Tag: EURO 2024

  • Nach 0:3 gegen die Niederlande: Rumänien scheidet aus

    Nach 0:3 gegen die Niederlande: Rumänien scheidet aus

    Die Mannschaft von Ronald Koeman war die bessere Mannschaft, fand immer wieder Lücken in der rumänischen Abwehr und konnte daraus dreimal Kapital schlagen. Cody Gakpo eröffnete den Torreigen in der 20. Minute mit einem Schuss aus spitzem Winkel, der den rumänischen Torhüter Florin Niță überraschte. In der 83. Minute gelang Donyell Malen nach einer Reihe von Fehlern der rumänischen Abwehr das 2:0. In der dritten Minute der Verlängerung stellte erneut Malen nach einem Konter den Endstand her.

    Die rumänische Nationalmannschaft kehrt dennoch erhobenen Hauptes nach Hause zurück. Die Tricolorii haben ihr Ziel, die Gruppenphase zu überstehen, erreicht, und zwar als Sieger der Gruppe E, zu der auch Belgien, die Slowakei und die Ukraine gehörten. Die Mannschaft trat in den drei Partien angemessen auf, aber gegen die Ukraine hatten sie mehr Glück und gewannen 3:0. Gegen Belgien, eine weitere klar überlegene Mannschaft, verlor man 0:2, und gegen die Slowakei, eine der positiven Überraschungen des Turniers, erreichte man ein 1:1. In jedem Spiel agierten die Karpatenkicker nach Ansicht vieler Experten wie eine echte Mannschaft. Sie kämpften von Anfang bis Ende, waren mit Herz und Ehrgeiz bei der Sache, aber am Ende konnten sie den Qualitätsunterschied, der sie von den großen europäischen Mannschaften trennt, nicht mehr wettmachen. Das Team kann nun stolz auf die riesige Unterstützung durch die Rumänen auf den Tribünen sein, die zu Zehntausenden bei allen Spielen der Trikolore erschienen waren und die Mannschaft frenetisch anfeuerten.

    Die EURO 2024 geht nun mit dem Viertelfinale weiter. Am Freitag trifft Spanien auf den Gastgeber Deutschland, während Portugal gegen Frankreich kämpft. Am Samstag spielt England gegen die Schweiz, und die Türkei tritt gegen die Niederlande an. Nächste Woche, am Dienstag und Mittwoch, finden die Halbfinalspiele statt, das große Finale am Sonntag, den 14. Juli, in Berlin.

    Im Herbst folgen die Spiele der rumänischen Nationalmannschaft in der Nations League. In der zweiten Gruppe der dritthöchsten Staffel, der Liga C, trifft das Team im September, Oktober und November auf Kosovo, Litauen und Zypern. Das erste Spiel findet am 6. September auswärts im Kosovo statt

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  • EURO 2024: Ernüchterung nach 0:2-Niederlage gegen Belgien

    EURO 2024: Ernüchterung nach 0:2-Niederlage gegen Belgien

    Vor dem letzten Gruppenspiel (26. Juni, 19.00 Uhr deutsche Zeit) haben die vier Teams der Gruppe E jeweils einen Sieg und eine Niederlage auf dem Konto. Rumänien und Belgien haben die bessere Tordifferenz. Ein Unentschieden gegen die Slowakei in Frankfurt würde die Qualifikation sichern.

    Nach dem hart erarbeiteten Sieg gegen die Ukraine hatte sich das Kalkül in der Gruppe E erst durch die Niederlage Belgiens und dann durch die Niederlage der Slowakei gegen die Ukrainer verkompliziert. Deshalb blieb die große Frage, welche Strategie Trainer Edward Iordănescu wählen sollte, um im Wettbewerb weiterzumachen. Rumäniens Spieler hatten schon in der Vergangenheit mehrfach gezeigt, dass es ihnen schwerfällt, in Spielen, die weniger als eine Woche auseinander liegen, mit der gleichen Intensität anzugreifen. Iordănescu Jr. hatte deshalb bei “Back-to-Back”-Spielen schon oft zu Kaderänderungen gegriffen.

     Diesmal blieb der Trainer der Aufstellung treu, die den besten Sieg in der Geschichte unserer EM-Teilnahme einbrachte: Er nahm nur eine Auswechslung vor, Mihăilă für Coman. Quellen aus dem Umfeld der Nationalmannschaft sollen behauptet haben, dass Parmas Flügelstürmer ohnehin der Favorit für die Startelf gegen die Ukraine gewesen wäre, aber es wegen kleinerer gesundheitlicher Probleme nicht in die Startelf geschafft hätte.

    Das ist der Moment, in dem viele Fans Berechnungen und Wahrscheinlichkeiten zum Opfer gefallen sind – da ein dritter Platz, selbst mit drei Punkten und einer anständigen Tordifferenz, ins Achtelfinale der EM führen kann – Dennoch vertraute Edi Iordănescu gegen Belgien auf seine berechtigten Stammspieler und das Spielsystem, ohne die Barrikaden gegen eine Mannschaft zu verstärken, die unbedingt gewinnen wollte. Auch vermied er es, einige der Kernspieler mit Blick auf das womöglich entscheidende Spiel gegen die Slowakei am letzten Spieltag auszuruhen.

    Gegen eine als deutlich stärker eingeschätzte Mannschaft, gegen ein anderes Spielsystem und vor allem gegen Gegner eines anderen Kalibers ging in Köln wenig von dem auf, was in München funktionierte. Bereits nach 73 Sekunden führte Belgien – da war der taktische Plan über den Haufen geworfen, die rumänische Reaktion durch den Kopfball von Drăgușin konnte nicht in ein Tor umgemünzt werden, und es folgten lange Minuten des Elends für die Nationalmannschaft. Realistisch bewahrte uns die inspirierte, sofortige Verteidigung, angeführt von Niță, vor mehreren weiteren Gegentoren.

    Die neu getaufte „Nationalmannschaft der Herzen“ verlor das Duell mit ihren Gegnern vor allem auf individueller und physischer Ebene. Auch wenn sie bereit war, sich anzustrengen und zu leiden, und sie sonst einen guten Teamgeist an den Tag gelegt hatte. Stärker und schneller, erstickten die Belgier die seltenen Momente der Brillanz unserer Spieler im Keim. Nicht einmal Drăguș war in der Lage, die von unserer Abwehr nach vorne geworfenen Bälle zu halten, und auch die Flügelspieler – heute Mihăilă und Man – sorgten nicht für das Spiel, das den Gegner hätte unter Druck setzen können. Die Mannschaft stand sehr tief und Kapitän Stanciu war gezwungen, zu verteidigen, anstatt zu gestalten, und so war Rumänien zu einer ersten Halbzeit verurteilt, die so lang war wie alle EM-Qualifikationsspiele zusammen.

    In der Pause schien Edi Iordănescu sehr gut an der „Feinabstimmung“ gearbeitet zu haben, Rumänien kam schnell zurück ins Spiel, erhöhte den Ballbesitz und wurde mehrmals gefährlich, vor allem durch Man, der allein vor dem Torwart mit einem monumentalen Fehlschuss in der 68. Minute scheiterte. Nach den Spielerwechseln wurde die Nationalmannschaft mutiger, verlor aber die Konzentration. Anstatt belohnt zu werden, sollte das offene Spiel durch das zweite Tor von De Bruyne nach einem Abschlag des eigenen Torwarts bestraft werden. Auch der eingewechselte Stürmer Alibec hat die Chance auf den Anschlusstreffer für Rumänien, doch sein Abschluss ist zu schwach, um bei einer Europameisterschaft die Torlinie zu überqueren.

    Was bleibt ist zunächst die Lektion: Diese Euro, die erste in der Karriere der meisten von ihnen, ist für die Tricolorii – und für uns – der beste Lerninhalt. Aus Fehlern, natürlich, und davon gab es in einem Spiel gegen eine Macht wie Belgien unweigerlich viele, aber auch aus den vielen guten Dingen, die in der zweiten Halbzeit gezeigt wurden. Es bleiben die mutigen Paraden von Niță, es bleibt der Mut von Drăgușin, den er bei jedem Ball bewiesen hat, es bleibt das Talent auf den letzten 30 Metern, das wir noch öfter ausprobieren müssen, vor allem gegen gleichwertigen Gegnern. Am Mittwoch gegen die Slowakei ist die beste Gelegenheit zu zeigen, was wir aus der langen, harten Nacht in Köln gelernt haben. In den Jahren 1990 und 1994, bei zwei ihrer großen Turniere, hat die Goldene Generation auch ihre zweiten Gruppenspiele verloren, und das sogar gegen vermeintlich schwächere Gegner. Mit 3 Punkten und einem positiven Torverhältnis hat Rumänien alle Chancen, weiterzukommen.

  • Euro 2024: Rumänien feiert Traumstart gegen Ukraine

    Euro 2024: Rumänien feiert Traumstart gegen Ukraine

    Selbst die optimistischsten Anhänger der rumänischen Fußballnationalmannschaft hatten vor dem Spiel gegen die Ukraine bei der EURO 2024 nicht daran geglaubt: Ihre Mannschaft sollte am Ende einen fulminanten Sieg erringen können. Es war im Vorfeld eine gewisse Hoffnung aufgekeimt, dass die Spieler eine gute Leistung zeigen könnten, um die Erinnerung an ihre glanzlosen Auftritte in den Jahren zuvor auszulöschen. Aber das war es dann auch schon. Die Nationalmannschaft von Edward Iordănescu hatte eine Qualifikationsrunde hinter sich, in der sie zwar nicht glänzte, aber auch kein einziges Spiel verloren hatte. Die Erwartungen waren also groß genug, um mehr als 40 000 Rumänen auf die Tribüne der Allianz-Arena in München zu bringen. Und zur Überraschung der meisten sollte die Mannschaft an diesem Tag nicht enttäuschen!

    Nach einer Anfangsphase, in der die Ukraine das Spiel zwar kontrollierte, aber das rumänische Tor nicht ernsthaft bedrohte, fiel in der 29. Minute der Führungstreffer für die Tricolorii durch einen Schuss von außerhalb des Strafraums. Autor des Traumtores war Kapitän Nicolae Stanciu, der den Ball direkt in den linken Winkel des ukrainischen Gehäuses setzte. Die Rumänen wurden mutiger und griffen nun noch energischer an. Nach einem Eckstoß traf Stanciu die Latte, und Rumänien beendete die erste Halbzeit mit Stärke und Selbstvertrauen. Die zweite Halbzeit begann auf die gleiche Weise. Die rumänischen Fußballer kombinierten immer genauer, waren als erste am Ball und die individuelle Technik machte den Unterschied aus, wobei Denis Drăguș und Dennis Man glänzten. In der 53. Minute fiel das 2:0 durch einen flachen Fernschuss von Răzvan Marin, der den ukrainischen Torwart Andri Lunin narrte. Vier Minuten später stand es 3:0, nach einer Einzelaktion von Man, die von Draguș abgeschlossen wurde.

    Es folgten mehrere Wechsel auf beiden Seiten: Rumäniens Spiel verlor an Konstanz und die Ukraine wurde gefährlicher und versuchte, zumindest den Ehrentreffer zu erzielen. Das gelang nicht, und so endete das Spiel 3:0, was den deutlichsten rumänischen Sieg bei einer Europameisteschaft bedeutete. Die UEFA kürte Rumäniens Kapitän Nicolae Stanciu zum besten Spieler des Spiels, der Kicker schwärmte: „Ich glaube, nach der Geburt meiner Mädchen ist das der glücklichste Tag. Ich denke, dass das, was wir heute erlebt haben, sich nie wiederholen kann, es ist einmalig.

    Stürmer Denis Draguș war die Geheimwaffe von Trainer Iordănescu. Sein individuelles Spiel machte den Unterschied aus und brachte die ukrainische Abwehr immer wieder aus dem Gleichgewicht. Der Spieler war selbst emotional nach Schlusspfiff. „Ihr müsst an uns glauben. Hoffentlich haben wir den Rumänen gegeben, was sie verdient haben, was sie erwartet haben und… es ist unglaublich!” Im anderen Spiel der Gruppe E besiegte die Slowakei Belgien mit 1:0 und sorgte damit für die bisher größte Überraschung bei dieser Europameisterschaft. Damit steht Rumänien vor dem zweiten Spieltag auf dem ersten Platz in der Gruppe. Am Freitag trifft die Slowakei in Düsseldorf auf die Ukraine und am Samstag bekommt es Rumänien in Köln mit Belgien zu tun.