Tag: Internationale Energieagentur

  • Nachrichten 04.10.2022

    Nachrichten 04.10.2022

    Der russische Föderationsrat, die Oberkammer des Parlaments in Moskau, hat am Dienstag die Annexion der ukrainischen Regionen Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson ratifiziert. Am Montag hatte auch die russische Staatsduma die Annexion dieser von Russland gehaltenen ukrainischen Gebiete ratifiziert. Nun kann Präsident Wladimir Putin ein enstprechendes Bundesgesetz verkünden. Der Kremlchef unterzeichnete am vergangenen Freitag die Annexionsdokumente. In den vier Regionen fanden kürzlich Scheinreferenden statt, die von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt werden. Russland ist das einzige Land, das die Unabhängigkeit dieser so genannten Republiken auf dem Territorium der Ukraine anerkannt und in der Folge ihre Anträge auf Beitritt zur Russischen Föderation akzeptiert hat. Westliche Regierungen und Kiew sind der Ansicht, dass die Scheinreferenden gegen das Völkerrecht verstoßen, unter Zwang abgehalten wurden und nicht repräsentativ waren.



    Die Internationale Energieagentur hat davor gewarnt, dass es in Europa vermehrt zu Problemen bei den Gaslieferungen kommen könnte. In ihrem Gasmarktbericht für das vierte Quartal 2022 erklärt die Agentur, dass die EU-Mitgliedstaaten ihren Gasverbrauch im kommenden Winter drosseln müssen, falls Moskau die Lieferungen vollständig einstellt. Der Einmarsch Russlands in der Ukraine und der erhebliche Rückgang der Erdgaslieferungen nach Europa haben nicht nur in Europa, sondern auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern erhebliche Auswirkungen auf Haushalte, Unternehmen und die Volkswirtschaften. Um die Gasversorgung vor der Heizsaison auf einem angemessenen Niveau zu halten, empfiehlt die Internationale Energieagentur eine Kürzung um 9 bis 13 % gegenüber dem Fünfjahresdurchschnitt. Rumänien hat eine Erdgasspeicherkapazität von 87 % erreicht und kann nach Angaben der Behörden auch der Republik Moldau Unterstützung gewähren.



    Der rumänische Ministerpräsident Nicolae Ciucă hat seine Unterstützung für die neue Bildungsministerin Ligia Deca und ihre Bemühungen um die Förderung des von der Präsidentschaft unterstützten Projekts Gebildetes Rumänien bekundet. Im Zuge des Prpjekts sollen dem Parlament bis Ende des Monats neue Bildungsgesetzentwürfe vorgelegt werden. 
Die ehemalige Präsidentenberaterin Ligia Deca wurde am Montag als Nachfolgerin des scheidenden Bildungsministers Sorin Cîmpeanu vereidigt, der letzte Woche im Zuge eines Plagiatsskandals zurückgetreten war.



    Staatsanwälte der Direktion für organisierte Kriminalität und Terrorismus DIICOT haben vier rumänische und ausländische Staatsangehörige im Rahmen einer Spionageuntersuchung gegen das serbische Unternehmen NIS Petrol, eine Tochtergesellschaft des russischen Energieriesen Gazprom, angeklagt. Die Staatsanwälte haben Durchsuchungen in Bukarest und Timișoara, sowohl am Hauptsitz des Unternehmens als auch in den Wohnungen mehrerer Mitarbeiter, angeordnet und dabei Dokumente und Datenspeichergeräte beschlagnahmt. Den vier wird vorgeworfen, mit Verschlusssachen gehandelt und die unbefugte Weitergabe von Daten über die rumänischen Mineralvorkommen ermöglicht zu haben, so die Staatsanwaltschaft. 
Im Jahr 2009 kaufte Gazprom auf der Grundlage eines von Belgrad und Moskau unterzeichneten Abkommens das Mehrheitspaket an NIS.



    Die Moldau hat die russische Propaganda beschuldigt, Fake News über eine baldige Generalmobilmachung in der Republik Moldau zu verbreiten. Der moldauische Verteidigungsminister erklärte in einer Pressemitteilung, dass eine Mobilisierung nur in Notfällen oder im Kriegsfall angeordnet werden kann, was auf die heutige Republik Moldau nicht zutrifft. Nachdem dieses Gerücht über ein Telekommunikationsnetz in Umlauf gebracht worden war, forderten Verteidigungsverantwortliche die Bevölkerung auf, nur zuverlässigen Quellen zu vertrauen.


  • Die Abdrücke des Menschen auf dem Planeten

    Die Abdrücke des Menschen auf dem Planeten

    Die Internationale Energieagentur hat eine eindringliche Warnung an die Energiewirtschaft ausgesprochen und betont, dass Investoren keine neuen Projekte in den Bereichen Öl, Erdgas und Kohle finanzieren sollten, wenn die Welt bis 2050 null Kohlenstoffemissionen erreichen will. Der globale Kohlenstoffaussto‎ß wird in diesem Jahr gefährlich ansteigen, während sich die Weltwirtschaft von der durch die Coronavirus-Pandemie verursachten Krise erholt.



    Die wirtschaftliche Erholung von der COVID-Krise ist derzeit überhaupt nicht nachhaltig für das Klima, und wenn die Regierungen auf der ganzen Welt nicht schnell handeln, um mit der Reduzierung der Emissionen zu beginnen, werden wir wahrscheinlich im Jahr 2022 mit einer noch schlimmeren Situation konfrontiert, sagt die Internationale Energieagentur. UN-Generalsekretär Antonio Guterres forderte seinerseits die Industrieländer auf, bis 2030 aus der Kohlenutzung auszusteigen und auf den Bau neuer Kohlekraftwerke zu verzichten. All dies unter den Voraussetzungen, unter denen die Nachfrage nach Strom das schnellste Wachstum in den letzten zehn Jahren haben soll.



    Es gibt aber auch gute Nachrichten, wie die Zunahme der Sonnen- und Windenergieerzeugung in China. Oder dass die Berliner Exekutive einen Plan zur beschleunigten Umsetzung der Klimaziele verabschiedet hat, damit Deutschland bis 2045 CO2-Neutralität erreichen kann. Tatsächlich sind die Industrieländer in den letzten Monaten ehrgeizige Verpflichtungen zur Reduzierung der Schadstoffemissionen eingegangen, und diese Versprechen müssen eingehalten werden. Der französische Präsident Emmanuel Macron seinerseits sagte, dass afrikanische Staaten nicht in fossilen Brennstoffen verschlossen“ bleiben dürfen und in der Lage sein müssen, mit dem Rest der Welt voranzukommen, indem sie massive Investitionen in erneuerbare Energien anziehen.



    Diese Aufrufe verweisen in der Tat auf den Kern des Problems aus produktionstechnischer und wirtschaftlicher Sicht. Es geht um einen grundlegenden Wandel in der Gesellschaft und in der Wirtschaft, sagte bei Radio Rumänien der Universitätsprofessor Doktor Mircea Duțu:



    In den letzten fast 200 Jahren, haben sich die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft des Planeten auf einem Energiemodell basierdend auf fossilen Brennstoffen entwickelt: Öl, Kohle und Methangas. Unter diesen Bedingungen, um aus wirtschaftlicher Sicht kompatibel zu machen, was auf klimatischer Ebene geschieht, wurde beschlossen, diese grundlegende Art der Energieerzeugung zu ändern und von fossilen auf erneuerbare Quellen, oder möglicherweise Kernenergie umzusteigen, aber auf jeden Fall auf Energiequellen mit niedrigen Treibhausgas-Emissionen. Das Hauptziel der globalen Ma‎ßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels und zur Anpassung an ihn ist in Bezug auf das Klima selbst die Begrenzung des Anstiegs der globalen Durchschnittstemperatur auf weniger als 2 Grad Celsius und, wenn möglich, auf 1,5 Grad Celsius in Bezug auf die Werte, die in der Neuzeit, also in der vorindustriellen Periode, bestanden, und, in einer ergänzenden, aber absolut konjugierten Periode, das Erreichen der Klimaneutralität in der Mitte dieses Jahrhunderts, als eine Komponente des menschlichen Handelns zur Erreichung des Ziels der Begrenzung des Anstiegs der globalen Durchschnittstemperatur.“



    Inwieweit wurde der Klimawandel in letzter Zeit durch menschliche Aktivitäten beschleunigt? Im Gro‎ßen und Ganzen können wir das mit noch grö‎ßerer Genauigkeit sagen, als wir es vor 10 Jahren hätten tun können, erklärt die Klimatologin Roxana Bojariu. Der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur, der vor allem seit der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts zu beobachten ist, wird grö‎ßtenteils – mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% – durch menschliche Aktivitäten verursacht, besagt der neueste Bericht des Weltklimarates und wir haben wissenschaftliche Beweise dazu, sagt Roxana Bojariu:



    Das sind rechnerische Experimente, das perfekte Analogon zu Experimenten im Physiklabor, die uns zeigen, dass, wenn wir den Anstieg der Treibhausgaskonzentration nicht berücksichtigen, wir diese Tendenz zur Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur nicht bewältigen können. Natürliche Faktoren haben also praktisch keinen Einfluss auf die Eindämmung der Tendenz zur Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur. Dieser beträchtliche Anstieg ist weder auf die Aktivität der Sonne, noch auf die vulkanische Aktivität zurückzuführen. Sie sehen, dass wir jährlich, sogar monatlich Rekorde verzeichnen. Die letzten sechs Jahre waren die wärmsten sechs Jahre seitdem es Aufzeichnungen gibt, beginnend in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts. Das letzte Jahrzehnt war das wärmste aller aufgezeichneten Jahrzehnte. Aber diese Rekorde werden auch von extremen Phänomenen begleitet, von Rekorden extremer Wettererscheinungen. Letztes Jahr hatten wir die stärkste Tornadosaison im Atlantik. Gleichzeitig haben wir ein beschleunigtes Abschmelzen des Eisschildes in Grönland, aber auch in der westlichen Antarktis. Leider werden solche Dinge in Zukunft zunehmen. Wir werden Brände haben wie in Australien, aber auch im Amazonasgebiet, wie es Brände auch in Südeuropa gegeben hat. Rechnerische Experimente zeigen sogar, dass selbst in Rumänien die Waldbrände leider zunehmen werden, wenn der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur weitergeht, wenn sich der aktuelle Wandel verstärkt.“



    Wir müssen diese Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 erzielen, was bedeutet, dass alle unsere Aktivitäten, die letztendlich zu Emissionen in die Atmosphäre führen, ein Gegengewicht haben müssen, so dass wir insgesamt null Netto-Emissionen erreichen und der Abdruck unserer Aktivitäten in der Umwelt, nicht mehr zu sehen sein wird, sagt Roxana Bojariu.



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