Tag: Straßeninfrastruktur

  • Rumänische Automobilindustrie: Experten erwarten Rekordjahr in der Produktion

    Rumänische Automobilindustrie: Experten erwarten Rekordjahr in der Produktion

     

     

    2024 hat der rumänischen Automobilindustrie den bisher besten Start der letzten fünf Jahre beschert, und Experten schätzen, dass es auch dieses Jahr steil nach oben für die rumänischen Autobauer gehen wird. Adrian Sandu, Generalsekretär des Verbandes der Automobilhersteller, sagte unlängst, dass auf mehr als 60 Märkten in der ganzen Welt eine Nachfrage nach Fahrzeugen aus rumänischer Produktion bestehe. Schon im vergangenen Jahr sei mit 513 000 gefertigten Fahrzeugen ein neuer Rekord für die rumänische Autoindustrie aufgestellt worden. Nach Schätzungen des Verbandes wird die lokale Autoproduktion dank der neuen Modelle von Dacia und Ford, die in den Werken Mioveni und Craiova (im Süden des Landes) hergestellt werden, auf 550 000 Einheiten ansteigen. Darüber hinaus haben die Ford-Werke in Craiova bereits das Modell Puma mit dem neuen Facelift vorgestellt und die Produktion der neuen Modelle Tourneo Courier und Transit aufgenommen.

    Im Jahr 2019, das als Vergleichsbasis für die Zeit vor der Pandemie immer wieder herangezogen wird, waren in den Werken in Südrumänien insgesamt weniger als eine halbe Million Autos vom Band gelaufen. Doch demnächst sollen auch mehr Reifen in Rumänien hergestellt werden, nachdem der französische Reifenhersteller Michelin angekündigt hat, dass er einen Teil der derzeit in Polen abgewickelten Produktion bis Ende des Jahres schrittweise in sein Werk im nordrumänischen Zalău verlagern wird. Die Entscheidung wurde im Anschluss an die Umgestaltung des polnischen Werks getroffen, nachdem ein Teil der derzeitigen Produktionslinie durch moderne Technologie ersetzt wurde.

    Die sich verbessernde Straßeninfrastruktur greift der Automobilindustrie zusätzlich unter die Arme: In diesem Jahr wird die südliche Hälfte Rumäniens, also die Landesteile Oltenia (Kleine Walachei), Muntenia (Große Walachei) und Dobrogea (Dobrudscha), voraussichtlich über Hochgeschwindigkeitsstraßen verfügen. Die schnelle Verbindung zwischen Craiova, Bukarest und Constanța sei ein Vorteil für die Automobilindustrie, aber auch für künftige Unternehmen, die Produktionsstätten in Rumänien eröffnen wollen, sagt Adrian Sandu, Generalsekretär des Verbandes der Automobilhersteller:

    Im europäischen und globalen Wettbewerb ist es für Rumänien äußerst wichtig, so viele Wettbewerbskriterien wie möglich zu erfüllen. Eines dieser Kriterien betrifft die Verkehrsinfrastruktur, sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene. Die Modernisierung der Infrastruktur zur Erhöhung der Geschwindigkeit des Schienenverkehrs ist ein Muss. Das Gleiche gilt für die Straßenverkehrsinfrastruktur, und die schnellen Verbindungen zwischen den Regionen des Landes werden zu deren wirtschaftlicher Entwicklung führen. Insbesondere auf dem Verkehrskorridor von Ungarn bis zum Hafen von Constanța wird eine schnelle Straßenverkehrsverbindung benötigt. Für die Automobilindustrie sind die Verkehrsverbindungen von Pitești bis zum Zoll in Nădlac oder von Craiova zum Hafen von Constanța äußerst wichtig. Der Hafen von Constanța ist nämlich ein wichtiges Exporttor für in Rumänien hergestellte Fahrzeuge, und eine moderne Verkehrsinfrastruktur würde die Transportzeiten erheblich verkürzen.“

     

    Neben der unzureichend entwickelten Verkehrsinfrastruktur verliert die rumänische Wirtschaft nach Angaben der Spediteure derzeit jedes Jahr etwa 2,5 Milliarden Euro auch wegen Wartezeiten und Zollkontrollen an den Grenzübergängen – eine Folge des nur partiellen Beitritts Rumäniens zum Schengen-Raum, nämlich vorerst immer noch ohne die Landgrenzen.

  • Rumänischen Behörden prüfen Brücken

    Rumänischen Behörden prüfen Brücken

    Nach dem Brückenunglück in der Nähe der italienischen Stadt Genua, bei dem mindestens 39 Menschen, darunter zwei rumänische Staatsbürger, ums Leben gekommen sind, starteten die italienischen Behörden Ermittlungen über die Aktivität des Autobahnbetreibers, der für die Instandhaltung der Brücke verantwortlich war. Dem Autobahnbetreiber drohen eine Geldstrafe von mindestens 150 Millionen Euro und das Entziehen der Genehmigung für die Autobahn. Nach der Tragödie in Italien beschlossen auch die Behörden in Rumänien, Bulgarien und in der Ukraine, die Brücken in den jeweiligen Ländern zu prüfen und zu befestigen. Der bulgarische Ministerpräsident, Boiko Borisov, forderte eine Prüfung und Konsolidierung aller Brücken in Bulgarien. Der bulgarische Minister für öffentliche Infrastrukturarbeiten hat bekanntgegeben, dass mehr als 200 Brücken, die meisten etwa 40 Jahre alt, seien in einem kritischen Zustand.



    Die Nationale Behörde für Stra‎ßeninfrastruktur in Rumänien hat bekanntgegeben, die Lage der Brücken sei nicht besorgniserregend. Von den 4.250 Brücken in Rumänien hätten nur 37 gewisse technische Probleme, und die meisten dieser Brücken befänden sich auf Nebenstrassen, präzisierte die Nationale Behörde für Stra‎ßeninfrastruktur. Bei keiner dieser Brücken gebe es Sturzrisiken, da die Brücken ständig monitiorisiert werden. Sollte eine gefährliche Situation festgestellt werden, dann werden sofort Sicherheitsma‎ßnahmen getroffen, wie das Schlie‎ßen der Brücke und das Umleiten des Verkehrs auf andere Stra‎ßen, so die Nationale Behörde für Stra‎ßeninfrastruktur. Gemä‎ß der geltenden Normen werden die Brücken alle 6 Monate geprüft, aber auch häufiger, wenn es notwendig wird. Die regelmä‎ßigen Instandhaltungsarbeiten finden alle 10 bis 15 Jahre statt; wichtige Überholungsarbeiten oder Modernisierungen werden alle 35 bis 50 Jahre durchgeführt. In kurzer Zeit organisiert die Nationale Behörde für Stra‎ßeninfrastruktur eine öffentliche Ausschreibung zur Vergabe der Verträge für die Modernisierung der Brücken über der Donau, die zur Autobahn A2 gehören.



    In Rumänien ist die Infrastruktur ein heikles Thema. In puncto Autobahnbau befindet sich Rumänien unter den Schlusslichtern der Europäischen Union: Im August 2018 hat Rumänien lediglich 774 Km Autobahn. Der Haushalt für Stra‎ßeninfrastruktur, der dieses Jahr vom Parlament angenommen wurde, ist unausreichend für die im Bau befindenden Autobahnen. Es wurden lediglich eine Hälfte oder ein Viertel der notwendigen Summen zu Verfügung gestellt, obwohl einige Projekte bis 2019 fertig sein sollten. Mehr noch: Einige Projekte, für die die Verträge unterzeichnet wurden, oder die zum grö‎ßten Teil fertig sind, erhalten in 2019 kein Geld. Und die meisten Projekte, die 2017 ausgeschrieben wurden, haben im Jahr 2018 nur minimale, nicht ausreichende Fonds erhalten. Dazu gehören die Autobahn Sibiu-Pitesti, die Schnellstra‎ße Pitesti-Craiova, die ersten Kilometer der Autobahn in der Moldau-Region, die Umgehungsstra‎ße im Süden der Hauptstadt Bukarest und die Brücke über der Donau in Braila.