Tag: Heimkehrer

  • Diaspora: Projekte für die Gründung von Start-up-Unternehmen durch Heimkehrer

    Diaspora: Projekte für die Gründung von Start-up-Unternehmen durch Heimkehrer

    Der Hauptgrund, warum die Rumänen auswandern, ist ein besser bezahlter Arbeitsplatz. Ausgehend von dem Gedanken, dass viele der ausgereisten Rumänen in die Heimat zurückkehren würden, wurden hierzulande mehrere Projekte ins Leben gerufen, die diesen entgegenkommen sollen. Die Heimkehrer sollen unterstützt werden, ein Geschäft zu gründen und zu entwickeln. Dafür gibt es auch europäische Fördermittel. Es gibt ein Opportunitätsfenster in dieser Richtung für die kommenden Jahre. Es gibt die Möglichkeit der Entwicklung von lukrativen Geschäften in Rumänien, wenn sie mit ihren Fachkompetenzen, mit ihren Ressourcen zurückkehren und ernst arbeiten wollen. Ich denke, sie können einen sehr gro‎ßen Beitrag für Rumänien leisten“, erklärte im Oktober letzen Jahres Marius Bostan, Sozialunternehmer, aber auch Experte in Lokalentwicklungsprojekten, Gesellschaftsfinanzierung und Management, ehemaliger Minister für Informationsgesellschaft in der politisch unbahänigen Regierung, die letzes Jahr von Dacian Cioloş geführt wurde.



    Ein erster Schritt zur Förderung der Rückkehr so vieler Rumänen wie möglich in die Heimat wurde damals gemacht. Rapatriot“, ein Projekt von Romanian Business Leaders, hat zum ersten Mal in Bukarest einen Geschäftsgipfel — Gemeinsam für Rumänien“ — organisiert. Es war ein Elitereignis der rumänischen Geschäftswelt, das dafür gedacht war, um den Wiederanschluss der Rumänen in der Diaspora zu fördern, besonders um im Heimatland zu investieren. Der Ausdruck der Unterstützung Bukarests war die Beratung hinsichtlich des schnellen Zugangs zu den Opportunitäten im Land. Das Fazit des Treffens — die Rumänen aus der Diaspora würden in den Bereichen IT, Landwirtschaft und Tourismus investieren. Laut der Mehrheit der Teilnehmer bietet Rumänien attraktive Opportunitäten für Geschäftsleute. Sie möchten diese ausnutzen, doch es gibt weiterhin Hindernisse auf dem Weg zu einem gesunden Geschäftsumfeld, wie exzessive Bürokratie, die Art und Weise der Umsetzung von Steuerleitlinien, mangelnde Vorhersehbarkeit der Gesetzgebung.



    Ein weiterer Schritt wurde durch die Lancierung des Projekts Diaspora Invest“ gemacht. Dieses wird von den Verbänden des Entwicklungszentrums SMART, dem Arbeitgeberverband der Jungen Unternehmer im Südostraum und der Liga der rumänischen Studenten im Ausland bis 2020 durchgeführt. Das Projekt fördert den Unternehmergeist der Rumänen, die auswandern mussten, um zu arbeiten. Diese werden gefördert, um in einer der 7 benachteiligten Regionen Rumäniens ein eigenes Geschäft zu gründen. Durch dieses Projekt bietet die Europäische Union nichtrückzahlbare Finanzierungen von maximal 40.000 Euro für nichtlandwirtschaftliche Geschäfte in den Städten, die mindestens zwei Arbeitsplätze schaffen. Über die potentiellen Nutznie‎ßer spricht Radu Oprea, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes der Jungen Unternehmer im Südostraum:



    Sie müssen einen Wohnsitz in Rumänien haben und au‎ßerdem nachweisen, dass sie in den letzten 12 Monaten im Ausland gelebt haben. Wir möchten Bewerber aus vielen Ländern haben, denn wir sind daran interessiert, dass sie neue Erfahrungen einbringen. Auch wenn jemand z.B. in den Vereinigten Staaten lebt und dort sehr vieles gelernt hat, möchten wir ihn wieder zurück ins Land bringen, um hier ein Geschäft zu eröffnen, das aus seiner dortigen Erfahrung inspiriert ist. Natürlich versuchen wir auch Rumänen aus der Europäischen Union anzuwerben, aber auch aus der Republik Moldau und warum nicht aus Asien.“




    Au‎ßer der Umsetzung der besten Geschäftsideen in Rumänien, die aus anderen, entwickelten Ländern inspiriert sind, bleibt das Projekt seinem Ziel treu, die Rumänen in ihre Heimat anzulocken. Iulian Cazacu, Vorsitzender des Entwicklungszentrums SMART:



    Eine Statistik, über die wir verfügen, verweist darauf, dass rund 3,2 Millionen Rumänen ausgewandert sind. Natürlich ist diese Welle nach dem EU-Beitritt Rumäniens 2007 rasch gewachsen. Infolge der Studien ergibt sich, dass 20% von ihnen ein Geschäft in Rumänien eröffnen oder hier ein Haus bauen oder ein Grundstück erwerben würden. Die Mehrheit ist in Länder wie Spanien, Deutschland, Gro‎ßbritannien ausgewandert, aber wir zielen auf die Rumänen aus aller Welt ab. In diesem Sinne werden wir eine Ereignisreihe in zehn europäischen Städten, aber auch in drei amerikanischen Städten veranstalten. Dabei werden wir diese Opportunität fördern.“




    Durch das Programm Diaspora-Start-up“, das vom Ministerium für die Auslandsrumänen gefördert wird, werden die Rumänen aus der Diaspora Unterstützung erhalten, um in Rumänien Freiberufler oder Unternehmer zu werden, um innovative Mikro- oder Kleinunternehmen zu Gründen. Das Ziel ist, die Beschäftigung durch die Unterstützung der nichtlandwirtschaftlichen Unternehmen in den Städten zu fördern. Im Sommer hat die Bukarester Ressortanstalt 32 Projekte in Wert von 76 Millionen Euro durch Diaspora-Start-up genehmigt.

  • Nachrichten 01.12.2016

    Nachrichten 01.12.2016

    Der 1. Dezember ist in Rumänien der Nationalfeiertag – am 1. Dezember 1918 war in Alba Iulia die Vereinigung aller mehrheitlich rumänisch bewohnten Gebiete in einem Land besiegelt worden. In Bukarest fand zu Ehren dieses Tages eine große Militärparade unter dem Triumphbogen statt, an der sich über 3000 Soldaten beteiligten. Da sich in diesem Jahr der Eintritt Rumäniens in den ersten Weltkrieg zum 100. Mal jährte, wurde als besonderer Schwerpunkt den in diesem Krieg gefallenen Soldaten gedacht. Einheiten aus Deutschland, Großbritannien, Italien und der Slowakei nahmen zum ersten Mal an der Parade teil; wie auch in anderen Jahren waren auch diesmal Soldaten aus der Moldau, Polen, Spanien und den USA dabei. Stars der Parade waren die F16 Multirollenjets, die in diesem Jahr nach Rumänien überführt wurden. Der erste Dezember ist erst nach der Wende zum Nationalfeiertag erklärt worden.



    In seiner Botschaft zum Nationalfeiertag gratulierte Präsident Klaus Iohannis allen Rumänen und apellierte an Einheit. Premierminister Dacian Cioloş sagte über die Vereinigung von 1918, sie sei ein Wunder der Geschichte gewesen. Auch US-Präsident Barack Obama gratulierte und ließ über Außenminister John Kerry mitteilen, dass die USA die strategische Partnerschaft mit Rumänien als sehr wichtig ansehen – Rumänien bleibe ein vertrauensvoller NATO-Verbündeter, der zum internationalen Frieden und zur internationalen Sicherheit wesentlich beitrage.



    Rund 22 Prozent ihres Einkommens haben rumänische Haushalte im letzten Kalenderjahr für die Kommunalversorgung ausgegeben. Das teilte am Donnerstag Eurostat mit. Gemessen am Einkommen, kosteten Wasser, Strom, Erdgas und andere Brennstoffe demnach nur ein Prozent mehr als 2005. Das entspricht in etwa dem durchschnittlichen Niveau in der EU – in laufenden Preisen lagen diese Gesamtausgaben der Haushalte in der EU bei 2.000 Milliarden Euro und stellten somit den größten Anteil der Lebenserhaltungskosten dar. Am meisten geben die Bürger der nordischen Länder für die Wasser und Energieversorgung aus – in Dänemark sind es 29,4%, in Finnland 28,2%. Der niedrigste Kostenanteil wird in Malta mit 10,1% gemessen. Zwischen 2005-2015 hat der Anteil der Kommunalversorgungskosten an den Gesamtkosten der Haushalte zugenommen, vor allem in Spanien, Irland und Portugal.



    Das rumänische Außenministerium hat einen so genannten Leitfaden für Heimkehrer veröffentlicht – darin wird über die Schritte informiert, die Auslandsrumänen gehen müssen, um nach Rumänien zurückzukehren. Nach Schätzungen des Ministeriums leben 3,5-4 Millionen Rumänen im Ausland. Viele geben an, irgendwann zurückkehren zu wollen, doch nur 3-5% der Auswanderer sind fest entschlossen, es auch zu tun. Aufgrund des negativen Migrationssaldos ist die Anzahl der Einwohner auf unter 20 Millionen gefallen; die Bevölkerung altere zudem sehr schnell, während das Durchschnittsalter in den rumänischen Gemeinden im Ausland bei 34-35 Jahren liegt.



    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan fordert die EU auf, ihre Zusagen einzuhalten. Sollte die EU an ihren Versprechen bei der Visa-Liberalisierung, humanitären Hilfe und der Eröffnung weiterer Kapitel in den Beitrittsverhandlungen festhalten, werde auch die Türkei guten Willen zeigen. Das EU-Parlament stimmte kürzlich in einer für die Nationalstaaten nicht verbindlichen Resolution für ein Einfrieren der Beitrittsgespräche. Erdogan hatte daraufhin der EU mit einer Aufkündigung des Flüchtlingspakts und der Öffnung der Grenzen für Migranten gedroht. Wegen des türkischen Vorgehens gegen Oppositionelle und Medien nach dem Putschversuch vom Juli haben sich die Beziehungen zwischen Brüssel und Ankara verschlechtert.