Tag: Grüner Pass

  • Grünes Covid-19-Zertifikat: keine Einigung in Sicht

    Grünes Covid-19-Zertifikat: keine Einigung in Sicht

    Mit dem grünen Pass kann man seinen Status als Geimpfter oder Genesener unter Beweis stellen. Doch eine Pflichteinführung des Zertifikats am Arbeitsplatz, wie sie einige fordern, wird immer unwahrscheinlicher. Zu viel Gegenwind gibt es — und Uneinigkeit in der Regierungskoalition.



    Am vergangenen Donnerstag gab es zu diesem Thema ein Treffen innerhalb der Koalition PSD-PNL-UDMR — die Diskussionen zwischen Sozialdemokraten, Liberalen und Ungarnverband blieben jedoch ergebnislos und wurden auf folgende Woche vertagt. Aus vertraulichen politischen Quellen verlautet es jedoch, dass auch Staatspräsident Klaus Johannis mitmischt — er würde sich gegen eine Pflicht des Zertifikats am Arbeitsplatz stark machen. Unter den Spitzenpolitikern der Koalition würden sogar zwei Parteichefs, namentlich der Liberale Florin Cîţu und der Sozialdemokrat Marcel Ciolacu, Bedenken geäu‎ßert haben — ein Gesetz, dass die Ausübung der Arbeitsrechte vom grünen Covid-Zertifikat abhängig machen würde, könnte vom Verfassungsgericht schleunigst gekippt werden, sagen die beiden. Die oppositionelle Union Rettet Rumänien (USR), bis vor kurzem Juniorpartner in der bürgerlichen Regierungskoalition, meint auch, dass ein Gesetz zu diesem Thema ohne eine Pflicht des Zertifikats am Arbeitsplatz schlechthin sinnlos sei. Das Zertifikat selbst befürwortet die USR allerdings. In einem offenen Brief an den Staatspräsidenten Johannis schreiben zwei ehemalige Gesundheitsminister der USR, Ioana Mihăilă und Vlad Voiculescu, dass ein solches Instrument vital für die Bekämpfung der Pandemie und die Förderung der Impfkampagne sei.



    Die schwankenden und unschlüssigen Stellungnahmen aus der Politik kommen nicht von ungefähr. Niemand will sich’s mit den Wählern — Impfskeptikern eingeschlossen — verscherzen. Am Dienstag hatten sich vor dem Parlament rund 1500 Menschen zu einer eine Kundgebung angesammelt, womit sie die gegen die Beschränkungen im öffentlichen Leben — und damit auch gegen das grüne Zertifikat — protestierten. Dabei war es zu Zwischenfällen und Rangeleien mit den Ordnungshütern gekommen, rund 100 Protestler durchbrachen die Reihen der Sicherheitskräfte und drangen in den Hof des Parlaments ein. Zur Organisation der Proteste bekannte sich niemand, doch man vermutet, Drahtzieher dürfte die nationalistische Allianz für die Einheit der Rumänen (AUR) gewesen sein, zu der sich auch bekannte Impfgegner, Querdenker und sonstige Dauerprotestler gesellten.



    Die Presse horchte natürlich auf, man sprach sogar von ähnlichen Zuständen wie beim Sturm auf das Kapitol in den USA, doch der liberale Innenminister Lucian Bode behauptete, es habe nie die Gefahr bestanden, dass die Protestierenden ins Gebäude des Parlaments eindringen. Dass Parlament werde von rund 300 Gendarmen bewacht, und er, der Innenminister, habe Anweisungen erteilt, die Lage zu deeskalieren. Innenminister Lucian Bode sagte allerdings auch, dass einige Parlamentsabgeordnete der AUR Protestler mit ihren eigenen Dienstwagen, die eine Fahrtzulassung haben, auf das Gelände des Parlaments eingeschleust haben sollen. Hinter den streng überwachten Zäunen und dem Rücken der Ordnungshüter hätten sie dann die Protestierenden von drau‎ßen aufgewiegelt, es ihnen gleichzutun und die Sicherheitsreihen zu provozieren.



    Seit Pandemiebeginn sind in Rumänien über 60.000 Menschen mit oder an den Folgen der Infektion mit dem Sars-Cov-2-Virus gestorben — das kommt der Bevölkerung einer mittelgro‎ßen rumänischen Stadt gleich, sagen die Experten. Unter allen 27 Mitgliedsstaaten der EU ringen Rumänien und Bulgarien um den letzten Platz in puncto Impfquote.

  • Brüssel schlägt „grünen Pass“ vor

    Brüssel schlägt „grünen Pass“ vor

    Die Europäische Kommission hat am Mittwoch die Schaffung eines grünen elektronischen Passes vorgeschlagen, um während der Coronavirus-Pandemie eine sichere Freizügigkeit innerhalb der EU zu ermöglichen. Dieses wird ein Nachweis dafür sein, dass der Inhaber geimpft, negativ auf eine SARS-CoV-2-Infektion getestet oder von COVID-19 geheilt wurde. Das Dokument wird kostenlos in digitalem Format oder auf Papier erhältlich sein und einen QR-Code enthalten, um seine Sicherheit und Authentizität zu garantieren.



    Das erklärte die EU-Kommissarin für Verkehr, die Rumänin Adina Vălean, in einer im Fernsehen übertragenen Erklärung: Was die Kommission zu tun versucht, ist, eine Verordnung auf europäischer Ebene vorzuschlagen, was bedeutet, obligatorisch, es ist nicht mehr auf freiwilliger Basis, eine diese Art von Informationen zu vereinheitlichen, ein einziges Modell von grünen digitalen Pass zu haben, das in allen Mitgliedstaaten gleicherma‎ßen ausgestellt werden soll, um leicht überprüfbar am Grenzübergang zu sein, wir sehen, dass sie bereits beginnen zu erscheinen.“



    Sie betonte jedoch, dass kein Land ungeimpften Bürgern den Zugang auf sein Territorium verwehren kann. Einen grünen elektronischen Pass zu haben, wird keine Vorbedingung für die Freizügigkeit sein, und Menschen, die ein solches Zertifikat nicht haben, werden nicht diskriminiert”, sagte EU-Justizkommissar Didier Reynders. Die Kommission wird ein Portal einrichten und die Mitgliedstaaten bei der Entwicklung von Computerprogrammen unterstützen, mit denen die Behörden alle Unterschriften auf Zertifikaten in der gesamten Union überprüfen können. Die persönlichen Daten der Inhaber werden weder an das Portal übermittelt noch von dem Mitgliedstaat, der die Überprüfung durchführt, aufbewahrt.



    Die Bescheinigungen werden eine begrenzte Anzahl von Informationen enthalten, wie Name, Geburtsdatum, Ausstellungsdatum, relevante Details über den Impfstoff, den Test oder das Heilmittel und eine eindeutige Kennung des Dokuments. Die Zertifikate werden in allen EU-Mitgliedsstaaten gültig sein, und auch Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz werden sie verwenden können. Die neuen Dokumente sollen auch für Drittstaatsangehörige mit Wohnsitz in der EU und für Besucher, die das Recht haben, in andere EU-Länder zu reisen, ausgestellt werden.



    Es liegt noch an den Mitgliedstaaten zu entscheiden, welche gesundheitlichen Einschränkungen für Passagiere aufgehoben werden können, aber sie müssen diese Ausnahmen in der gleichen Weise auf diejenigen anwenden, die einen grünen elektronischen Pass besitzen. Um bis zum Sommer fertig zu sein, muss der Kommissionsvorschlag zügig vom Europäischen Parlament und dem Rat der Union angenommen werden. Die Ma‎ßnahme ist zeitlich befristet und wird ausgesetzt, sobald die Weltgesundheitsorganisation ein Ende des durch die Pandemie verursachten internationalen Notstands erklärt.