Tag: Medikamente

  • Staatliche Rücklagen: In Rumänien sind keine Versorgungsengpässe zu erwarten

    Staatliche Rücklagen: In Rumänien sind keine Versorgungsengpässe zu erwarten




    Die russische Invasion der Ukraine ist ins Stocken geraten, die Situation an der Front unklar. Damit hat sich nicht nur die Lage der leidgeprüften Zivilbevölkerung in der Ukraine verschlechtert, der Krieg kann auch gefährliche globale Verwerfungen verursachen und die Energieversorgung und die Lebensmittelsicherheit in weiten Teilen der Welt bedrohen. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos warnte David Beasley, Exekutivdirektor des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen, vor den Konsequenzen der Blockade der ukrainischen Seehäfen durch die russische Kriegsmarine — damit habe Russland der weltweiten Ernährungssicherheit den Krieg erklärt, was in einigen Teilen der Welt sogar zu Hungersnöten führen könnte, so der UN-Beamte.



    Polen beschuldigte seinerseits Russland, die ukrainische Landwirtschaft zu sabotieren — durch die Bedrohung der Ernte könnte in Nordafrika eine Lebensmittelkrise entstehen, die zu Massenmigration führen könnte.



    Auch in Bukarest ist man über die Folgen einer Lebensmittelkrise und etwaiger Engpässe besorgt. Doch Georgian Pop, Leiter des Amtes für Staatsreserven und spezielle Rücklagen, versicherte im Gespräch mit Radio Rumänien, dass die strategischen Reserven des Staates erhöht und diversifiziert werden, um den Folgen des Kriegs in der Ukraine entgegenzuwirken. Der rumänische Staat habe für Krisensituationen Rücklagen an Grundnahrung, Treibstoff, Antibiotika und anderen Produkten angelegt, denn schlie‎ßlich habe man aus der Pandemie gelernt, sagt Georgian Pop:



    Ich sage Ihnen in voller Verantwortung, dass Rumänien keine Versorgungsprobleme hat, und damit appelliere ich auch an die Bevölkerung, sich nicht zu beunruhigen. Wir haben aus der Covid-19-Pandemie gelernt, und auch der Krieg in der Ukraine hat uns veranlasst, die Rücklagen zu diversifizieren. Wir haben aus der Situation in der Ukraine erfahren, welche Produkte eine Bevölkerung in Krisenzeiten unbedingt braucht. Der Vergleich mit den derzeitigen Reserven wird uns veranlassen, etwaige Lücken zu füllen.“



    Auch der rumänische Au‎ßenminister Bogdan Aurescu appellierte unlängst an die internationale Staatengemeinschaft, angesichts der Blockade der ukrainischen Häfen besser zusammenzuarbeiten, um einen Korridor für die Ausfuhr von Produkten aus der Ukraine — insbesondere von Getreide — zu sichern. In diesem Sinne könnte der rumänische Schwarzmeerhafen Constanța eine strategische Rolle spielen und ein Schlüsselelement für die Ausfuhr von Getreide werden, so der rumänische Chefdiplomat.

  • Corona: Hausärzte sollen mehr impfen

    Corona: Hausärzte sollen mehr impfen


    In Rumänien flaut die gegenwärtige Corona-Welle ab. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen ging auf unter 11.000 zurück und erreichte damit den niedrigsten Stand im Februar. Ein Rückgang ist nun auch auf den Intensivstationen zu beobachten. Die Behörden gehen davon aus, dass in etwa zwei bis drei Wochen die ersten Corona-Lockerungen vorgenommen werden können, sofern der derzeitige Trend anhält. Als Letzte wird wohl die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen fallen. Staatssekretär Raed Arafat erklärte, man werde die epidemiologischen Daten auswerten und schrittweise lockern. “Wahrscheinlich wird die Mindestfläche der Räume, in denen bestimmte Aktivitäten stattfinden, erhöht, die Maskenpflicht im Freien könnte fallen. Es gibt mehrere Ma‎ßnahmen, die schrittweise aufgehoben werden können, wenn der gegenwärtige Corona-Trend rückläufig bleibt, sowie der, der Krankenhauseinweisungen und der, der Gesamtzahl der Fälle.”





    Militärarzt Valeriu Gheorghiță, der die nationale Corona-Impfkampagne leitet, glaubt, dass sich die Situation in einem Monat aus epidemiologischer Sicht wahrscheinlich deutlich verbessern werde. Er kündigte gleichzeitig an, dass in der letzten Woche 138 Impfzentren in 28 Landkreisen geschlossen wurden, wobei zwei Impf- in Testzentren umgewandelt wurden und sieben weitere sowohl testen als auch impfen. Auch die Tätigkeit anderer Impfzentren wird auf den Prüfstand kommen. Er rechnet mit weiteren Schlie‎ßungen, wegen der niedrigen Impf-Willigkeit und weil die Behörden die Impfungen in den Hausarztpraxen ankurbeln wollen. Die Impfstoffdosen, die in Rumänien in der nächsten Zeit nicht verwendet werden, sollen gespendet oder weiterverkauft werden, sagte Valeriu Gheorghiță. “Wenn die Impfrate signifikant sinkt, werden wir einen Überschuss an Impfstoffen haben, wie es in allen europäischen Ländern der Fall ist. Das bedeutet aber nicht, dass diese Dosen keine Verwendung finden werden, sie werden entweder in einen Spendenmechanismus im COVACX-System eingehen oder weiterverkauft werden, dorthin, wo eine Nachfrage besteht”. Die Behörden versicherten auch, dass sowohl Krankenhäuser als auch öffentlichen Apotheken im ganzen Land ausreichende Vorräte an Medikamenten zur Corona-Behandlung haben.




    Der Impf-Wille der Bevölkerung ist nach wie vor gering. Bis zum 16. Februar erhielt Rumänien mehr als 32,4 Millionen Impfstoffdosen, von denen etwas mehr als 16,6 Millionen, entsprechend 51 %, verabreicht wurden. Knapp über 8 Millionen Menschen wurden vollständig geimpft.

  • Nebeneffekte der Pandemie: das Drama der Krebspatienten in Rumänien

    Nebeneffekte der Pandemie: das Drama der Krebspatienten in Rumänien

    Krebs ist die erste Todesursache in immer mehr Ländern der EU. Rumänien hält einen Negativrekord in Bezug auf die Sterblichkeitsrate, die durch diese Pathologie verursacht wird: Vor dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie starben jeden Tag mehr als 140 onkologische Patienten. Nach der Ausbreitung des Sars-CoV-2-Virus hat sich die Zahl der an verschiedenen Krebsarten Erkrankten, die täglich sterben, fast verdreifacht, wie uns der Präsident der Föderation der Krebspatientenverbände, Cezar Irimia, auf der Grundlage von Zahlen des Nationalen Instituts für Statistik (INS) mitteilte.



    Die Föderation der Krebspatientenverbände, die etwa 30 Verbände aus ganz Rumänien vertritt, schlug bereits im letzten Jahr Alarm, als die Krise im Gesundheitswesen gerade erst begann, und machte auf die Tatsache aufmerksam, dass die Sterblichkeit unter Krebspatienten in Ermangelung einer angemessenen medizinischen Versorgung wahrscheinlich ansteigen würde, weil sich alle auf Covid-19 konzentrieren. Nach einem Jahr hat sich dieses Szenario bestätigt, und wir können einen Schlussstrich ziehen und einige Schlussfolgerungen formulieren, die allerdings nicht endgültig sind, sagt Cezar Irimia:



    Wir glauben, dass einige der Strategien des Gesundheitsministeriums falsch waren. Zuerst, als sie eine Unterscheidung zwischen Covid- und Nicht-Covid-Krankenhäusern machten und den Zugang zur spezialisierten medizinischen Überwachung für chronische Patienten generell unterbrachen. Dann folgte die Anordnung, dass nur Notfälle in öffentliche Krankenhäuser eingeliefert werden dürfen, und das ist eine weitere Einschränkung, die nicht nur für Krebspatienten gilt. Diese Anordnung hat, wie wir sagen, zu vielen Opfern geführt. Die Tatsache, dass unsere Patienten keine spezialisierte Krankenhauspflege in Anspruch nehmen konnten, nicht überwacht wurden und ihre Medikamente nicht rechtzeitig bekamen, führte zum Verlust von Menschenleben. Das ist eine Statistik, die durch die Daten der Nationalen Krankenkasse bestätigt wird, das die Zahl der Menschen meldete, die aufgrund ihres Ablebens keine Sozialversicherungsleistungen mehr erhalten. Ich würde sagen, dass im Jahr 2020 in der Onkologie die Diagnoserate um 30–40% gesunken ist, und das wird sich am Ende dieses Jahres auswirken, wenn die neu diagnostizierten Menschen das Gesundheitssystem überfordern und zusätzliche Kosten zum Tagesdurchschnitt verursachen werden.“




    Unter normalen Bedingungen ist die Lebenserwartung heutzutage für die meisten Krebsarten hoch. Doch seit Ausbruch der Pandemie hat sich das Risiko, zu sterben, schlagartig verdreifacht. Die Patienten, die dringend diagnostiziert und behandelt werden müssen, werden von eben jenem Gesundheitssystem in Rumänien zum sicheren Tod verurteilt, das ein Meister sei, wenn es um vermeidbare Todesfälle, Krankenhausinfektionen, hohe Sterblichkeit und Unterfinanzierung durch den Staatshaushalt geht, sagt auch Cezar Irimia. Zu sagen, dass chronisch Kranke wegen der Pandemie Angst hätten, ins Krankenhaus zu gehen, sei seiner Meinung nach falsch:



    Welche grö‎ßere Gefahr kann es geben, als an Krebs zu sterben? Wir als chronisch Kranke hatten das Gefühl, dass wir während der Pandemie nur ein Ministerium für Covid hatten und dass nur Covid-Patienten wichtig waren. Sonst hat jeder versucht, auf eigene Faust zurecht zu kommen, und unser gro‎ßes Glück war, dass die Ärzte im Allgemeinen und die Onkologen im Besonderen sich mit den Patienten solidarisierten und nach der Einführung der kostenlosen Tests nach und nach damit begannen, ihre Patienten zu empfangen, ohne Angst vor einer Sars-CoV-2-Infektion zu haben. Das kostenlose Testen stellte das Vertrauen bei Ärzten und Patienten wieder her, das Gefühl, dass sie sich treffen und die Patienten eine Behandlung bekommen können. Aber ich wiederhole, immer noch unter den gleichen Bedingungen, mit Einschränkungen, Medikamentenmangel, immer noch begrenztem Zugang zu chirurgischen Behandlungen. Und ich kann Ihnen ein klares Beispiel aus dem Bukarester Onkologischen Institut geben: Während vor der Pandemie etwa 40 Operationen pro Tag durchgeführt wurden, sind es seit der Pandemie maximal 10 Operationen pro Tag. Es ist also alles auf ein Viertel zusammengeschrumpft. Wir vermuten, dass alle Patienten von dieser Situation betroffen sind, und das kann man in den Statistiken des INS sehen. Wir sagen nicht, dass die Ma‎ßnahmen, die zur Bekämpfung der Pandemie ergriffen wurden, keine guten Ma‎ßnahmen waren, aber wir sind kollaterale Opfer dieser Ma‎ßnahmen gewesen. Es gab keinen Überblick über das System als Ganzes, sondern nur eine ausschlie‎ßliche Konzentration auf diese Pandemie — zu unserem Nachteil.“




    Am 3. Februar stellte die Europäische Kommission im Vorfeld des Weltkrebstages einen Plan zur Krebsbekämpfung vor, eine Schlüsselpriorität und wichtige Säule für eine Europäische Union, die sich auf die körperliche Gesundheit ihrer Bürger konzentriert. Auf der Grundlage von Forschung und Innovation legt der Plan einen neuen Ansatz der Union für Prävention, Diagnose, Behandlung und Palliativversorgung fest — alles wichtige Teile desselben Puzzles und des Leidwegs eines jeden Krebspatienten. Die Föderation der Vereinigungen von Krebspatienten in Rumänien setzt gro‎ße Hoffnungen in diesen europäischen Plan. Dadurch angeregt würden die rumänischen Behörden letztendlich ihrerseits einen Plan und ein nationales Krebsregister ausarbeiten, hofft Cezar Irimia vom Dachverband der rumänischen Krebspatienten, der verbitterte Töne anschlägt:



    Zusammen mit den Onkologen — und nicht nur — haben wir als Krebspatientenvereinigung in Rumänien diesen Plan und ein nationales Krebsregister seit 2001 gefordert. Wir bitten die Behörden seit 20 Jahren, dies zu tun, und wir haben es immer noch keine konkreten Schritte gesehen. Das Fehlen dieses Nationalen Registers und vor allem des Nationalen Krebsplans hat zu diesen gro‎ßen Problemen im Leben der Patienten geführt, insbesondere während der Pandemie. Hätten wir einen Nationalen Krebsplan, wäre es für die Krebspatienten sicherlich viel besser gelaufen. Au‎ßerdem hätte das von uns geforderte Register die für die Onkologie bereitgestellten Mittel überwacht, hätte Statistiken über die Wirksamkeit der bei den Patienten angewandten Behandlungen geliefert, und das Jahresbudget für die Onkologie wäre auf der Grundlage der Statistiken dieses Registers festgelegt worden, und nicht aus dem Ärmel herausgezaubert, wie es jetzt geschieht. Also auch hier nur Unzulänglichkeiten! Es gab sicherlich Interessen, einen Nationalen Krebsplan und ein Nationales Krebsregister, das absolut alles, was in Bezug auf diese Pathologie passiert, überwachen würde, nicht zu implementieren. Wir hoffen einfach, dass wir Glück haben mit diesem Europäischen Krebsplan, der die Mitgliedstaaten irgendwie dazu zwingen wird, einen Nationalen Krebsplan zu erstellen. Obwohl ich denke, dass wir in der Europäischen Union so ziemlich das einzige Land sind, das keinen nationalen Krebsplan und kein nationales Krebsregister hat. Es ist klar, dass Rumänien auch in dieser Hinsicht sozusagen das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist. Deshalb haben wir so viele Millionäre, und die Friedhöfe sind währenddessen voller ehemaliger Patienten, die keine Überlebenschance hatten.“




    Krebs sollte nicht gleichbedeutend mit dem Tod sein, sagt ferner der Präsident der Föderation der Krebspatientenvereinigungen, Cezar Irimia, doch für Krebspatienten sei jeder Tag ein Kampf, und dem Gesundheitssystem käme eine überwältigende Rolle zu, sie in diesem Kampf zu unterstützen.

  • Wohltätigkeit in der Pandemie: NGO helfen Obdachlosen, chronisch Kranken und Senioren

    Wohltätigkeit in der Pandemie: NGO helfen Obdachlosen, chronisch Kranken und Senioren

    Abgesehen von den unvermeidlichen Gesundheitsproblemen hat die Pandemie 2020 die sozialen Dramen vertieft und manchmal sogar neue geschaffen — vor allem ältere Menschen, Obdachlose und Menschen mit verschiedenen chronischen Erkrankungen sind betroffen. Einigen von ihnen hilft seit 2011 der Verein Carusel, dessen Freiwillige soziale und medizinische Dienste für extrem gefährdete Gruppen anbieten. Der Geschäftsführer von Carusel, Marian Ursan, erzählte uns, wie das Jahr 2020 für den Verein und seine Leistungsempfänger war:



    Es war ein schreckliches Jahr. Die Menschen haben sich mit gro‎ßen materiellen Problemen konfrontiert. Und das schlie‎ßt Menschen ein, die es geschafft hatten, in den Gro‎ßstädten zu überleben, gerade dank der vielen Restaurants und Geschäfte, die geöffnet hatten und wo sie Hilfe bekamen. Aber darüber hinaus fühlten sich die Menschen auch in Stich gelassen. Zum einen, weil Krankenhäuser geschlossen wurden, und viele dieser Menschen leiden an chronischen Krankheiten wie Hepatitis, Tuberkulose, Aids. Weil der Zugang zu Krankenhäusern eingeschränkt war, konnten sie keine Behandlung erhalten. Die Gesundheitsdienste konzentrierten sich auf die Pandemie und alle anderen Aktivitäten wurden zwar nicht ganz aufgegeben, aber in den Hintergrund gedrängt. Wir hingegen setzten unsere Arbeit fort. Schon in den ersten Phasen der Pandemie beschlossen wir alle, dass wir unsere Türen nicht schlie‎ßen dürfen, und wir gingen die ganze Zeit über auf die Stra‎ße. Zusammen mit unseren freiwilligen Helfern boten wir hei‎ße Getränke, Essen, Desinfektionsmittel, Medikamente, Schlafsäcke und Decken an, alles, was uns einfiel, um es diesen Menschen leichter zu machen.“




    Doch einige Projekte des Carusel-Vereins konnten in dieser Zeit nicht weitergeführt werden, darunter die Mobile Dusche und die Nachtunterkunft Odessa“. Die Mobile Dusche, ein Lieferwagen, der in Bukarest herumfuhr, um Obdachlose mit elementaren Hygienediensten zu versorgen, wurde mit der Begründung geschlossen, dass der sich darin bildende Dampf zur Verbreitung des Coronavirus beiträgt. Und das Obdachlosenheim wurde geschlossen, weil der vorgeschriebene Abstand nicht gewährleistet werden konnte. Dennoch half der Verein Carusel den örtlichen Behörden, eine Lösung zu finden, um Obdachlose nachts in gemieteten Räumen unterzubringen.



    Ein weiteres Problem war natürlich die Verbreitung des Virus unter den Leistungsempfängern des Vereins, ein Problem, das Marian Ursan wie folgt beschreibt:



    Aber wer kümmert sich um diese Kategorie von Menschen? Natürlich gibt es Covid-19-Fälle unter ihnen, wir haben unsere Vermutungen, aber ich denke, das ist nur die Spitze des Eisbergs. Was die Behörden betrifft, wissen Sie, wer sich beispielsweise um Obdachlose erkundigt, nach Personalausweisen fragt, um diesen Leuten Geldstrafen aufzudonnern, falls sie keine haben? Die Polizei. Das ist die einzige öffentliche Behörde, die im Leben dieser Menschen ständig präsent ist.“




    Und doch versuchten im Jahr 2020 viele Nichtregierungsorganisationen, denjenigen, die es brauchten, eine helfende Hand zu reichen. Eine von ihnen ist der Seneca-Verein, der im Rahmen des Projekts Unsere Gro‎ßeltern“, das im März begann, als der Ausnahmezustand ausgerufen wurde, Lebensmittel und andere dingende Einkäufe an ältere Menschen lieferte, die zu Hause isoliert waren. Die Zahl der Empfänger ist mit der Zeit gewachsen, und derzeit decken die Freiwilligen 50 Städte und Dörfer im ganzen Land ab. Allein im Dezember lieferten sie 600 Pakete mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln aus, wie uns Anastasia Staicu berichtete:



    Wir versuchten zunächst, den älteren Menschen zu helfen, die ihre Häuser nicht verlassen durften. Aber wir fanden viele Menschen, die einfach niemanden in der Nähe haben, und Menschen, die, selbst wenn sie ausgehen dürften, sich die Einkäufe nicht leisten könnten. Also konzentrierten wir uns auf Orte, die schwerer zu erreichen waren, und wir ‚adoptierten‘ diese Gro‎ßeltern ohne Familien. Unsere Freiwilligen helfen ihnen seit März.“




    Aber, wie Anastasia Staicu uns weiter erzählte, ist das, was diese Gro‎ßeltern brauchen, nicht immer etwas Materielles:



    Ihre emotionalen Bedürfnisse sind die gleichen wie unsere. Unsere grö‎ßte Angst ist vielleicht die Angst vor dem Alleinsein, und die Pandemie hat diese Angst weiter vertieft. Ich glaube nicht, dass es jemanden gibt, der nicht unter dem Mangel an menschlichem Kontakt und Wärme gelitten hat. Im Jahr 2021 werden wir also etwas Neues in das Projekt einbringen. Das Nationale Museum für Zeitgenössische Kunst organisiert unterschiedliche Workshops für Kinder, und einige dieser Kinder haben keine Gro‎ßeltern und würden gerne welche symbolisch adoptieren. Diese älteren Menschen werden also ab dem nächsten Jahr zusätzlich zu den Lebensmitteln und Hygieneartikeln auch Briefe von Kindern in ihren Paketen finden.“




    Sowohl der Verein Carusel als auch das Projekt Unsere Gro‎ßeltern“ werden auch im Jahr 2021 das Leben der Schwächsten unter uns leichter machen.

  • Pandemien: Wie anfällig sind wir für Viren?

    Pandemien: Wie anfällig sind wir für Viren?

    Definiert als ein infektiöser Prozess, der in einer geographischen Region auftritt, sich über sehr gro‎ße Gebiete ausbreitet und einen gro‎ßen Prozentsatz der Bevölkerung infiziert, wird die Pandemie durch einen Stamm des infektiösen Erregers hervorgerufen, gegen den die Bevölkerung keine antigenische Erfahrung hat. Wegen des neuen Coronavirus, dessen Auftritt erstmals im Dezember letzten Jahres in China gemeldet wurde und das den Namen SARS COV-2 erhielt, steht die Pandemie nun im Mittelpunkt aller Pressemitteilungen und bündelt alle Anstrengungen weltweit.



    Es handelt sich jedoch bei weitem nicht um die erste Pandemie, denn die Menschheit hat im Laufe der Zeit mehrere Episoden von mehr oder weniger ähnlichem Ausma‎ß erlebt, die ihre Spuren hinterlassen haben. Wir sprechen von Pandemien wie den Pocken von 1870–1874 oder von Influenzapandemien: In der Geschichte des 20. Jahrhunderts gibt es drei gro‎ße Influenza-A-Pandemien — die Spanische Grippe im Jahr 1918, die ihren Ursprung in China hatte und weltweit zum Tod von ca. 50 Millionen Menschen führte; die Asiatische Grippe im Jahr 1957, die etwa 1,1 Millionen Opfer forderte, bzw. die Vogelgrippe, die 1997 ausbrach und Millionen von Hausvögeln und mehrere hundert Menschen infizierte, von denen 168 starben. Weitere wichtige Herausforderungen sind im Laufe der Zeit die HIV/AIDS-Epidemie, der Ausbruch von Ebola in Afrika oder die Masern, die ohne Impfung zu häufigen Ausbrüchen führen. Dann gibt es auch das Respiratorische Syndrom des Nahen Ostens (MERS) und das ehemals schwere akute Atemnot-Syndrom (SARS COV-1), das 2002 in Hongkong aufgetreten ist. Und damit das Bild vollständig ist, muss man noch an die Fleckfieber-Epidemien erinnern, die zwischen 1914 und 1922 in Osteuropa und in den USA Millionen von Opfern forderten, etwa 300 000 davon in Rumänien. In Zahlen ausgedrückt, liegt die tragische Bilanz der Pandemien bei etwa 200 Millionen Menschen.



    Wie anfällig sind wir für Viren? Es ist schwierig, diese Frage genau zu beantworten, denn selbst wenn die Impfstoffe es schaffen, die Situation mit den bereits bekannten Viren unter Kontrolle zu halten, bleibt die Anfälligkeit für ein neu aufgetauchtes Virus, also mit einem unbekannten Verhalten immer bestehen. Dafür muss eine Behandlung identifiziert und in kürzester Zeit ein Impfstoff entwickelt werden. Dan Zaharescu, der Exekutivleiter des rumänischen Verbands der internationalen Arzneimittelhersteller, der von Radio Rumänien eingeladen wurde, um verschiedene Aspekte der SARS-COV-2-Pandemie zu analysieren, sprach über die Bedeutung dieser beiden Werkzeuge zur Virenbekämpfung — Behandlung und Impfstoff:



    Beide sind gleichwichtig. Natürlich ist aus der Sicht der öffentlichen Gesundheit der Impfstoff der wichtigste, weil er die Komponente ist, die die wirksamste Schutzlösung für die weite Bevölkerung bietet. Aber für diejenigen, die bereits mit diesem Virus infiziert sind, ist eine Behandlung unerlässlich. Und da wir über die Behandlung sprechen, wissen wir alle, dass es derzeit kein Medikament zur Behandlung der mit dem SARS-COV-2-Virus erkrankten Patienten gibt. Allerdings gibt es derzeit weltweit etwa 82 klinische Studien mit bereits existierenden Medikamenten, für die bereits die Erweiterung der therapeutischen Indikation bei der Behandlung gegen dieses Virus erprobt wird. Andererseits ist es sehr wichtig, unsere Hoffnungen in die in laufende Entwicklung von Impfstoffen zu setzen.“




    Doch wie weit sind wir davon entfernt, einen Impfstoff gegen das neue Coronavirus zu finden, das bereits über 2 Millionen Infektionen verursacht und zum Tod von etwa 130 Tausend Menschen geführt hat?



    Die Anstrengungen, die im Moment unternommen werden, sind gewaltig, es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, der weitergeht, um einen neuen Impfstoff zu finden, und ich kann Ihnen sagen, dass bei der Verbrennung einiger Etappen im Prozess der Entdeckung eines neuen Impfstoffs eine absolut au‎ßergewöhnliche Leistung erbracht wurde. Sieben Wochen nach der Genom-Kartierung dieses Virus wurde bereits ein Produkt, ein Impfstoff, eingeführt, der in die so genannte Phase-1-Studie eintrat. Unter Phase-1-Studie versteht man die Untersuchung gesunder Patienten und die Prüfung der unerwünschten Wirkungen, oder wie schädlich der Impfstoff für eine gesunde Person sein kann. Nach der ersten Phase der klinischen Studie folgt die zweite Phase der klinischen Studie, die an einer grö‎ßeren Anzahl von Probanden durchgeführt wird. Dabei sprechen wir von mehreren hundert wiederum freiwilligen Probanden. Hier werden die Sicherheit und Immunogenität bewertet, die für den Impfstoff erforderliche Dosis analysiert und der Verabreichungsplan des Impfstoffs festgelegt, um seine Wirksamkeit zu gewährleisten. Und dann gibt es die klinische Studie der Phase Drei, die in der Regel mehrere Monate dauert, zwei, drei, vier Monate, um die Sicherheit und Wirksamkeit des gro‎ß angelegten Impfstoffs zu bewerten. Es wird auch die Verabreichung dieses Impfstoffs gleichzeitig mit anderen Impfstoffen analysiert, so dass es keine Interferenzen zwischen ihnen gibt und keine anderen Probleme auftreten. Am Ende dieser Phasen der klinischen Forschung gilt das Dossier für die Zulassung dieses Impfstoffs als fertig gestellt. Das Verfahren für die Zulassung eines Impfstoffs könnte, wenn es im Schnellverfahren durchgeführt wird, einige Monate, zwei oder drei Monate dauern, so dass bis zur Zulassung eines Impfstoffs im besten Fall sechs bis acht Monate vergehen könnten.“




    Diese weltweiten Forschungsanstrengungen werden mit hunderten von Millionen Euro unterstützt, wobei die Endbeträge in der Grö‎ßenordnung von Milliarden liegen. Insgesamt werden weltweit rund 80 Impfstoffe entwickelt, die am weitesten fortgeschrittenen in den USA und China. Unter den Impfstoffen, die derzeit in präklinischen Phasen getestet werden, befindet sich auch der Impfstoff der Forscher von OncoGen (dem Zentrum für Gen- und Zelltherapien in der Krebsbehandlung) im westrumänischen Timişoara (Temeswar).

  • In Rumänien steht die Grippeepidemie vor der Tür

    In Rumänien steht die Grippeepidemie vor der Tür

    Rumänien mu‎ß in letzter Zeit gegen viele Probleme kämpfen: die tägliche Abwertung der Landeswährung Leu in Relation zu den wichtigsten Währungen, das Extremwetter mit schweren Witterungen und Notsituationen und auch die Gefahr einer Grippeepidemie.



    Die Gesundheitsbehörden werden diese Woche entscheiden, ob sie die Grippe-Epidemie auf nationaler Ebene erklären. Die Gesundheitsministerin Sorina Pintea forderte das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit auf, bis Dienstag die landesweite Situation der Grippeerkrankungen zu veröffentlichen. Sollte der Bericht eine dritte aufeinander folgende epidemische Woche bestätigen, werde in Rumänien eine Grippe-epidemie erklärt, so die Gesundheitsministerin. Die Behörden haben angekündigt, dass in dieser Saison 43 Menschen durch das Grippe-Virus ums Leben gekommen sind, in Vergleich zu 4 Toten im letzten Winter. Die meisten Verstorbenen waren nicht geimpft und waren bereits anfällig, weil sie auch an anderen Krankheiten litten.



    Auch in den Schulen ist die Zahl der Grippeerkrankungen stark angestiegen. Die Gesundheitsbehörden meldeten fast 6.000 Grippefälle bei Schulkindern. Aus diesem Grund hat das Bildungsministerium auf Anforderung des Gesundheitsministeriums die Kurse am Freitag, dem 25. Januar, in allen Schulen des Landes ausgesetzt. Am Montag mu‎ßten aber etwa drei Millionen rumänische Schüler und Vorschulkinder wieder zum Unterricht erscheinen. Bildungsministerin Ecaterina Andronescu sagte, dass die Schulen in dieser Woche nicht geschlossen werden, da das Semester bald zu Ende geht. Den Schülern stehen noch einige schriftliche und mündliche Prüfungen bevor, damit die Lehrer die Semesterzeugnisse ausstellen können. Im Zusammenhang mit der Ausbreitung von Infektionen der Atemwege empfiehl Bildungsministerin Ecaterina Andronescu den Eltern, ihre Kinder zuerst zu einem Arzt zu bringen, wenn Grippe- oder Erkältungssymptomen auftreten. In den Schulen müsse man jeden Morgen eine medizinische Grippe-Kontrolle durchführen und die kranken Schüler nach Hause schicken, sagte noch die Bildungsministerin.



    Die Gesundheitsbehörden empfehlen den Bürgern, bei grippeähnlichen Symptomen den Hausarzt aufzusuchen, da jeder Arzt antivirale Medikamente verschreiben kann. Ferner sollten die Kranken zu Hause bleiben und die Hygienema‎ßnahmen strikt einhalten. Wesentlich hierfür sei das Händewaschen. In den Krankenhäusern, die Atemwegerkrankungen behandeln, werden die Bestände an antiviralen Medikamenten aufgestockt und das medizinische Personal wird gegen Grippe geimpft. Sowohl dem medizinischen Personal als auch den Besuchern steht eine angemessene Schutzausrüstung zu Verfügung — Hygienemasken mit Mundschutz, Handschuhe, Arztmäntel und Arztkittel. Die Gesundheitsexperten warnen, dass nach zentralisierten Daten der letzten 15 Jahre der Höhepunkt der Grippeepidemien im allgemeinen Mitte März auftritt.

  • Medikamentenfälschung: Unkenntnis und inkohärente Gesundheitspolitik fördern Schwarzmarkt

    Medikamentenfälschung: Unkenntnis und inkohärente Gesundheitspolitik fördern Schwarzmarkt

    Laut dem Internationalen Forschungsinstitut für gefälschte Medikamente sei eines von zwei Arzneimitteln, die online verkauft werden, gefälscht. Au‎ßerdem sei nur eine Online-Apotheke von 20 legal. In Rumänien ist die Lage noch nicht so schlimm, allerdings auch nicht rosig.



    Vor kurzem wurde in Bukarest der erste Monitoring-Bericht über den Online-Handel mit Medikamenten aus unkontrollierten Quellen veröffentlicht. Der Bericht dokumentiert den illegalen Internethandel von rezeptpflichtigen Medikamenten und warnt vor der ernsthaften Gefahr für die öffentliche Gesundheit, die dahinter steckt. Untersucht wurden sämtliche Produkte, die in der Liste des Nationalen Onkologie-Programms sowie des Nationalen Programms für seltene Krankheiten in den letzten 5 Jahren vorkamen. Darüber hinaus wurde auch die Impfstoffliste untersucht — so Dan Miclea, der Generaldirektor von Media Kompass, dem Unternehmen, das den Bericht verfasste. Festgestellt wurde, dass krebskranke Patienten am häufigsten der vom illegalen Medikamentenhandel ausgehenden Gefahr ausgesetzt seien. Dan Miclea fasst die Ergebnisse des Berichtes zusammen:



    Es ist sehr wichtig, den Patienten zu erziehen, zu unterrichten. Patienten, die sich in einer verzweifelten Lage befinden — wie z.B. krebskranke Patienten — stehen unter Zeitdruck. Sie sind nicht bereit, zu warten, bis eine normale Behandlungslösung gefunden wird. Patienten, die unter einer chronischen Krankheit leiden, haben mehr Zeit zur Verfügung, sie können es sich leisten, zu warten. Für die Erziehung und die Unterrichtung sind die zuständigen öffentlichen Behörden verantwortlich. Womöglich auch die Zivilgesellschaft und die Massenmedien. Es ist wichtig, dass die Journalisten ihren Teil der Arbeit leisten, dass sie journalistisch ermitteln. Au‎ßerdem ist eine deutliche Gesetzgebung notwendig.“




    Unterinspektor Răzvan Marinică arbeitet bei der rumänischen Polizei in der Abteilung für Ermittlungen gegen Wirtschaftsverbrechen. Illegale Händler laufen Gefahr, strafrechtlich bestraft zu werden. Ihre Tat könnte als Steuerhinterziehung, Geldwäsche oder Online-Verkauf von gefälschten Medikamenten eingestuft werden, so der Unterinspektor:



    Die Gesetzgebung ist ziemlich undeutlich, daher haben wir Schwierigkeiten. Ich beziehe mich vor allem auf den Artikel im Strafgesetzbuch, in dem der Verkauf von gefälschten Medikamenten erwähnt wird. Da wird nur auf die Fälschung der Kennzeichnung, des Logos, nicht aber auf die Fälschung des Arzneimittels, seiner Zusammensetzung Bezug genommen. Wir haben es mit verbrecherischen Netzwerken zu tun. Weder die Einfuhr von Medikamenten, noch der spätere Verkauf im Internet werden angemeldet. Die Erträge werden durch unterschiedliche Methoden verschleiert.“




    Die Abgeordnetenkammer arbeitet derzeit an einem Gesetzentwurf, der den Rahmen für die Tätigkeit von Online-Apotheken festlegen soll. Die fehlenden Informationen oder die Bildungsferne seien nicht der Grund, warum Patienten aus illegalen Quellen kauften, behauptet Cezar Irimia. Der Vorsitzende des Verbandes chronisch kranker Patienten bemängelt eher die Politik in dem Bereich.



    Ich kenne Patienten, die im Internet eingekauft haben, ich kenne Patienten, die reingelegt wurden, und ich kenne Patienten, die Kreide gegessen haben, die sehr schön in Form einer Tablette angeboten wurde. Sie haben gemerkt, dass etwas nicht stimmte, denn sie haben Fieber entwickelt und haben dann die Tabletten ins Labor zur Untersuchung gebracht. Oder noch ein Beispiel: Sie haben Medizinalkohle geschluckt, die als Zytostatikum verpackt war. Die Patienten wussten nicht, wie das Arzneimittel auszusehen hatte, sie dachten, es muss eben schwarz sein. Und diese Opportunisten kommen in Krisensituationen und sie bieten ihre Produkte nicht nur im Netz an, sie kommen bis vor das Tor des Krankenhauses. Wie ist es dazu gekommen? Da müssen sie unsere Regierung fragen. Die fehlende Kohärenz in der Gesundheitspolitik hat diese Katastrophen verursacht. Es sind einige billige Arzneimittel verschwunden, die aber in der Krebsbehandlung eine entscheidende Rolle spielen. Das ist die katastrophale Preispolitik, die das Gesundheitsministerium führt. Also sind viele Medikamente vom Markt genommen worden, während die wirtschaftlich effizienten Produkte in den Export gehen. Es gibt Berichte von deutschen Journalisten, die bei ihren Ermittlungen herausgefunden haben, dass 90% der nach Deutschland importierten Arzneimittel aus Rumänien stammen.“




    Nicolae Fotin, der Vorsitzende der Landesagentur für Arzneimittel und Medizinausstattung, spricht von Präventionsma‎ßnahmen gegen die Verbreitung von gefälschten Medikamenten. Ferner warnt er vor den vielfachen Risiken, denen sich Patienten aussetzen, wenn sie Medikamente aus nicht autorisierten Online-Quellen kaufen.



    Die Tatsache, dass die Herkunft des Arzneimittels unbekannt ist, dass der Hersteller nicht bekannt ist, dass man sich nicht sicher ist, ob der Wirkstoff auch enthalten ist, ob die Konzentration stimmt usw. — die Risiken für die Gesundheit können extrem hoch sein. Wenn wir etwa von den Impfstoffen reden, wissen wir alle, dass sie sehr empfindlich sind, sie müssen kühl transportiert und aufbewahrt werden. Andere bei 28 Grad, andere können tiefgefroren werden, andere nicht. Wenn die empfohlene Temperatur nicht eingehalten wird, haben wir die Impfung umsonst verabreicht. Auch wenn es eine genehmigte Impfung ist, verliert sie ihre Wirkung, da die Stabilitätskriterien nicht erfüllt sind. Jegliche Abweichung von diesen Kriterien bedeutet eine Abwertung. Die Abwertung steht in direkter Verbindung zur Wirksamkeit und den Nebenwirkungen.“




    Darüber hinaus sind Fälle bekannt, in denen die gefälschten Arzneimittel giftige Stoffe enthielten, wie etwa Merkur oder Rattengift. Also müsste jeder von uns, noch vor den gesetzlichen Verfahren der zuständigen Behörden, beim Online-Kauf von Medikamenten den rechtlichen Hintergrund des Händlers und das Logo überprüfen, das die Genehmigung des jeweiligen Onlineportale bescheinigt.

  • Hörerpostsendung 22.1.2017

    Hörerpostsendung 22.1.2017

    Von unserem Hörer Georg Schafheitle (aus Singen am Hohentwiel, Baden-Württemberg) erreichte uns ein Postbrief, in dem er sich Gedanken über die Zukunft der Kurzwelle und das weltweite Geschehen in Politik und Gesellschaft macht:



    Werte Damen und Herren,



    Radio Rumänien ist nun noch der einzige KW-Sender in den gewöhnlichen KW-Bändern, der hier im Haus noch gut empfangbar ist. Sonst muss ich z.B. mit dem Auto auf einen Parkplatz am Stadtrand fahren, um mit einen kleinen Welt-Taschenempfänger die KW-Stationen empfangen zu können, z.B. TRT Ankara oder VOV aus Hanoi bzw. IRIB aus Teheran. Grund dafür ist stromnetzbezogenes Internet (Power Line) als Infoträger. Mit dieser Technologie werden sämtliche KW-Bänder verrauscht und verseucht. Mir ist nicht klar, weshalb man das zulassen konnte. Es ist eine enorme Beeinträchtigung des KW-Radiohörens.



    Die zeitgenössische Welt steht vor gro‎ßen Problemen. Dazu zählt auch der gefährliche globale Klimawandel, mitverursacht durch eine wahnsinnige und übertriebene Evolution. Es gibt auch zu viele Ungerechtigkeiten in der Welt, von denen der Frieden bedroht ist. Im Jahr 1945 ist Deutschland zusammengebrochen, und ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass vergleichbare Katastrophen in Syrien und im Irak entstehen können. Mit der Lernfähigkeit scheint es nicht zum Besten bestellt zu sein. Das stimmt mich sehr traurig, ebenso die vielen und unsinnigen Terrorakte des IS.



    Ich wünsche Ihrem Land alles Gute, viel Prosperität, Humanität und den Frieden.




    Herzlichen Dank für Ihre Zeilen, lieber Herr Schafheitle. Es tut mir leid, dass Sie Empfangsprobleme wegen der Power-Line-Infrastruktur in Ihrem Wohngebiet haben. Offenbar hält man die Kurzwelle für ein Auslaufmodell und daher hat man sich keine Gedanken gemacht, dass das stromnetzbezogene Internet Störungen verursacht. In Rumänien ist diese Art der Internetversorgung nicht gebräuchlich, in Gro‎ßstädten bekommen wir Zugang zum weltweiten Netz überwiegend durch Glasfaserkabel.




    Gedanken zum neuen Jahr macht sich auch Lutz Winkler (der in Schmitten, Taunus, zu Hause ist). Folgende Zeilen schickte er uns per E-Mail:



    Das Jahr 2017 hat nun begonnen und ich bin sehr skeptisch, was dieses Jahr bringen wird. Wenn ich die Statements des neuen amerikanischen Präsidenten höre, dann läuft es mir kalt den Rücken runter. Ihn interessiert nicht das Land, er sieht die USA als Wirtschaftsunternehmen. Und mit Verlaub: Einige Aussagen sind einfach dumm. Daher war ich schon etwas schockiert über die Wahl der Persönlichkeit des Jahres 2016 bei RRI. Nicht viel besser sieht es aber in Europa aus: Die Wahlen in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland werden einen Rechtsruck bringen. Also: Das neue Jahr wird spannend.



    Im Sozialreport berichteten Sie über die Pflegebranche in Rumänien. Das ist auch in Deutschland ein hei‎ßes Eisen. Eine ganze Pflegeindustrie aus Osteuropa zieht durch Deutschland und bietet ein 7-Tage- und 24-Stunden-Service an. Ohne Urlaub und mit doch recht bescheidenem Gehalt. Wenn ich die Frauen in unserem Ort sehe, wenn sie sich zu einem Kaffee treffen, dann sehe ich immer erschöpfte und traurige Gesichter. Ich bin da immer verwundert: Bei jedem anderen Arbeitnehmer müssen recht viele Vorschriften eingehalten werden — nicht mehr als 10 Stunden am Tag arbeiten, Pausenregelungen, Mindestlohn usw. Für diese Gruppe der ausländischen Pflegerinnen scheint dies nicht zu gelten, diese Frauen machen den härtesten Job der Welt und werden (auch von den jeweiligen Vermittlern) schäbig behandelt. Meine Frau arbeitet derzeit in einem Pflegeheim. Dort arbeitet sie auch mit vielen rumänischen Kräften zusammen. Leider sind die Erfahrungen nicht immer positiv — das grö‎ßte Problem: die Sprache. So arbeiten die Pflegehilfskräfte stumm an den Pflegebedürftigen. Was gerade in der Pflege nicht sinnvoll ist.



    Solange die gesellschaftliche Stellung dieser Menschen nicht geändert wird, solange wird sich auch an den katastrophalen Zuständen in dieser Branche nichts ändern.




    Vielen Dank für Ihre Zeilen, lieber Herr Winkler. Zur Persönlichkeit des Jahres bei RRI muss ich sagen, dass sie von den Hörern aller Sprachredaktionen bestimmt wird, es ist also eine einfache Sache der mathematischen Mehrheit. Wir schlagen keine Persönlichkeit vor, die Hörer selbst reichen ihre Vorschläge ein, und der Name, der am häufigsten genannt wird, wird schlie‎ßlich zur Persönlichkeit des Jahres. Es liegt auf der Hand, dass die Hörer aus dem deutschsprachigen Raum da mit hoher Wahrscheinlichkeit überstimmt werden, denn die englische, französische und spanische Redaktion haben da viel mehr Hörer, dazu noch in der ganzen Welt. Vergangenes Jahr war ja die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Persönlichkeit des Jahres 2015 gekürt worden — allem Anschein nach aufgrund vieler Hörerstimmen aus dem arabischen Raum.




    Unser Hörer Fritz Andorf (aus Meckenheim, NRW) meldete sich ebenfalls per E-Mail, gleich nach dem Funkbriefkasten von vergangener Woche. Unter anderem bezog er sich ebenfalls auf das Thema Altenpflege in Rumänien:



    Liebes RRI-Team,



    zu Beginn des neuen Jahres wünsche ich Ihnen und Ihren Familien alles Gute, beste Gesundheit, viel Glück und privaten und beruflichen Erfolg.



    Nun habe Sie, lieber Sorin Georgescu, Ihren Weihnachtsurlaub beendet, und heute gab es endlich wieder eine neue Ausgabe der beliebten Hörerpostsendung. Ich litt schon fast unter Entzugserscheinungen. Und Sie haben den Hörern Mut gemacht, trotz ausbleibender Empfangsbestätigungen weiter zu schreiben, denn auch für 2017 haben Sie wieder eine attraktive QSL-Karten-Serie angekündigt. Jetzt bin ich erst einmal gespannt auf die in Aussicht gestellten Bestätigungen für die monatlichen Empfangsberichte des letzten Jahres. Nach meinen Aufzeichnungen wurden bisher nur die Berichte von Januar und März bestätigt. Da dürfte ja einiges an Arbeit auf Ihre Postbearbeiterin zukommen. Nun, bei den Sammelbestätigungen in einem Umschlag spart man wenigstens einiges an Porto ein.



    Gut gefallen hat mir das Gedicht des mir persönlich bekannten Erfurter Hörers Hermann Heyne-Pietschmann. Und auch der von ihm gewünschte flotte Reigentanz (Kusstanz“) war ganz nach meinem Geschmack. Apropos Musik: Das heutige Programm war wieder einmal wie in früheren Zeiten durch einige schöne Musikeinlagen aufgelockert. Neben dem Kusstanz gefiel mir besonders der flotte Song am Schluss der Sendung.



    In der Sonntagsstra‎ße“ wurde u.a. die Misere in der Altenpflege Rumäniens thematisiert, wo sich vermehrt Illegale tummeln und schwarz arbeiten, weil ihnen die nötige Qualifizierung fehlt. Beteiligt sich denn auch in Rumänien der Staat bzw. die Versicherung an den Kosten der Altenpflege, und gibt es auch eine entsprechende Pflegeversicherung?




    Vielen Dank für Ihre Zeilen, lieber Herr Andorf, und für die Wünsche zum neuen Jahr, die wir gerne erwidern. Der rumänische Staat tut tatsächlich nur sehr wenig im Bereich der Alterspflege. Zwar steht pflegebedürftigen Personen kraft des Gesetzes Unterstützung durch qualifiziertes Personal zu, doch in Wirklichkeit ist diese Aktivität überwiegend an Privatfirmen abgetreten worden, die — wie in unserem Bericht im Sozialreport erwähnt — Verträge mit den Kommunalbehörden abschlie‎ßen. Doch oft fehlt es den Kommunen am Geld, und so sind die Senioren meistens auf die Familie und private Einrichtungen angewiesen. Die staatlichen Pflegeeinrichtungen sind chronisch unterfinanziert, im vergangenen Jahr war die staatliche Zuwendung pro pflegebedürftige Person auf umgerechnet gerad mal 132 € im Monat angehoben worden. Dass das vorne und hinten nicht reicht, liegt auf der Hand. Wer sich also keinen privaten Service in diesem Bereich leisten kann, ist schlicht existenziell bedroht.




    Passend zum Thema hatte auch unser Hörer Siegbert Gerhard (aus Frankfurt am Main) einige Fragen:



    Liebe Freunde von Radio Rumänien International, lieber Sorin Georgescu,



    ich höre sehr gerne das RRI-Programm am Sonntag, weil hier meine Lieblingsprogramme ausgestrahlt werden: Neben der touristischen Radiotour und dem Funkbriefkasten gibt es mit der Sonntagsstra‎ße den idealen Streifzug durch die RRI-Programmhöhepunkte der Woche, eine elegante Möglichkeit, verpasste Programme zu hören!



    Heute habe ich einige Fragen zu Medizin, Gesundheit und ärztlicher Versorgung.



    Erfahrungsgemä‎ß dürfte es — wie in Deutschland auch — in Ballungsgebieten die meisten Kliniken, Ärzte und Fachärzte geben. Wie aber sieht es mit der Ärzteversorgung auf dem Lande aus?



    Schulmedizin, Homöopathie oder traditionelle Hausmittel — was bevorzugen die Rumänen?



    Apotheken und Medikamente: In Ballungslagen gibt es in Deutschland in manchen Einkaufsstra‎ßen bis zu fünf Apotheken. Dennoch gilt: Konkurrenz gibt es kaum — im Hinblick auf Medikamente zählt Deutschland zu den hochpreisigen Ländern. Einzig im Internet gibt es für frei verkäufliche Arzneimittel mit bis zu 70 Prozent erhebliche Nachlässe. Wie ist das mit den Apotheken und den Medikamentenpreisen in Rumänien?



    Der Empfang der RRI-Kurzwelle ist signalstark und in bester Audioqualität möglich. RRI hat in allen Wellenbereichen sehr gute Kurzwellensignale im Funkäther. Die QSL-Serie 2017 mit Burgen und Schlössern interessiert mich sehr. Vielen Dank im Voraus für Ihre freundliche QSL-Bestätigung.




    Lieber Herr Gerhard, vielen Dank für Ihre Zeilen. Die ärztliche Versorgung auf dem Lande ist in vielen Gebieten katastrophal. Fachärzte gibt es dort kaum, wenn es eine Arztpraxis überhaupt gibt, dann nur eine für mehrere Gemeinden, die vielleicht zweimal in der Woche von einem Arzt aus der Stadt aufgesucht wird. Doch selbst in Ballungsräumen und Gro‎ßstädten werden die Ärzte rar, denn viele ziehen aufgrund besserer Einkommensverhältnisse ins Ausland — nicht wenige davon nach Deutschland. Nach einer Statistik der deutschen Bundesärztekammer vom 31. Dezember 2015 stammten die meisten ausländischen Ärzte, die in Deutschland tätig sind, aus Rumänien. Konkret steht dort: Die grö‎ßte Zahl ausländischer Ärzte kommt aus Rumänien (4.062), Griechenland (3.017) und Österreich (2.573), gefolgt von Syrien (2.149).



    Was die Apotheken und Medikamentenversorgung anbelangt, ist es ziemlich ähnlich mit der Situation, die Sie für Deutschland beschrieben haben. Es gibt mehrere gro‎ße Apotheken-Ketten, die überproportional vertreten sind. So ist es dann auch hier so, dass an gro‎ßen Hauptstra‎ßen fünf oder sogar mehrere Apotheken in unmittelbarer Nähe zu finden sind. Die Preise unterscheiden sich da nicht wesentlich, die Apotheken bieten zwar sogenannte Ermä‎ßigungskarten, mit denen man Preisreduzierungen von 5-10% erhalten kann, einen merkbaren Unterschied gibt es aber nicht. Und — wiederum ähnlich wie in Deutschland — gibt es auch einige Online-Apotheken, wo man tatsächlich Nachlässe um bis zu 70% erhält, bzw. ist das der korrekte Preis im Vergleich zum Preisaufschlag der gro‎ßen Apotheken-Ketten. Also nichts Neues unter der Sonne, die Pharma-Industrie und die Apotheken sind einfach nur profitable Geschäfte.




    Zum Schluss die Posteingangsliste. Postbriefe erhielten wir von Georg Schafheitle, Christoph Paustian, Hermann Staiger, Jürgen Wegner und Günter Schulz (alle aus Deutschland). E-Mails erhielten wir von Lutz Winkler, Bernd und Willi Seiser, Georg Barth, Bernd Beckmann, Andreas Pawelczyk, Fritz Andorf, Siegbert Gerhard, Dieter Feltes, Klaus Albert, Volker Willschrey, Herbert Jörger, Alexander Buşneag, Marco Hommel und Michael Reiffenstein (alle aus Deutschland) sowie von Friedrich Albert (aus Österreich) und Dmitrij Kutusow (aus Russland). Das Internetformular nutzten Roger Weber, Klaus Albert und Dieter Sommer (alle drei aus Deutschland) sowie Paul Gager (aus Österreich).




    Audiobeitrag hören:




  • Arzneimittel: Gestaffelte Preissenkung bei Patentprodukten

    Arzneimittel: Gestaffelte Preissenkung bei Patentprodukten

    In Rumänien sieht die geltende Preispolitik bei Arzneimitteln vor, dass der Hersteller eines innovativen Produkts nach Ablauf seines Patents eine erhebliche Preissenkung vornehmen muss: Fünf Jahre nach Markteinführung muss das Arzneimittel um 35% billiger werden, bis auf das Preisniveau des billigsten Alternativmittels. Aus diesem Grund sind bestimmte Arzneitmittel bereits so billig, dass die Hersteller teilweise ihre Produkte nicht mehr nach Rumänien liefern. Praktisch sind diese Medikamente in den Krankenhäusern und Apotheken zur Verzweiflung der Patienten nicht mehr verfügbar.



    Laut Statistiken sind allein im vergangenen Jahr 1057 Arzneimittel von den Herstellern und den Händlern vom rumänischen Markt zurückgenommen worden. Jetzt will man das Phänomen stoppen und zudem verhindern, dass sich das sogenannte Parallel-Exportgeschäft weiter entwickelt. Das bedeutet, dass in Rumänien billig erworbene Arzneimittel mit hohen Gewinnmargen weiter nach Deutschland und Frankreich verkauft werden.



    Zu den neuen Regeln des Gesundheitsministeriums in Bukarest gehört eine gestaffelte Preissenkung. Dazu soll ein Regierungsbeschluss erarbeitet werden, der in der Öffentlichkeit zur Debatte stehen wird. Demnach sollen Arzneimittel, deren Patent abgelaufen ist, im ersten Jahr um 10%, im zweiten Jahr um weitere 10% und schließlich im dritten Jahr um 15% billiger werden. Die gestaffelte Preissenkung soll eine neue Krise der Arzneimittel vermeiden, die Patienten sollen nie wieder trotz ihrer geltenden Rechte ohne Medikamente bleiben“, erklärte Gesundheitsminister Vlad Voiculescu.



    Apotheker und Vertriebshändler werden verpflichtet, täglich über die Lagerbestände subventionierter Arzneimittel zu berichten. Die Berichte werden in einer elektronischen Datenbank gespeichert. Ärzte und Patienten können außerdem in Zukunft im Internet überprüfen, ob ein Medikament auf dem Markt verfügbar ist oder nicht. Bei einer negativen Antwort verpflichtet sich das Ministerium innerhalb von sieben Tagen nach der Anzeige den Lieferengpass zu beheben.



    Unterdessen wird die elektronische Patientenakte demnächst obligatorisch sein. Man arbeite zurzeit an der einschlägigen Gesetzgebung, kündigte der Vorsitzende der Nationalen Krankenkasse, Radu Ţibichi, an. Das Projekt zur elektronischen Patientenakte ist bereits abgeschlossen, das System ist funktionsfähig und darin sind etwa 6 Millionen Fallakten angelegt worden. Das einzige Problem besteht darin, dass die Akten auf Freiwilligenbasis erstellt werden. Entscheidungsträger behaupten, dass mit der elektronischen Akte der Patient eine sicherere Behandlung erhält. Sobald der Arzt Zugang zu der gesamten Krankengeschichte erhält, kann er schnellstens eine fundierte Entscheidung treffen. Und das auch wenn der entsprechende Patient nicht bei Bewusstsein ist.



    Theoretisch können alle Besitzer einer vom Hausarzt aktivierten Krankenkarte Zugang zu der Anwendung bekommen. Vorausgesetzt das EDV-System der elektronischen Gesundheitskarten ist in Betrieb, was an diesen Tagen allerdings aufgrund technischer Kommunikationsfehlern zwischen den Bestandteilen nicht der Fall ist.

  • Nachrichten 18.06.2014

    Nachrichten 18.06.2014

    BUKAREST: Die rumänische Regierung hat am Mittwoch den Gesetzentwurf zur Herabsetzung der Sozialbeiträge für Arbeitgeber um 5%, ab dem 1. Oktober verabschiedet. Hauptziel ist die Fiskalentlastung, was die Besteuerung der Arbeit anbelangt. Obwohl, er nicht die Zustimmung der internationalen Kreditgeber erhalten hat, behauptet Ministerpräsident Victor Ponta, dass es das notwendige Geld zur Umsetzung dieser Ma‎ßnahme gibt. Er gab an, dass die Einwirkung auf den Haushalt rund 191 Millionen Euro im letzten Semester des Jahres beträgt und dass alle makrowirtschaftlichen Ziele, die mit den internationalen Kreditgebern vereinbart wurden, einschlie‎ßlich des Defizits, eingehalten werden sollen. Der Gewerkschaftsverband Cartel ALFA meint, dass die Ma‎ßnahme zur Reduzierung der Sozialbeiträge, eigentlich nur die Nettogewinne der multinationalen Gesellschaften steigern und den Beitrag zum Rentensystem senken würde. Der besagte Verband fordert die Herabsetzung der Sozialversicherugnsbeiträge um 5% für Arbeitnehmer. Die Oppositionsparteien meinen, die Regierung verfolge durch die Umsetzung dieser Ma‎ßnahme, vor den Präsidentschaftswahlen, bereits eine Wahlkampagne zu betreiben.



    BUKAREST: Das Bukarester Berufungsgericht hat am Mittwoch entschieden, dass der Staat die kostenlose Behandlung für sieben Krebskranke, die dringend neue und teuere Medikamente brauchen, sichern muss. Die Medikamente sind nicht auf der Liste der subventionierten Medikamente. Das Gericht hat eine Eil-Verordnung verabschiedet, die sofort in Kraft tritt und gültig während des Prozesses ist. Die sieben Personen, die Mitglieder der Allianz Kronischer Patienten aus Rumänien sind, haben das Gesundheitsministerium und die Nationale Krankenkasse wegen der Nichteinhaltung des Patienten-Rechts auf Gesundheit verklagt. Dieses Recht wird von der rumänischen Verfassung gesichert. Die Liste der subventionierten Medikamente wurde in Rumänien seit sechs Jahren nicht mehr aktualisiert und die Kosten der neuen Therapien sind sehr hoch. Wenige Patienten können diese Kosten tragen.

  • Rumänisches Gesundheitssystem vor wesentlichen Änderungen

    Rumänisches Gesundheitssystem vor wesentlichen Änderungen

    Mehrere Projekte, die Ende des vorigen Jahres angesto‎ßen wurden, sollen in der kommenden Zeit zu wesentlichen Änderungen im rumänischen Gesundheitssystem führen. Das Bukarester Gesundheitsministerium kündigte an, 2014 sei das Jahr der Reformen im besagten Sektor. Die Ma‎ßnahmen, die das Ressortministerium in Aussicht stellt, sollen das System in Ordnung bringen. Entscheidungsträger im rumänischen Gesundheitsministerium haben vor, ein Grundleistungspaket sowie ein minimales Leistungspaket einzuführen, die bald in Kraft treten sollen.



    Das Grundleistungspaket soll den Versicherten zur Verfügung gestellt werden, während das minimale Paket sich an Nichtversicherte richtet. Das letztere schlie‎ßt medizinische Notdienste sowie die Überwachung und Entdeckung der Krankheiten ein. Das minimale Paket enthält zudem die Monitorisierung der Entwicklung der Schwangerschaft und des gesundheitlichen Zustands der neu gewordenen Mutter, Beratungen zur Familienplanung, Präventionsdienstleistungen und Sportaktivitäten.



    Die Statistiken der Nationalen Krankenversicherungskasse zeigen, dass in Rumänien nur 2 Millionen Menschen von den 20 Millionen der Geamtbevölkerung über keine Krankenversicherung verfügen. Die Zahl der Arztkonsultationen soll auch für Versicherte bald eingeschränkt werden. Zudem sollen diese für Dienstleistungen zahlen, die derzeit als kostenlos gelten, wie etwa Kaiserschnitt auf Antrag der Schwangeren, und auf Wartelisten eingetragen werden, um Erkrankungen zu behandeln, die nicht als Notfall gelten. Sie sollen im Gegenzug kostenlosen Zugang zu Zahnarztbehandlungen erhalten. 2014 soll nach sechs Jahren auch die Liste ermä‎ßigter und kostenloser Medikamente aktualisiert werden.



    Das Gesundheitsministerium hat zudem die neue Liste ermä‎ßigter Medikamente zur öffentlichen Diskussion gestellt. Die Liste enthält insgesamt 1.320 auf internationaler Ebene verwendeter Begriffe für Wirkstoffe, darunter 140 neue Molekülen oder Arzneimittel, die auch für die Behandlung von anderen Erkrankungen empfohlen werden. Für Nationalprogramme werden über 300 Wirkstoffe vorgesehen, ein Drittel davon soll für die onkologische Krankenpflege angewendet werden. Die Behandlung von Diabetes, kardiovaskuläre, psychische Erkrankungen und eigenartiger Krankheiten gehört ebenfalls in dieser Kategorie.



    2014 soll das Gesundheitsministerium zudem allen Rumänen die Gesundheitskarte zur Verfügung stellen, damit spätenstens im Januar 2015 die medizinischen Dienstleistungen aufgrund des besagten Belegs abgerechnet werden können. Das Gesetz über ärztliche Kunstfehler soll ebenfalls dieses Jahr wesentlichen Änderungen unterliegen. Derzeit dauern die Untersuchungen über die Feststellung eines ärztlichen Kunstfehlers bis zu mehreren Jahren, die Frist soll beim Inkrafttreten des neues Gesetzes auf sechs Monate gekürzt werden.

  • Medikamentenverbrauch: Rumänen nehmen zu viel Anitbiotika ein

    Medikamentenverbrauch: Rumänen nehmen zu viel Anitbiotika ein

    Der exzessive Konsum von Antibiotika erhöht die Resistenz bestimmter Bakterien. Die Rumänen verbrauchen mehr Antibiotika und sind weniger informierter als andere Europäer. Auf die Frage, ob sie in den letzten 12 Monaten Antibiotika eingenommen haben, haben 47% der befragten Rumänen mit Ja geantwortet. Auf die gleiche Frage antworteten nur 35% der Europäer mit Ja. Wie kaufen die Rumänen Antibiotika und wer verschreibt sie, lautete eine nächste Frage. 75% der Rumänen sagten, sie hatten dafür ein Arztrezept. 5% gaben an, dass ihnen der Arzt das Medikament persönlich überreichte, und 18% haben Antibiotika einfach in der Apotheke gekauft.



    Zum Vergleich die europäischen Durchschnittswerte: 87% haben Antibiotika anhand eines Arztrezeptes gekauft, 8% direkt vom Arzt und nur 3% von der Apotheke. Vlad Mixich, Journalist, erklärt, warum es notwendig ist, vom Arzt untersucht zu werden:



    Die Rumänen zählen zu den Europäern, die Antibiotika ohne eine Verschreibung kaufen, und sind am ignorantesten, was ihr Gebrauch betrifft. Vielleicht wäre es kein gro‎ßes Problem, wenn man wüsste, wozu man sie braucht und wofür diese gut sind. Wir wissen es aber nicht und das ist ein wesentliches Problem. Heutztage ist das kein individuelles Problem mehr, sondern eines der Gemeinschaft. Eine der Prioritäten der Weltgesundheitsorganisation ist die hohe Resistenz der Bakterien gegen Antibiotika.“


    In der kalten Jahreszeit bei bedeutenden Temperaturschwankungen erkälten sich die Menschen leichter. Grippe und Schnupfen machen sich breit. 55% der Rumänen im Vergleich zu 41% der Europäer meinen, dass die Antibiotika für die Bekämpfung der Grippe und des Schnupfens effizient seien und nehmen sie oft ein, ohne vom Arzt untersucht worden zu sein. Sie wissen einfach nicht, dass Antibiotika gegen Viren nicht helfen. Antibiotika wirken nur gegen Bakterien. Deshalb ist ein Besuch beim Arzt, der die Infektionsart bestimmen muss, notwendig. Sandra Alexiu vom Verband der Hausärzte gab uns Einzelheiten:



    Jede Infektion sollte dokumentiert werden. Der Pazient sollte gut untersucht werden. Man muss die Infektionsart bestimmen. Es gibt Infektionen, die schon bei einer ersten Untersuchung behandelt werden können. In den meisten Fällen sind weitere Untersuchungen notwendig. Wenn es um eine Virusinfektion geht, braucht man keine Antibiotika.“



    Obwohl der Verkauf von Medikamenten per Gesetz streng geregelt ist, können Pazienten Antibiotika einfach aus den Apotheken kaufen, ohne ein Arztrezept zu haben. Wie das möglich ist, sagte uns Sandra Alexiu:



    Es gibt eine Liste mit verschiedenen Medikamenten, die eine bestimmte Kennzahl für die Verschreibung haben. Man sollte diese Kennzahl jeweils überprüfen. Leider ist es nicht immer so. Die Eltern zum Beispiel gehen direkt zur Apotheke, um für das kranke Kind Arzneimittel zu kaufen. Sie gehen nicht zum Arzt, weil sie zu viel warten müssen oder vielleicht weil es Wochenende ist. Der Apotheker kann im Falle einer Infektion eine bestimmte Behandlung verschreiben. Am Wochenende können sie Antibiotika für einen Tag oder zwei Tage ohne Arztrezept verkaufen.“



    Gibt es auch Fälle, in denen einige Ärzte nach der Untersuchung Antibiotika verschreiben, auch wenn es nicht notwendig wäre? Sandra Alexiu antwortet:



    Ja, manchmal verschreiben die Ärzte Antibiotika auch dann, wenn es nicht angebracht wäre. Und das ist nicht nur ein rumänisches, sondern ein weltweites Problem. Noch schlimmer ist die Selbstbehandlung. Der Arzt muss den Kranken unbedingt untersuchen. Vielleicht ist seine Behandlung nicht die beste, doch es geht um eine Verantwortung. Die Selbstbehandlung stellt ein hohes Risiko dar. Die Pazienten, die keine Medizinkenntnisse besitzen, müssen keine Antibiotika einnehmen, bis sie nicht von einem Arzt untersucht werden.“



    Vlad Mixich meint, wenn man keine klare und objektive Daten habe, könne man nicht behaupten, dass die rumänischen Ärzte zu viel Antibiotika verschreiben. Die Verantwortung ist individuell und hängt von der Erziehung, der Bildung der Person ab. Vlad Mixich dazu:



    Ich bin der Meinung, dass eine Informationskampagne notwendig ist, die vom Gesundheitsministerium unterstützt und finanziert wird. Das besagte Ministerium beschäftigt sich mit der Erziehung und der Vorbeugung. Denkbar wäre die Vorbeugung der Verbreitung von Infektionen, die resistent gegen Antibiotika sind.“



    Eine der Mikroben, die schon resistent bei klassischer Behandlung ist, ist der Tuberkulose-Bazillus. Die Weltgesundheitsorganisation hat bereits gewarnt, dass in mehreren Gegenden der Welt eine neue Form der Infektion, die mit den bisher üblichen Medikamenten nicht behandelt werden kann, Opfer macht.



    Audiobeitrag hören: