Tag: Konsolidierungskurs

  • Die rumänische Wirtschaft in 2014

    Die rumänische Wirtschaft in 2014

    In den ersten neun Monaten des Jahres 2013 hat Rumänien ein Wirtschaftswachstum von 2,7 % verzeichnet. Die Regierung in Bukarest prognostozierte ein jährliches Wachstum von 2,2 %. Laut dem europäischen Statistikamt Eurostat registrierte die rumänische Wirtschaft im 3. Quartal das grö‎ßte Wirtschaftswachstum in der EU, sowohl gegenüber den vorigen drei Monaten als auch gegenüber der Vorjahresperiode. Die rumänische Wirtschaft wuchs im 3. Quartal um 1,6 %, die litauische um 1,2 %, die britische und ungarische um 0,8 %. Das höhere Wirtschaftswachstum, der Konsolidierungskurs, die kleinste Inflationsrate nach 1989, das Haushaltsdefizit von etwa 2 % vom Bruttoinlandsprodukt und das Rekordhoch der Exporte, der Industrieproduktion und der landwirtschaftlichen Produktion deuten darauf hin, dass in Rumänien ein neuer Wirtschafts-Zyklus begonnen hat.



    Ein Faktor, der zu diesem Wirtschaftswachstum beigetragen hat, ist das Abkommen mit dem IWF. Das zweite Abkommen vorbeugender Art in Höhe von 3,5 Milliarden Euro wurde für zwei Jahre abgeschlossen. Das ist ingesamt das dritte Abkommen Rumäniens mit dem IWF. Das erste wurde 2009 unterzeichnet, das zweite 2011.



    Die bessere Wirtschaftslage beeinflusste auch die Inflationsrate. Das Ziel der rumänischen Notenbank lag bei 2,5 %. Das wäre die kleinste Inflationsrate nach der Wende.



    Der Star der rumänischen Wirtschaft war jedoch die Landwirtschaft. Die Wetterbedingungen waren schlecht, die Behörden haben allerdings in Bewässerungsanlagen investiert. Die landwirtschaftliche Produktion war um 50 % grö‎ßer als 2012 und erreichte in 2013 22 Millionen Tonnen. Eine weitere wichtige und erwartete Ma‎ßnahme war die Herabsetzung der Mehrwertsteuer für Brot von 24 % auf 9 %. In diesem Sektor verzeichnete man eine Steuerhinterziehung von 70 %.



    Auch die europäischen Fonds haben zum Wachstum beigetragen. Bis November 2013 hatte Rumänien 27 % der zugewiesenen Fonds abgeschöpft. Rumänien nimmt jedoch in diesem Bereich weiter den letzten Platz in der EU ein. 2013 war ein gutes Jahr auch für die rumänische Währung, für den Leu. Wirtschaftsanalysten meinen, der Wechselkurs der rumänischen Währung gegenüber dem Euro könnte in 2014 schwanken. 2014 ist ein Wahljahr und das könnte politische Instabilität mit sich bringen.

  • Notenbank-Chef Isărescu: Rumänien könnte den Euro erst in zehn Jahren einführen

    Notenbank-Chef Isărescu: Rumänien könnte den Euro erst in zehn Jahren einführen

    Rumänien braucht weitere zehn Jahre, um sein Bruttoinlandsprodukt bis auf 60% des durchschnittlichen Bruttoinlandsproduktes pro Kopf der EU zu steigern. Das hat Rumäniens Notenbank-Chef Mugur Isărescu erklärt. Ein wichtiges Kriterium für die Festlegung des Beitritts-Kalenders zur Eurozone sei ein ausreichend hohes Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Kaufkraftstandards im Vergleich zum EU-Durchschnitt, so Isărescu. Laut den verfügbaren Daten stellte in 2012 Rumäniens Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Kaufkraftstandards 49% des EU- Durchschnitts dar. Als Estland im Jahr 2011 den Euro eingeführt hat, lag dieser Prozentsatz bei 67%. Im gleichen Jahr lag das lettische Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Kaufkraftstandards bei 58% vom EU-Duchschnitt. Lettland möchte 2014 der Eurozone beitreten.



    Isărescu erklärte weiter, Rumänien brauche weitere erhebliche Fortschritte im Bereich der Struktur-Reformen. Dazu gehört die Umstrukturierung der Staatsunternehmen und eine erhöhte Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und des Beschäftigungsgrades. Die völlige Liberalisierung der Preise soll auch gemä‎ß des aktuellen Kalenders, der von der Regierung zusammen mit dem IWF und der EU-Kommission festgelegt wurde, erfolgen. Der Strommarkt soll bis 2017 liberalisiert werden, die Erdgaspreise bis 2018.



    Rumänien habe erhebliche Fortschritte bei der Erfüllung der Konvergenz-Kriterien erzielt, fügte Rumäniens Notenbank-Chef hinzu. Nur die Inflationsrate und die langfristigen Zinssätze hätten die Referenzwerte, die durch den Vertrag von Maastricht festgelegt wurden, überschritten. Die jüngsten Prognosen deuten an, dass diese nächstes Jahr erfüllt werden. Mugur Isrărescu sprach auch über Haushalts-Defizite. Die Erhöhung des Haushaltsdefizites mit dem Ziel, das Wirtschaftswachstum zu fördern, habe negative Folgen. Rumänien müsse jetzt diese Defizite korrigieren. Es gibt zudem das Problem des ausländischen Kapitals im Finanzsektor. Mugur Isărescu:



    Wir müssen auf Konsolidierungskurs gehen, das haben wir auch getan, wir können jetzt nicht stoppen. Wegen der Euro-Krise müssen wir andererseits diesen Prozess der Kreditrisiko-Reduzierung der ausländischen Banken in Rumänien hinnehmen. Das scheint zu viel zu sein, weil beide Prozesse schwer von der rumänischen Wirtschaft zu tragen sein werden.



    Der Chef der rumänischen Zentralbank erinnerte daran, dass nur fünf der zehn Staaten, die 2004 der EU beigetreten sind, den Euro eingeführt haben oder dabei sind, das zu tun. Slowenien hat den Euro 2007 eingeführt, die Slowakei 2009, Estland 2011, Lettland möchte 2014 der Eurozone beitreten, Litauen 2015. Bulgarien,Tschechien, Ungarn, Polen und Rumänien haben das anfänglich festgelegte Datum aufgeschoben. Als Rumänien 2007 der EU beigetreten ist, war das Ziel für die Einführung des Euro 2015. Nach Beginn der Finanzkrise in 2008 hat man dieses Ziel mehrmals hinausgezögert.