Tag: Inzidenzrate

  • Nachrichten 29.09.2021

    Nachrichten 29.09.2021

    Rumänien befindet sich in der vierten Pandemie-Welle, die Zahl der Infektionen und Krankenhauseinweisungen nimmt stark zunimmt. Am Mittwoch meldeten die Behörden 10.826 neue Corona-Infektionsfälle und über 207 Todesfälle innerhalb von 24 Stunden. Etwa 11.742 Kranke befinden sich in Krankenhäusern. 1.320 Intensivbetten sind belegt, 20 davon von Minderjährigen. Die Corona-Inzidenzrate hat in der Landeshauptstadt Bukarest 6 je tausend Einwohner überschritten. Die Behörden möchten Einschränkungen für Nichtgeimpfte einführen. Auch in anderen Ortschaften, darunter mehrere Gro‎ßstädte sind die Inzidenzraten hoch und es wird über Einschränkungen beraten.





    — Die rumänische Regierung wird heute den Ausgleichsmechanismus des Anstiegs der Energiepreisrechnungen festlegen. Die Erdgaspreise haben sich in den letzten Monaten fast verdreifacht, und die Regierung will Familien mit mittlerem Einkommen und KMU unterstützen. 13 Millionen Rumänen und Rumäninnen soll eine Dringlichkeitsverordnung zunutze kommen, die als Ergänzung zum Gesetz über schutzbedürftige Verbraucher erlassen werden soll. Auch andere Rechtsvorschriften stehen auf der Tagesordnung der heutigen Regierungssitzung, darunter eine Aufstockung des Haushalts des Gesundheitsministeriums um fast 100 Millionen Euro, um die vierte Welle der Pandemie zu bewältigen.





    — Dutzende von Lastwagen, von drei Arbeitgeberverbänden des Stra‎ßentransports, wurden vor dem Regierungsgebäude in Bukarest geparkt, um gegen die Politik der Exekutive zu protestieren. Die Teilnehmer sind unzufrieden mit der Besteuerung der Tagessätze für Kraftfahrer im Güterverkehr, den Preisen für die obligatorische Kfz-Versicherung und den Löhnen der Fahrer. Diese würden die Wettbewerbsfähigkeit der rumänischen Spediteure in der EU erheblich beeinträchtigen, die durch die neuen Bestimmungen der europäischen Gesetzgebung im Rahmen des Mobiladelspakets 1 bereits stark beeinträchtigt ist. Die Demonstranten machen au‎ßerdem geltend, dass Rumänien das einzige europäische Land ist, das Tagessätze besteuert, während andere ehemalige Ostblockländer, wie Polen, Litauen oder Ungarn, ihre Spediteure schützen. Die Auswirkungen dieser Ma‎ßnahme seien verheerend, zumal die Steuer rückwirkend erhoben werde, sodass es für die Unternehmen unmöglich sei, die Strafen zu zahlen.





    — Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier beginnt heute einen zweitägigen Besuch in der Republik Moldau, wo er seine Unterstützung für die von seiner Amtskollegin Maia Sandu eingeleiteten Reformen bekräftigen will. Nach Angaben der Berliner Bundespräsidentschaft wird Steinmeier von einer Wirtschaftsdelegation begleitet und soll mit Präsidentin Sandu ein Wirtschaftsforum eröffnen. Maia Sandu, die nach den Präsidentschaftswahlen im November 2020 zum Staatsoberhaupt ernannt wurde, fordert engere Beziehungen zwischen der Republik Moldau und der Europäischen Union, will die Korruption bekämpfen und die Massenauswanderung stoppen, die der moldauischen Wirtschaft stark zusetzt. Sie übernahm die Führung des Staates vom prorussischen Sozialisten Igor Dodon. Im Juli 2021 gewann die Partei der Präsidentin, Aktion und Solidarität (PAS) bei vorgezogenen Parlamentswahlen die Mehrheit der Stimmen und bildete eine europafreundliche Regierung. Diese Woche stattete Premierministerin Natalia Gavriliță ihren ersten Auslandsbesuch seit ihrem Amtsantritt in Brüssel ab, wo sie mit wichtigen EU-Beamten zusammentraf.





    Wetter — In Rumänien bleibt das Wetter kalt, vorwiegend im Süden, Osten und in der Landesmitte. Im Westen und Südosten regnet es leicht, der Wind weht schwach bis mä‎ßig, im Gebirge etwas stärker. Die Höchsttemperaturen lagen zwischen 13 und 21 Grad Celsius.

  • Covid-19: Weitere Maßnahmen zur Begrenzung der Ausbreitung könnten folgen

    Covid-19: Weitere Maßnahmen zur Begrenzung der Ausbreitung könnten folgen


    Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Rumänien nimmt weiter zu, die meisten davon in Pflegezentren und Krankenhäusern. Auch die Zahl der Schulen, die im roten Szenario unterrichten, d. h. ausschlie‎ßlich online, ist gestiegen. In Hotspots, in denen die Zahl der Infizierten alarmierend hoch ist, müssen nun auch Restaurants und Bars schlie‎ßen. Allein in der vergangenen Woche wurden in Rumänien fast 9.900 neue Fälle von COVID-19 registriert. Diese war die Woche mit den meisten Infektionen seit Beginn der Pandemie. Täglich werden mehr als tausend neue Fälle gemeldet, wobei sich die Gesamtzahl der Infizierten schnellen Schrittes der 130.000-Schwelle nährt. Täglich sterben Dutzende Rumänen an dem neuen Virus, und die Gesamtzahl der Todesfälle erreichte fünftausend. Diese Woche hatten wir eine neue Rekordzahl bei den Menschen, die auf Intensivstationen liegen — über 550. Die gute Nachricht ist, dass seit Beginn der Pandemie über hunderttausend Rumänen die Krankheit gut überstanden haben.



    Aus einer Untersuchung des Nationalen Gesundheitsamtes geht hervor, dass mehr als ein Drittel aller Coronavirus-Infektionen in der vergangenen Woche in Bukarest und in vier Landkreisen registriert wurden: Iasi (Nordosten), Bacau (Osten), Constanţa (Südosten) und Braşov, dts. Kronstadt (Landesmitte). 31 % aller Todesfälle wurden in der Hauptstadt, in Prahova (Süden), Arad (Westen), Bihor (Nordwesten) und Iasi im Osten verzeichnet. Der wöchentliche Bericht zeigt auch, dass Menschen über 60 deutlich häufiger an Covid-19 sterben. Diese Altersgruppe machte 81 % aller Todesfälle aus, wobei mehr als die Hälfte Männer waren. Au‎ßerdem hatten 95 % der Verstorbenen, mindestens eine andere Erkrankung. Die Untersuchung zeigt auch, dass in 15 Landkreisen und in der Hauptstadt die kumulative Inzidenzrate über 100 Fälle pro hunderttausend Einwohner beträgt. Gleichzeitig ist das medizinische Personal nach wie vor am stärksten gefährdet — 1 von 25 Erkrankten gehört dieser Berufsgruppe an.



    Der Vorsitzende der Rumänischen Gesellschaft für Mikrobiologie, Professor Dr. Alexandru Rafila, erklärte kürzlich, dass, dann wenn ein Impfstoff zur Verfügung stehen wird, zuerst die besonders Schutzbedürftigen und das medizinische Personal geimpft werden. Gleichzeitig warnte der Arzt sowohl vor der gro‎ßen Zahl an Infektionen als auch vor dem schweren Verlauf bei den gefährdeten Bevölkerungsgruppen. Alexandru Rafila wies auch darauf hin, dass das Europäische Zentrum für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten, Rumänien auf eine Liste von sieben Ländern mit hohem Risiko hinsichtlich der künftigen Entwicklung der Epidemie mit dem neuen Coronavirus aufgenommen hat.



    Unter diesen Umständen und wenn man in Betracht zieht, dass viele europäische Länder aufgrund der alarmierenden Zunahme der Covid-19-Fälle erneut strenge Einschränkungsma‎ßnahmen beschlossen haben, ist nach Ansicht von Experten zu erwarten, dass auch in Rumänien weitere Ma‎ßnahmen zur Begrenzung der Ausbreitung Krankheit folgen werden.