Tag: Medizinfakultät

  • Medizinstudentin aus Marokko: „Rumänien ist ein schönes Land mit warmherzigen Menschen“

    Medizinstudentin aus Marokko: „Rumänien ist ein schönes Land mit warmherzigen Menschen“

    Die grö‎ßte Stadt Marokkos, die an der Atlantikküste liegt und zugleich einer der wichtigsten Handelszentren Afrikas ist, steht für viele in enger Verbindung mit dem berühmten gleichnamigen Film mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman. Unsere Gesprächspartnerin wurde in Casablanca im Jahr 2000 geboren.



    Mein Name ist Amina Benemessaoud, ich komme aus Casablanca, einer schönen Stadt an der Atlantikküste. Ich bin Studentin im ersten Jahr an der Medizinischen Fakultät in Bukarest.“




    2018 ist Amina Benemessaoud zum ersten Mal nach Rumänien gekommen, um einen Vorbereitungskurs in rumänischer Sprache zu besuchen. Neben Rumänisch spricht Amina auch Englisch und Französisch. Dank ihren Sprachkenntnissen hat sie jetzt einen Teilzeitjob:



    Als ich den Vorbereitungskurs besuchte, hatte ich viel Freizeit und deswegen wollte ich auch arbeiten. Ich habe einen Teilzeitjob in einem Call Center, wo ich den Kunden verschiedene Informationen auf Englisch und Französisch anbiete. Ich gebe zudem Nachhilfestunden für Französisch und Englisch.“




    Warum sie sich für Medizin und für Rumänien entschied, erläutert in den folgenden Minuten Amina Benemessaoud:



    Mein Mathematiklehrer hat mir geraten, Medizin in Rumänien zu studieren. Seine Tochter hatte das gemacht und sie war sehr zufrieden. Die Medizinische Fakultät »Carol Davila« in Bukarest erfreut sich in Marokko eines guten Rufs.“




    Unsere Gesprächspartnerin sagte im Anschluss, sie verdanke ihre Liebe zur Medizin ihrer Mutter:



    Meine Mutter wollte Medizin studieren, sie hatte aber keine Möglichkeit, ihren Traum zu erfüllen. Ich finde diesen Beruf auch faszinierend und möchte mich weiter in Gerichtsmedizin spezialisieren und mit der Polizei zusammenarbeiten. Als Gymnasialschülerin habe ich in Marokko mehr über diesen Bereich der Medizin erfahren und dank eines Bekannten von mir, der Gerichtsarzt ist, konnte ich mir schon einen Einblick in diesen Beruf verschaffen.“




    Selbst wenn die Medizinstudentin auch einen Teilzeitjob hat, kann sie auch ein wenig Freizeit genie‎ßen, um ihre Freunde zu treffen und zu lesen:



    Ich lese viel, ich lese gerade gerne Sigmund Freuds »Über Psychoanalyse«, dieses Buch hilft mir zu verstehen, wie die Menschen denken. Ich spaziere gerne mit meinen Freunden im Park, ich liebe den alten und ruhigen Park Cişmigiu in der Stadtmitte. Die Professoren zeigen viel Verständnis für uns ausländische Studenten, sie wissen, dass wir die rumänische Sprache nicht perfekt beherrschen, ich danke allerdings meinen Professoren und Kollegen für ihre Geduld, sie haben unsere Integration viel leichter gemacht.“




    In den nächsten Jahren wird Amina Benemessaoud ihre Studien in Rumänien abschlie‎ßen. Sie wei‎ß noch nicht, wo sie ihren Beruf ausüben möchte. In Rumänien hat sie sich schnell eingelebt. Unter den rumänischen Städten mag sie besonders Braşov (Kronstadt):



    Dort habe ich die Schwarze Kirche besichtigt und ich fand sie sehr schön. Ich habe auch die Ferienorte Sinaia, Predeal, Azuga in der Nähe von Kronstadt im Winter besucht. Ich war bei der Hochzeit einer rumänischen Freundin im Schloss Cantacuzino in Buşteni. Rumänien ist ein schönes Land mit warmherzigen Menschen, und ich möchte hier bleiben.“

  • Medizinstudent aus Ägypten bereitet sich auf Assistenzarzt-Prüfung vor

    Medizinstudent aus Ägypten bereitet sich auf Assistenzarzt-Prüfung vor

    Mohammed Elmaddawi studiert in Bukarest an der medizinischen Fakultät Carol Davila“. Wie er sich für das Land entschieden hat, wo er seit vier Jahren lebt, erläutert unser Gesprächspartner:



    Mein Vater hat mir geraten, nach Rumänien zu kommen, weil Rumänien ein europäisches Land und das Bildungssystem in Europa viel besser als in meinem Heimatland ist. Nachdem ich das Visum für Rumänien erhalten hatte, habe ich zuerst ein Vorbereitungsjahr an der Uni abgeschlossen, um Rumänisch zu lernen, im Anschluss habe ich ein Stipendium der Ägyptischen Botschaft in Bukarest erhalten.“



    Derzeit studiert Mohammed Elmaddawi Allgemeinmedizin auf Rumänisch, eine Sprache, die er schnell gelernt hat:



    In meinem Vorbereitungsjahr habe ich Rumänisch gelernt und bei den Vorlesungen war es am Anfang ziemlich schwer, denn die Professoren sprachen schnell und ich dachte, dass ich nichts verstehen werde. Jetzt verstehe ich 90% von dem, was man unterrichtet.“




    Mohammed Elmaddawi hat sich in Rumänien schnell eingelebt, selbst wenn die kulturellen Unterschiede zwischen seinem Heimatland und seiner Wahlheimat ihm am Anfang gro‎ß schienen:



    Die Rumänen mit denen ich in Kontakt bin, haben mir geholfen, alles zu verstehen, sie haben mir erklärt, wie ich mit Menschen und gewissen Situationen umgehen soll. Zudem glaube ich, dass man niemanden nach meiner Kultur beurteilen sollte. Wenn jemand etwas Schlechtes tut, dann kann das nur nach meiner Kultur in der Tat etwas Schlechtes darstellen, vielleicht ist die jeweilige Sache eine gute Sache nach einer anderen Kultur und dem jeweiligen Bildungsstand. Alles, was wir brauchen, ist, meiner Meinung nach, gegenseitiges Verständnis.“




    Sein Heimatland weckt immer wieder das Interesse seiner rumänischen Kollegen. Wie unser Gesprächspartner sein Land zusammengefasst präsentiert, erläutert er im Folgenden:



    Die Pyramiden, Alexandrien, eine wunderschöne Stadt, die alte Stadt Luxor, die Halbinsel Sinai, die auch wunderschön ist, ich glaube, diese sind die repräsentativsten Orte in Ägypten.“




    Mohammed Elmaddawi hat auch Rumänien bereist und neue Freundschaften geknüpft:



    Ich habe viele Kollegen, Freunde und Nachbarn, die etwas Gutes für die Gesellschaft tun möchten. Wir haben viele Sachen gemeinsam.“




    Für welches medizinisches Fachgebiet hat sich Mohammed entschieden?



    Ich bin jetzt Student, nach Studiumabschluss muss ich zunächst die Assistenzarztprüfung bestehen und erst dann darf mich für ein gewisses Fachgebiet entscheiden. Ich denke jetzt an Neurochirurgie, aber eine wichtige Rolle wird auch das Ergebnis der Assistenzarztprüfung spielen.“




    Zum Schlus unseres Gesprächs haben wir Mohammed Elmaddawi gefragt, ob er ein Lebensmotto hat:



    Natürlich, aber das ist nichts Optimistisches. Es ist eigentlich eine Lebensweisheit, die auf Murphy zurückgeht: Wenn etwas Schlimmes passieren kann, wird es bestimmt passieren. Es ist nicht wichtig, was passieren wird, denn es wird sowieso passieren, also warum heute schon an morgen denken, das können wir auch morgen machen und es morgen erledigen. Wir leben heute und haben keine Garantie, dass wir auch morgen leben werden.“