Tag: Konsumverhalten

  • Sorgen vor dem Winter

    Sorgen vor dem Winter


    Im Herbst in Rumänien ist es angenehm warm, die Temperaturen liegen weit über den Normwerten, aber die Rumänen haben Angst vor dem Winter. Viele von ihnen sagen, dass sie in der kalten Jahreszeit Schwierigkeiten haben, die Stromrechnungen zu bezahlen, und junge Menschen haben am meisten Angst vor dieser Möglichkeit, wie eine Meinungsumfrage eines Marktforschungsunternehmens zeigt. Die Hälfte der Befragten ist besorgt darüber, dass sie ihre Häuser oder Wohnungen nicht mehr heizen können, und ein ähnlicher Prozentsatz geht davon aus, dass sie durch die veraltete Infrastruktur an Heizungsausfällen leiden werden. Die Mehrheit der Rumänen glaubt, dass die Wohnungstemperatur in diesem Winter niedriger sein wird als in den vergangenen Jahren. Junge Menschen sind am pessimistischsten. Die Hälfte der Befragten wird mehrere Heizmethoden in ihrer Wohnung nutzen, und ein Drittel der Befragten erwägt sogar, sich von der öffentlichen Heizungsversorgung abzukoppeln.




    Die Umfrage zeigt, dass sich die Rumänen bereits auf Rekordrechnungen in diesem Winter vorbereiten und gezwungen sind, zu sparen. Die steigenden Kosten der Versorgung führten zu tiefgreifenden Änderungen im Konsumverhalten: 55 Prozent der Rumänen gaben an, dass sie nicht mehr nicht lebensnotwendige Produkte kaufen, und zwar mit einer deutlich höheren Rate bei den über 65-Jährigen. Die Rumänen planen, ihren Stromverbrauch in der kalten Jahreszeit zu reduzieren. Dies trifft insbesondere auf Männer und ältere Menschen zu. 42 % der Rumänen sind bereit, sich im Winter dicker anzuziehen, und 29 % werden die Heizung in ungenutzten Räumen ausschalten und das Wasser auf eine niedrigere Temperatur stellen. Die Erdgas-Zentralheizung gilt als die preisgünstigste Heizungsart; die elektrische Zentralheizung ist dagegen die teuerste Variante. Die Ergebnisse der Umfrage deuten darauf hin, dass 28 % der Rumänen derzeit bereit sind, ihre Heizmethode im nächsten Jahr zu ändern, vor allem diejenigen, die eine elektrische oder holzbefeuerte Heizungsanlage verwenden.




    Nur wenige Befragte halten die staatliche Unterstützung für die Beheizung ihrer Wohnung für ausreichend. Die Preiserhöhungen beunruhigen die Rumänen mehr als andere Ursachen der Angst in der Gesellschaft, wie z. B. die Ausbreitung des Krieges an den Grenzen des Landes, das Ausma‎ß der Korruption oder eine neue Pandemiewelle. 40 % der Rumänen beklagen sich über die Höhe ihrer Strom- und Gasrechnungen und sagen, dass dies der grö‎ßte Grund für ihre Beunruhigung in der kommenden Zeit ist. Ein Viertel der Befragten gibt an, sich Sorgen über steigende Preise für grundlegende Güter zu machen. Während 43 % der Rumänen eher pessimistisch sind, was den Lebensstandard im kommenden Winter angeht, geben lediglich 18 % an, dass sie optimistisch sind.

  • World Water Day 2021: Wasser und nachhaltige Entwicklung

    World Water Day 2021: Wasser und nachhaltige Entwicklung

    Letzte Woche wurde der Weltwassertag gefeiert. Der 22. März gilt seit 1993 als Weltwassertag. Der von den Vereinten Nationen aufgerufene internationale Tag erinnert alljährlich an die Besonderheiten der wesentlichsten Ressource allen Lebens. Der Weltwassertag 2021 stand unter dem Motto Valuing Water“ (Wasser wertschätzen“). Mit diesem Jahresthema wollten die Vereinten Nationen Menschen in aller Welt dazu aufrufen, sich Gedanken über die lebenswichtige Bedeutung von Wasser und seinen Wert zu machen. Wasser ist eine begrenzte Ressource, deren Wert es zunächst zu erkennen gilt, um es schätzen und schützen zu können. Es spielt eine wichtige Rolle in sämtlichen Bereichen des Lebens sowie für die biologische Vielfalt.



    Wasser ist die Grundlage allen Lebens und ein unverzichtbares Gut. Gerade im Hinblick auf den Klimawandel, sich ändernder Konsummuster und dem Bevölkerungswachstum sollen die Menschen sich mehr Klarheit über die Rolle und Leistungen des Wassers in allen Bereichen ihres Lebens und für die biologische Vielfalt verschaffen. Zum Weltwassertag gab es heuer vielfach Online-Veranstaltungen. Dadurch sollte auf die Knappheit der essenziellsten Lebensressource aufmerksam gemacht werden. 2,2 Millionen Menschen haben derzeit keinen Zugang zu Trinkwasser.



    Allerdings hat die Mehrheit der EU-Bürger einen guten Zugang zu hochqualitativem Trinkwasser. Das ist auch der Tatsache zu verdanken, dass die EU seit mehr als 30 Jahren gemeinschaftliche Gesetze über die Qualität des Wassers umsetzt. 2018 ersuchte die Europäische Kommission um eine Überarbeitung der Trinkwasser-Richtlinie als Reaktion auf die gemeinschaftliche Bürgerinitiative zum Recht auf Wasser (Right2Water“). Die neue Trinkwasser-Richtlinie wurde Ende letzten Jahres vom Europäischen Parlament verabschiedet. Sie sichert EU-weite Standards und einen verbesserten Zugang aller EU-Bürger zu Trinkwasser. Gleichzeitig stellt sie im Einklang mit dem im europäischen Grünen Deal angekündigten Ziel für eine schadstofffreie Umwelt (Null-Schadstoff-Ziel“) die weltweit höchsten Trinkwasserstandards sicher.



    Rumänien hat ein dichtes hydrographisches Netz, das zahlreiche Wasserläufe, natürliche Seen und Stauseen umfasst. Die vier gro‎ßen Flüsse Rumäniens (Mureș, Olt, Siret und Prut) münden in die Donau. Rumänien weist mehr als 2.500 Quellen auf. Au‎ßerdem sind 60% der Mineralquellen Europas hierzulande zu finden. Und doch haben einige kleinere Ortschaften und Randgebiete Schwierigkeiten mit dem Zugang zu Trinkwasser. In diesen Ortschaften gibt es weder ein Trinkwasserverteilungsnetz, noch Abwasserleitungen oder Anlagen zur Behandlung von Abwasser. Die Infrastruktur für die Verteilung des Trinkwassers und Abführung des Abwassers wurde erst in den letzten Jahren mit Hilfe von EU-Fördermitteln entwickelt.



    Der Weltwassertag 2021 wurde in Rumänien durch die Herausgabe eines Musikstücks markiert — Water Song“ / Das Wasserlied“. Das Lied wurde im Rahmen des Nationalen Programms Cantus Mundi“ herausgegeben. Das Programm bringt 60.000 Mitglieder zusammen. Water Song“ ist ein Videoclip, der Ton- und Videoaufnahmen von Kindern umfasst, die verschiedene Wasserläufe in der Natur beobachtet haben. Das Lied ist Teil der von der Vereinten Nationen durchgeführten Aufklärungs-Kampagne im Hinblick auf die Bedeutung des Wassers in unserem Leben, und zwar aus ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Perspektive.