des rumänischen Volkes riskiert haben. Der rumänische Staatschef kritisierte au‎ßerdem die Tatsache, dass in der letzten Zeit bestimmte Stimmen laut geworden seien, die die Aufopferung und die Tragödie der Opfer des kommunistischen Regimes in Frage stellen würden:



    Die Vergangenheit muss für die heutige Jugend eine Mahnung sein. Dabei kommt der Justiz eine wesentliche Rolle zu. Ich bin besorgt, dass die Ermittlungen gegen die kommunistischen Verbrechen nach Jahren, in denen Fortschritte gemacht wurden, unterbrochen wurden. Die Fortsetzung der Untersuchungen muss eine Priorität der Institutionen sein, die sich damit beschäftigen. Ich fordere die Verantwortlichen auf, Ma‎ßnahmen für die Wiederaufnahme der Ermittlungen zu treffen.“



    Dem Staatschef zufolge sei ein Gesetz notwendig, das jedwede Form der Leugnung der kommunistischen Verbrechen ahnden soll. Das Jahr 2016 brachte die ersten historischen Urteile für zwei ehemalige Folterer. Alexandru Vişinescu, ehemaliger Leiter der Haftanstalt Râmnicu Sărat, wurde rechtskräftig wegen Verbrechen gegen die Menschheit zu 20 Jahren Haft verurteilt. Er ist für den Tod von 12 politischen Gefangenen unmittelbar verantwortlich. Ion Ficior, der ehemalige Leiter der Haftanstalt von Periprava, wurde ebenfalls zu 20 Jahren Haft verurteilt. Mehr als 100 politische Gefangene haben zu Ficiors Amtszeit in Periprava ihr Leben verloren.