Tag: Schwaben

  • Die Nachrichten 27.02.2016

    Die Nachrichten 27.02.2016

    Das Oberste Gericht in Bukarest hat am Samstag entschieden, dass der Abgeordnete Nicolae Paun, Vertreter der Roma-Minderheit im rumänischen Parlament, für 30 Tage in Untersuchungshaft genommen wird. Am Donnerstag war Paun für 24 Stunden festgenommen worden. Nicolae Paun soll zusammen mit dem sozialdemokratischen Abgeordneten Madalin Voicu europäische Fördergelder in Höhe von 6 Millionen Euro für die Inklusion der Roma unterschlagen haben. Letzte Woche hatten die Abgeordneten gegen die Festnahme und Untersuchungshaft von Madalin Voicu gestimmt. In einem anderen Korruptionsfall hat das Oberste Gericht in Bukarest am Freitag beschlossen, das die liberale Senatorin Doina Tudor nicht in U-Haft muß, aber unter Gerichtskontrolle gestellt wird. Gegen Doina Tudor laufen Ermittlungen wegen Beihilfe zur Bestechlichkeit. Die Ermittlungen laufen auch gegen Daniel Tudor, ihren unter Hausarrest gestellten Ehemann und früherer Vizepräsident der Finanzmarktaufsicht. 2013 soll die Abgeordnete Doina Tudor ihrem Mann geholfen haben, 200.000 Euro von einem Versicherungsunternehmen zu kassieren, um eine Firma nach einer Kontrolle zu begünstigen.



    Die EU-Kommissarin für Justiz, Verbraucherschutz und Gleichstellung, Věra Jourová, unternimmt am Montag einen Besuch in Bukarest. Mit diesem Anlaß wird sie mit dem rumänischen Ministerpräsidenten, Dacian Ciolos, mit der Justiministerin, Raluca Prună, mit der Arbeitsministerin, Claudia-Ana Costea, und mit mehreren Parlamentsmitgliedern zusammenkommen. Themen der Gespräche sind, unter anderen, die Fortschritte Rumäniens bei der Reform des Justizsystems und der Beitrag der Justiz zu den Prioritäten der Europäischen Kommission, wie der digitale Einheitsmarkt und die EU-Sicherheitsagenda. Außerdem beteiligt sich die EU-Kommissarin Věra Jourová an einem Rundtischgespräch mit Nichtregierungsorganisationen im Bereich der Roma-Inklusion, um die Erfahrung Rumäniens bei der Implementierung der nationalen Strategie zur Roma-Inklusion zu diskutieren.



    Nach dem Beginn einer Waffenruhe in Teilen Syriens hat die Feuerpause zunächst weitgehend gehalten. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von Kämpfen im Nordwesten des Landes sowie östlich der Hauptstadt Damaskus. Aktivisten meldeten auch aus anderen Regionen vereinzelt Beschuss. Insgesamt aber ging die Gewalt deutlich zurück. Die russische Luftwaffe setzte vorläufig alle Angriffe aus. Damit sollten mögliche Fehltreffer zu Beginn der Waffenruhe ausgeschlossen werden, sagte ein Vertreter des russischen Generalstabs in Moskau. Ansonsten halte sich Russland an die Vereinbarung, nicht in den Waffenstillstandszonen anzugreifen. Die Feuerpause soll es Hilfsorganisationen ermöglichen, dringend benötigte Lebensmittel und Medikamente zur Zivilbevölkerung zu bringen. Die Vereinten Nationen wollen zudem, am 7. März die auf Eis liegenden Friedensgespräche wieder aufnehmen.



    Der delegierte Minister für die Beziehungen mit den im Ausland lebenden Rumänen, Dan Stoenescu, hat am Freitag in München an der Konferenz Repatriot – Repatriierungsprojekt durch Unternehmerschaft teilgenommen. Ziel der Konferenz war die Informierung der in Ausland lebenden Rumänen über die Bedeutung der Entwicklung von Unternehmerkompetenzen und die Präsentierung der Geschäftsmoglichkeiten in Rumänien. Ebenfalls am Freitag traf Dan Stoenescu in München mit der Vorsitzenden des Verbandes der Siebenbürger Sachsen, Herta Daniel und dem Vorsitzenden des Verbandes der Banater Schwaben, Peter-Dietmar Leber zusammen. Mit diesem Anlaß betonte Stoenescu, dass die deutsche Volksminderheit in Rumänien und die rumänischen Gemeinden in Deutschland einen wichtigen Beitrag zur Verstärkung der Beziehungen zwischen den zwei Staaten leisten.

  • Worschtkoschtprob – Kulinarisches made in Banat

    Worschtkoschtprob – Kulinarisches made in Banat

    Die Banater Zeitung hat auch im Januar 2015 ihre traditionelle Wurstverkostung veranstaltet. Der Ort des Geschehens war diesmal das Adam-Müller-Guttenbrunn-Haus in Temeswar. Über 60 Wurstsorten traten im Wettbewerb gegeneinander an. Industrielle sowie hausgemachte Würste made in Banat“ wurden von einer Jury benotet und am Ende der zweistündigen Veranstaltung wurde die Beste Banater Wurst“ ermittelt. Siegfried Thiel, Redakteur bei der Allgemeinen Deutschen Zeitung in Temeswar, spricht über die Tradition dieses Festivals, das die 24. Auflage erreicht hat:




    Die »Worschtkoschtprob« wurde zur Zeit des Sozialismus, in den 1970er Jahren, von der Redaktion der Banater Zeitung gestartet. Damals war es eine interne Veranstaltung. In der Zeitung wurden die Leser aufgefordert, ihre hausgemachten Würste einzureichen. Die Redaktion bewertete sie, und schlie‎ßlich wählte man die beste Wurst des Jahres aus. Die Veranstaltung wurde in den 1980er Jahren eingestellt, weil sie als etwas subversiv galt. Den damaligen Behörden war es nicht ganz geheuer, dass die Mitglieder einer Volksminderheit in einer Redaktion zusammenkamen und feierten. Und man muss auch die damalige wirtschaftliche Situation bedenken: Das Fest der Banater Zeitung war eine Wurstverkostung, die Redakteure und die Leser kamen mit ihren eigenen hausgemachten Würsten, mit Wein und Tzuika (Pflaumenschnaps), aber in den Lebensmittelgeschäften gab es so gut wie nichts zu kaufen. Es war ein Affront gegenüber der damaligen wirtschaftlichen Lage. Nach der Wende, im Jahr 1994, hat die Banater Zeitung die Idee wiederaufgenommen und daraus eine öffentliche Veranstaltung gemacht. Bis 2012 fand die Wurstverkostung stets in Temeswar, im Adam-Müller-Guttenbrunn-Haus statt. Die Redaktion hat beschlossen, die »Worschtkoschtprob« zu ihren Lesern zu bringen und daraus ein regionales Fest gemacht. In Gro‎ßsanktnikolaus/Sânnicolau Mare, Lugoj/Lugosch sowie in der Arader Kleinsstadt Sanktanna/Sântana wurde die »Worschtkoschtprob« in den letzten Jahren veranstaltet. Nach einer dreijährigen Pause, sind wir jetzt wieder in Temeswar. Unsere Worschtkoschtprob ist sehr beliebt — wenn die Redaktion im Dezember nichts darüber schreibt, rufen uns die Leute an, um sich darüber zu erkundigen.“




    Es steckt eine Heidenarbeit hinter der Vorbereitung der nur zweistündigen Wurstverkostung der Banater Zeitung. Einen Tag vor der Worschtkoschtprob“ gehen die Redakteure auf den Markt und kaufen sämtliche Industriewürste ein, die sie auftreiben können. Dabei ist Vielfalt besonders wichtig: Es wird geschaut, gefühlt und gekostet. Jeder der vier Redakteure, die am Vortag der Veranstaltung zu Einkäufern delegiert werden, mag seine Wurst anders. Manche essen gerne stark gewürzt und besonders scharf. Andere mögen es eher mild. Die verschiedenen Geschmäcker helfen, eine differenzierte Auswahl zu treffen. Am Ende haben sie fast 40 Wurstsorten, hergestellt in den verschiedensten Ecken des Banats. Die Stars der Worschtkoschtprob 2015 waren die geräucherten und die pikanten Würste aus Schweinefleisch, Schweine- und Rindfleisch-Mischung und aus Hammelfleisch. Die Jury hat beschlossen, dass die beste hausgemachte Wurst in der Ortschaft Knees/Satchinez aus einer Mischung von Schweine- und Kalbfleisch hergestellt wird. Sigfried Thiel:



    Dieses Jahr hatten wir 30 hausgemachte und 35 industrielle Würste zu bewerten. Bei den Wurstspezialitäten aus dem Handel machen wir eine Evaluierung und vergeben Diplome. Die grö‎ßten Überraschungen findet man nicht bei den industriellen Würsten sondern bei den hausgemachten. Schon Tage zuvor kamen private Hersteller, um ein Paar ihrer Würste für den Wettbewerb einzuschreiben. Für sie ist der Preis eine besondere Ehre. Darum haben manche Stammteilnehmer in den letzten Jahren lange Fahrten auf sich genommen, um an der »Worschtkoschtprob« teilzunehmen. Die hausgemachten Würste werden von den Jurymitgliedern probiert und benotet, die Punkte werden dann zusammengerechnet. Man wei‎ß bis zur letzten Sekunde nicht, wer gewinnen wird. Der Gewinner war dieses Jahr Timotei Ţintoi aus Knees/Satchinez; den zweiten Platz belegte Mircea Pascu aus Temeswar, und dritter wurde Eduard Kling, der aus der Ortschaft Cenari, Kreis Timiş, stammt. Eduard Kling lebt seit 25 Jahren in Deutschland, und nachdem er über unsere »Worschtkoschtprob« gelesen hatte, wollte er unbedingt mitmachen.“




    Der Gewinner der Auflage 2015, Timotei Ţintoi, stammt aus einer Metzgerfamilie ab und hat die letzten drei Jahre hintereinander die Worschtkoschtprob“ gewonnen. Der 53-jährige pensionierte Metzger verwendete traditionelle Wurstrezepte, die er von seinem Vater und Gro‎ßvater geerbt hatte. Platz 1 ging dieses Jahr an seine Banater Wurst aus reinem Schweinefleisch; mit einer anderen Wurstspezialität aus Schweine- und Kalbfleisch belegte er einen dritten Platz. Damit steht für Timotei Ţintoi fest, dass er der beste Wursthersteller des Banats ist. Die Siegerwurst widmete er seinem Gro‎ßvater. Das Erfolgsrezept von Timotei Ţintoi lautet: Das Schwein soll man auf dem Bauernhof züchten, das Fleisch soll ganz frisch und der Mensch recht hungrig sein.“



    Abgesehen von der Verkostung leckerer Würste ist die Worschtkoschtprob“ auch eine willkommene Gelegenheit, mit den Lesern der Banater Zeitung zusammenzukommen. Siegfried Thiel:



    Auch am Anfang, vor der Wende, war das Beisammensein die wichtigste Idee unseres Treffens. Jede Zeitung feiert einmal im Jahr ein Treffen mit ihren Lesern, Freunden, Sponsoren und Geschäftspartnern. Der Gründungstag der Banater Zeitung ist der 10. November, aber am 10. November gibt es noch keine Würste. Deshalb verlegten wir unsere Feier auf den letzten Donnerstag im Januar. So bringen wir zwei schöne Sachen zusammen: den Geburtstag unserer Zeitung und die Aufbewahrung der lokalen schwäbischen Traditionen. Viele Banater haben seit vielen Jahren keine hausgemachte Wurst mehr hergestellt, aber jetzt machen sie doch ein paar Würste, um an dieser Veranstaltung teilzunehmen, um dabei zu sein. Auf diese Weise spricht man mehr über die Banater Zeitung und wir tun auch etwas, um die schwäbischen Traditionen am Leben zu erhalten. Für die Banater Schwaben waren das Züchten und Schlachten eines Schweines sowie die Herstellung von Würsten und anderen Schweinefleischspezialitäten immer sehr wichtig. Je grö‎ßer das Schwein, desto reicher der Bauer — so war es immer bei uns, und so ist es auch heute.“

  • Nachrichten 03.08.2014

    Nachrichten 03.08.2014

    BUKAREST: Bei der Hochwasserkatastrophe der letzten Woche in Rumänien sind 4 Menschen ums Leben gekommen. 780 Menschen wurden aus gefährlichen Situationen gerettet. Etwa 250 Ortschaften in 11 Landkreisen sind von Überschwemmungen schwer betroffen; mehr als 1800 Menschen wurden evakuiert. Infolge der Uberschwemmungen im Süden des Landes startete die Orthodoxe Patriarchie Rumäniens eine humanitäre Hilfsaktion unter dem Motto Solidarisch mit den Überschwemmungsopfern in Oltenien“. Die Patriarchie fordert die Priester von Kirchen und Klöstern auf, in der Fastenzeit zur Mariä Himmelfart Sammelaktionen zu organisieren, um die Katastrophenopfer mit haltbaren Lebensmitteln, Trinkwasser, Hygieneartikeln, Decken, usw., zu versorgen.



    BUKAREST: Am Samstag, den 2. August, fand in der Basilika Maria-Radna, in der Nähe der Ortschaft Lipova, im Landkreis Arad, die erste der traditionellen Wallfahrten dieses Sommers statt. Es ist die vierte Wallfahrt der Banater Deutschen von überall, veranstaltet zum Portiunkula-Fest der Franziskaner. Die Feierlichkeiten von Maria Radna starteten am Samstag vormittag, im bedeutendsten römisch-katholischen Wallfahrtsort des Banats mit Liedern zur Lobpreisung der Mutter Gottes. Um 11 Uhr begann die heilige Messe; diese wurde von Seiner Exzellenz, Dr. Reinhardt Hauke zelebriert, Weihbischof in Erfurt und Delegierter der deutschen katholischen Bischofskonferenz, verantwortlich für Flüchtlinge und Migranten, in Konzelebration mit Seiner Exzellenz, Dr. h. c. Martin Roos, Bischof der römisch-katholischen Diözese Temeswar. Danach wurde die Kreuzwegprozession auf dem Hügel hinter der Kirche abgehalten. Viele der Banater Schwaben, die im Ausland leben, sind nach mehr als 25 Jahren nach Rumänien gekommen, um ihre Heimat zu besuchen. Zu den prominentesten Banater Schwaben zählen der Dichter Nikolaus Lenau (1802-1850) und die Schriftstellerin Herta Müller, Literatur-Nobelpreisträgerin 2009.



    BUKAREST: Der rumänische Minister für EU-Fonds, Eugen Teodorovici, hat in einem Interview für die Nachrichtenagentur Agerpres erklärt, er sei unzufrieden mit der Summe, die Rumänien in der Zeitspanne 2014-2020 von der Europäischen Union erhalten soll, und mit den EU-Regelungen, die Rumänien verpflichten, höhere Investitionen im Sozialbereich zu betätigen. Unter den jetzigen Umständen wäre mehr Geld für Infrastrukturinvestitionen angebracht gewesen, so Teodorovici. Spätestens im Monat Oktober dieses Jahres sollten die ersten Anträge für Projekte im nächsten Finanzjahr gestellt werden. Für September und Oktober werde ein neues Paket mit Gesetzesänderungen im Bereich öffentliche Beschaffungen erarbeitet, und im zweiten Teil des Monats August werde man ein Dokument erarbeiten, wodurch eine der zwei staatlichen Bankeinrichtungen in Rumänien zur Entwicklungsbank wird, sagte noch der rumänische Minister für EU-Fonds.