Tag: Großwardein

  • Landkreis Bihor: Kultur, Natur, Abenteuer

    Landkreis Bihor: Kultur, Natur, Abenteuer

    Der Landkreis Bihor liegt im Zentrum der Region Crişana (dt. Kreischgebiet). Die Hauptstadt des Kreises Bihor ist Oradea (dt. Gro‎ßwardein), eine historische, weltoffene Stadt. Oradea wurde rund um die Ruinen einer ehemaligen fünfeckigen sternförmigen Burg errichtet. Die dreieckförmigen Verteidigungstürme der Burg waren völlig voneinander abgetrennt. Die Burg wurde vor kurzem restauriert. Dabei wurde gro‎ßen Wert auf ihre zeitliche Entwicklung gelegt. Im Falle eines Angriffs wurde der Verteidigungsgraben rund herum um die Burg mit Thermalwasser aus dem Peţa-Bach, einem Zufluss der Schnellen Kreisch, überflutet. Die fünf Verteidigungstürme trugen spezifische Namen. Im Inneren der Burg waren Steinhäuser untergebracht, sowie 10 Läden, 3 Mühlen und ein Gefängnis.



    Mit Adrian Dubere, dem Leiter des Touristen-Informationszentrums in Bihor, unterhielten wir uns auf der letzten Tourismusmesse in Bukarest. Er lud uns zu einer Reise durch die Region ein:



    Ein Aufenthalt in unserem Landkreis ist mit Sicherheit ein guter Tipp. Unser Angebot ist vielfältig. Wir haben Berge, Heilbäder — wie z.B. Băile Felix (Felixbad) –, die Stadt Oradea ist wunderschön. Die Touristen können Höhlen besuchen. Wir empfangen sie mit gesunden Speisen. Das Klima ist sehr freundlich, ebenso der Pflaumenschnaps. Und es gibt auch zahlreiche Freizeitmöglichkeiten. Auf dem Fluss Kreisch kann Wildwasser-Rafting betrieben werden. Abenteuerlustige haben auch eine Seilrutsche zur Verfügung. Und wir haben eine besondere Bergstrecke mit verschiedenen Hindernissen in Vârtop hergerichtet — eine sogenannte Via Ferrata.“




    Da es so viele Attraktionen vor Ort gibt, wollten wir von Adrian Dubere erfahren, wie der ideale Aufenthalt in der Region aussehen würde:



    Ideal wäre es, 7 Tage hier zu verbringen. Ich würde zunächst einen Aufenthalt von 3–4 Tagen im Kurort Băile Felix empfehlen. Danach einige Wanderungen, Fahrradtouren. Im Gebirge Pădurea Craiului gibt es ein Schutzgebiet, Frumoasa, wo 5 Höhlen besucht werden können. Dafür ist keine spezielle Ausrüstung notwendig, die Höhlen können problemlos erforscht werden. Auch die Aussicht von oben, vom Gipfel, ist sehr schön. Der Gebirgsferienort Vârtop bietet auch im Winter gute Bedingungen zum Verbringen der Freizeit. Drüber hinaus kann auch der Ort Groapa Ruginoasa besichtigt werden — eine Art Canyon Rumäniens, der Jahr für Jahr zunimmt.“




    Im Kreis Bihor befinden sich 15 besuchbare Höhlen. Doch in einigen davon ist der Zutritt nur mit spezieller Ausrüstung erlaubt. Und man muss sich vorab für den Besuch anmelden. Denn es werden begleitete Führungen lediglich für kleine Besuchergruppen angeboten. Der innere Lebensraum darf nämlich nicht zerstört werden. Allerdings gibt es auch einige Höhlen, zu denen auch weniger spezialisierte Besucher Zutritt haben. Mehr Einzelheiten dazu brachte Adrian Dubere:



    In Valea Roşia zum Beispiel befinden sich zwei Höhlen: die Höhle mit Kristallen und die Höhle Meziad. Und auch ein Bergwerk, die Grube Farcu. Die zwei Höhlen wurden umweltschützend eingerichtet, sie wurden mit kaltem Licht ausgestattet, um das Habitat zu schonen. Die beiden Höhlen können an einem Tag besucht werden. Wir bieten zwei touristische Routen in der Umgebung an — eine leichte und eine mittelschwere. Familien mit Kindern oder Senioren können die leichte Strecke auswählen. Entlang der Strecke können sie örtliche Leckereien verkosten, Kuchen, Marmelade und verschiedene andere hausgemachte, für die Region typische Erzeugnisse. Die Strecke endet mit der schönen Aussicht von der Belvedere in Valea Roşia. Ebenfalls hier befindet sich auch die Bärenhöhle (rum. Peştera Urşilor), die ebenfalls mit kaltem, schonendem Licht ausgestattet wurde. Auch die Höhlen Ungurul Mare und Vadul Crişului, beide am Lauf der Kreisch zu finden, können von jedermann besichtigt werden. Und wie gesagt, es besteht die Möglichkeit Wildwasser-Rafting zu betreiben, Wanderungen zu machen, die Via Ferrata zu versuchen und Vieles mehr.“




    Ostern rückt immer näher, also lud uns Adrian Dubere auch zu den traditionellen Ostern-Veranstaltungen ein:



    Wir organisieren alljährlich das Fest zum Eiermalen — bei Beiuş. Und feiern auch eine Ostermesse jedes Jahr. Dabei legen wir hohen Wert auf unsere Traditionen, auf die für unsere Region spezifischen christlichen Bräuche und Sitten.“

  • Mit gutem Beispiel voran: Kleine Gemeinde vorbildhaft in Abfalltrennung

    Mit gutem Beispiel voran: Kleine Gemeinde vorbildhaft in Abfalltrennung

    Das Dorf Sălacea im nordwestrumänischen Landkreis Bihor, 65 km von Oradea (dt. Gro‎ßwardein) entfernt und nahe der Grenze zum Landkreis Satu Mare (dt. Sathmar), ist eines der wenigen im Land, in dem das Recycling von Abfällen kein sehr kompliziertes Problem ist. Im vergangenen Jahr wurde ein Pilotprojekt zur Abfallsammlung umgesetzt. Das Projekt trennt nicht nur die per Gesetz zwei vorgeschriebenen Abfall-Typen, sondern insgesamt fünf. Jeder der fast 1.000 Haushalte in der Gemeinde erhielt gelbe Beutel für PET- und Metallabfälle, blaue Beutel für Papier und Pappe, einen Flaschenhalter, einen Bioabfallbehälter und einen für Restmüll. So stieg der Recyclinganteil innerhalb von drei Monaten nach Einführung des neuen Sammelsystems von 3% auf 60%. Diese spektakulären Ergebnisse, die in Rekordzeit erzielt wurden, sind in erster Linie auf das Engagement des Bürgermeisters der Kommune zurückzuführen, der mit Unterstützung der Gemeinde sowie des Müllentsorgungsunternehmen einen wichtigen Schritt zum Erreichen des Recyclingziels getan hat.



    Der Bürgermeister der Gemeinde hatte viele Treffen mit seinen Kollegen, entweder in der Schule oder in der Kirche, wo er die Vorteile der Mülltrennung erklärte: Wer separat recycelbare Abfälle einsammelt, zahlt weniger als diejenigen, die dies nicht tun — 5 Lei (umgerechnet ca. 1 Euro) pro Person und Monat für diejenigen, die Müll getrennt sammeln, und 10 Lei (2 Euro) für diejenigen, die sich nicht anstrengen. Die Vorsitzende der Umweltschutzbehörde in Satu Mare (Sathmar), Elisabeth Bekessy, sagte:



    Was der Bürgermeister getan tat, ist ein Wunder, wenn man die dreimonatige Projektumsetzung bedenkt. Sie sammeln gezielt fünf Typen von wiederverwertbaren Abfällen: Papier, Kunststoff, Glas, Eisen und Gemüseabfälle. Deshalb hat das Rathaus jeder Familie spezielle Behälter für diese fünf Typen wiederverwertbaren Abfalls zur Verfügung gestellt, jedoch keine gro‎ßen Behälter. Hier liegt das Geheimnis. Die Leute haben kleinere Container und wissen, dass der Müllwagen alle zwei Wochen kommt und den Müll aufwirbelt, so dass sie versuchen werden, so wenig Müll wie möglich zu erzeugen. Und das liegt daran, dass ein Bürger über eine bestimmte Menge Müll zahlen muss.“




    Und tatsächlich stellen die Bürger ihre kleinen Müllcontainer auf die Stra‎ße, und die Wagen kommen in mehreren Anläufen für jede Müllsorte und holen den Abfall ab. Neben diesen fünf Abfalltypen gibt es auch Sperrmüll wie Trümmer und sogar Sondermüll wie abgelaufene Medikamente. Für diese gibt es auf kommunaler Ebene zwei Sammelstellen. Und wer mehr Glasabfälle hat, kann sie in das Sammelzentrum bringen.



    Das Projekt in Sălacea könnte in anderen Gemeinden umgesetzt werden, es ist ein gutes Vorbild. Laut EU-Anforderungen muss die getrennte Sammlung von wiederverwertbaren Abfällen im Jahr 2020 50% erreichen.

  • Sarre Hanna aus Israel: „Oradea ist perfekt fürs Studium“

    Sarre Hanna aus Israel: „Oradea ist perfekt fürs Studium“

    Die Jurafakultät der traditionsreichen Universität Oradea (dt. Gro‎ßwardein) im Westen Rumäniens wurde im Jahr 1780 gegründet, sie gilt somit als die älteste Jurafakultät in diesem Teil Europas. Derzeit ist die Universität Oradea in 15 Fakultäten gegliedert und bietet ihren Studenten ein vielfältiges und umfangreiches Studienangebot. Die Universität bietet zudem an fast 352 Partnerhochschulen aus 39 Ländern die Möglichkeit eines Auslandsstudiums. Aber auch ausländische Studenten studieren an der Universität im westrumänischen Oradea. Einer von ihnen ist Sarre Hanna aus Nazareth, Israel. Vor Studiumbeginn lernt Sarre Hanna die rumänische Sprache:



    Ich bin nach Rumänien gezogen, um die rumänische Sprache zu lernen, und ab Herbst werde ich Maschinenbauingenieur studieren. Als ich in Israel war, habe ich mich viel über Rumänien und Oradea informiert und herausgefunden, dass dieses Land und besonders Oradea einen perfekten Raum fürs Studium anbietet. Das Land ist schön, die Menschen sind warmherzig, das Essen schmeckt mir auch und hier fühle ich mich sicher. Was die rumänische Küche angeht, liebe ich natürlich Sarmale (Krautwickel mit Hackfleisch und Reis). Die rumänische Sprache ist leicht und ich habe sie sehr schnell gelernt. Meine Schwester lebt auch hier, sie fühlt sich auch sehr wohl in Rumänien. Ich freue mich, dass ich mich für ein Studium in diesem Land so schnell, ohne lange zu überlegen, entschlossen habe.“




    Die Unterstützung der Freunde und der Familie habe eine wichtige Rolle für seine Entscheidung gespielt, sagt Sarre Hanna:



    Meine Familie hat mich dabei unterstützt. Zuerst habe ich mich über Euer Land informiert, dann habe ich das Land besucht und bin mir jetzt sicher, dass ich eine gute Entscheidung getroffen habe. 2014 habe ich zum ersten Mal Rumänien besucht, nicht nur Bukarest, sondern auch Braşov, Oradea, Cluj und Sibiu.“




    Was die Unterschiede zwischen dem rumänischen und dem israelischen Bildungssystem angeht, glaubt unser Gesprächspartner, dass diese sehr ähnlich sind:



    Beide Systeme garantieren eine qualitativ hochwertige Bildung, mit dem Unterschied, dass Israel viel teurer ist. Die rumänischen Professoren sind sehr hilfsbereit, genau wie meine Kollegen. Das Studienangebot in Rumänien finde ich sehr gut, zudem habe ich hier viele Freundschaften geknüpft und somit habe ich auch die Sprache besser gelernt. Meine Kollegen sind auch besonders nett, wir haben viel Spa‎ß zusammen, wir bereisen die Gegend, wir gehen zusammen in die Stadt. Ich habe zudem auch Privatunterricht für die rumänische Sprache genommen. Ich habe mich der Unterstützung meiner rumänischen Kollegen und Professoren erfreut und jetzt zeige ich mich selber hilfsbereit meinen ausländischen Kollegen gegenüber.“



    Den Gymnasium-Absolventenn in seinem Land rät Sarre Hanna, Rumänien für ein Hochschulstudium einzukalkulieren:



    Man wei‎ß nie, wie es ist, wenn man’s nicht probiert. Ihr solltet es versuchen und ihr werdet es nicht bereuen. Nach Studiumabschluss werde ich hier oder in einem anderen europäischen Land bleiben, ich erwäge alle Möglichkeiten und bin offen für alles, was auf mich zukommt.“

  • Israelischer Medizinstudent: „In Rumänien ausgebildete Ärzte haben einen guten Ruf“

    Israelischer Medizinstudent: „In Rumänien ausgebildete Ärzte haben einen guten Ruf“

    Die Universität in Oradea (dt. Gro‎ßwardein) wurde im Jahre 1991 gegründet und befindet sich im Zentrum der Stadt, in einem wunderschönen Gebäude. Hier studieren sowohl Studenten aus Rumänien als auch Studenten aus dem Ausland. Mazen Bayadsi kommt aus Israel und studiert Medizin in der englischsprachigen Abteilung. Der Viertsemester erzählt, wie er sich für Rumänien entschieden hat:



    Ich habe Rumänien gewählt, weil ich mir eine neue Erfahrung als internationaler Student in diesem Land wünsche. Ich will die Ärzte aus meinem Land, die hier studiert haben und gute Fachleute sind, kennenlernen. Ein Mitglied meiner Familie hat ebenfalls in Oradea studiert. Er hat mit empfohlen, in Rumänien weiter zu studieren. Das israelische Unterrichtssystem gleicht dem rumänischen. Nur die Unterrichtssprache ist eine andere.“




    Die erste nationale Medizin- und Pharmaziehochschule in Rumänien wurde vor einem Jahrhundert gegründet. Die Tradition des Medizinunterrichts wurde erfolgreich in unterschiedlichen rumänischen Universitätszentren fortgesetzt. Oradea zählt unter den Städten mit den meisten ausländischen Studenten. Vielleicht werden sie auch von der mittelalterlichen Burg herangelockt. Mazen Bayadsi dazu:



    Oradea ist eine ruhige Stadt. Sie ist wunderschön, hat viele Parks und touristische Sehenswürdigkeiten. Ich habe auch andere Städte besucht wie Cluj (Klausenburg), Sibiu (Hermannstadt), Timişoara (Temeswar), Sighişoara (Schä‎ßburg). Alle haben mir gefallen, aber am meisten gefiel mir Sighişoara, weil sie in einer Gebirgsregion liegt. Die engen Gassen haben mich sehr beeindruckt.“




    Obwohl Mazen Bayadsi in English studiert, spricht er auch Rumänisch. Wie hat er Rumänisch gelernt?



    Ich habe mit einer Kollegin studiert. Es ist sehr schwer, nur aus Büchern zu lernen. Ich habe auch mit den Leuten in der Stadt geübt. Fremdsprachen zu lernen, ist mein Hobby. Rumänisch ist eine ganz schöne Sprache. Die Rumänen sind gastfreundlich. Wenn man um Hilfe bittet, dann bekommt man sie. Ich habe Freunde unter den Kollegen. Über die Speisen kenne ich fast nichts. Ich habe bis jetzt keine traditionellen Speisen gegessen, aber ich möchte die mit Hackfleisch gefüllte Weinblätter probieren.“




    Über seine Zukunftspläne sagte uns unser Gesprächspartner folgendes:




    Ich will meine Zeit als Assistenzarzt hier verbringen und werde danach darüber nachdenken, was ich weiter tun werde. Ich fühle mich in Rumänien wie zu Hause. Die Stimmung ist ganz gut, es gefällt mir sehr. Als ich kam, sprach ich überhaupt kein Rumänisch. Das war mein einziges Problem. Aber jetzt ist alles gelöst. Ich will mich bei der Leitung der Fakultät bedanken, weil sie uns sehr viel unterstützt. Gleichzeitig bedanke ich mich bei RRI für das Gespräch.“




    Mazen Bayadsi fährt zweimal im Jahr, in den Winter- und Sommerferien, nach Israel, wo er seine Familie und die alten Freunde wiedersieht.

  • Samisdat im kommunistischen Rumänien: Die ungarischsprachige Zeitschrift „Ellenpontok“

    Samisdat im kommunistischen Rumänien: Die ungarischsprachige Zeitschrift „Ellenpontok“

    Der einzige Samisdat im kommunistischen Rumänien, der auch über die Landesgrenzen bekannt wurde, war der ungarischsprachige Ellenpontok“ (dt. Kontrapunkte“). Er wurde von einer Gruppe ungarischer Intellektueller verfasst, gebildet aus dem Biologieprofessor Antal Károlyi Tóth aus Oradea (Gro‎ßwardein) und seiner Frau, dem Dichter Géza Szőcs aus Cluj (Klausenburg) und dem Philosophen Attila Ara-Kovács, der die Idee hatte, diese Publikation im Eigenverlag herauszubringen. Ellenpontok“ wurde auch au‎ßerhalb von Rumänien dank der Unterstützung der ungarischen antikommunistischen Opposition gelesen.



    Csongor Jánosi von der Bukarester Universität Bukarest erforscht den Fall des Ellenpontok-Samisdates. Er erklärte, dass die Gruppe sowohl persönliche als auch kollektive Gründe für ihr Handeln hatte.



    Warum erschien dieser Samisdat in Oradea, und nicht in Cluj oder Târgu Mureş? Die Antwort ist: Neben der persönlichen Motivation der zukünftigen Redakteure war »Ellenpontok« eng mit dem gescheiterten Versuch verbunden, im Sommer 1980 in Oradea eine ungarischsprachige Kulturzeitschrift zu gründen. Die Initiatoren der Aktion verfassten ein Memo an das Zentralkomitee der Rumänischen Kommunistischen Partei und an den Schriftstellerverband in Bukarest. Sie wollten eine Redaktion nach dem Modell der Zeitschrift »Korunk« aus Cluj oder »Igaz Szó« in Târgu Mureş. Es gab auch einen Notfallplan, der vorsah, dass die Zeitschrift als Beiheft zur rumänischen Kultur- und Literaturzeitschrift »Familia« in Oradea erscheint.“




    Laut Jánosi war dies der Schlüsselmoment, als die Initiatoren sagten, sie müssten etwas Illegales tun, wenn es legal nicht möglich gewesen war. Der 28-jährige Ara-Kovács überredete Szőcs, daran teilzunehmen. Das Ehepaar Toth schloss sich ihnen 1982 an. Csongor Jánosi erläutert auch die Anfänge der Zeitschrift:



    Die Redaktion nahm ihre Tätigkeit im Februar 1982 auf. Die meisten Texte wurden von Ara-Kovács gesammelt, die Redakteure in Oradea waren für die Strukturierung und Vervielfältigung der Zeitschrift verantwortlich. Zudem verteilten sie die Zeitschrift in Oradea und Ungarn, und Szőcs beschäftigte sich mit dem Vertrieb in der Region Cluj und im Szeklerland. Das Prinzip der Herausgeber war, offen über die Bedingungen zu sprechen, in denen sie lebten. Ara-Kovács schrieb einen allgemeinen Text, der auf dem zweiten Umschlag jeder Ausgabe erschien. Der erste Teil dieses Textes kann als »Credo« des Magazins betrachtet werden, das ich folgenderma‎ßen zusammenfasse: »Kontrapunkte« ist ein Samisdat-Magazin, dessen Herausgabe gelegentlich ist. Wir wollen die Menschenrechtsverletzungen in Mittel- und Osteuropa und die politische, wirtschaftliche und kulturelle Unterdrückung der Ungarn in Siebenbürgen bekannt machen.“




    Als Inspirationsquelle für die Zeitschrift dienten ungarische und polnische Samisdat-Veröffentlichungen, wie auch die Oppositionsbewegungen in diesen Ländern. Ein Drittel der Artikel in Ellenpontok“ wurde aus ausländischen Samisdat-Zeitschriften übernommen, die Hälfte der Originalartikel wurde von Ara-Kovács geschrieben. Csongor Jánosi über die Herausgabe und den Inhalt des Magazins:



    Die ersten sechs Ausgaben wurden in jeweils fünf Exemplaren mit einer geheimen Schreibmaschine vervielfältigt, die Ara-Kovács illegal aus Ungarn mitgebracht hatte. Da sie nicht bei der kommunistischen Polizei registriert war, konnte man sie nicht anhand der Buchstaben im Text identifizieren. Die ersten fünf Nummern wurden von Ara-Kovács geschrieben und von Ivona Tóth vervielfacht. Die 6. Ausgabe wurde dann von Antal Károlyi Tóth geschrieben. Die Nummern 7 und 8 wurden in 50 Exemplaren vom Ehepaar Tóth im Keller ihres Hauses mit einem polnischen Multiplikator vervielfacht. Die Zeitschrift hatte je nach Ausgabe zwischen 14 und 56 Seiten. Nummer 8 erschien im Oktober 1982 und war das Werk von Antal Károlyi Tóth. Es umfasst das Memorandum und den politischen Programmvorschlag. Die beiden Dokumente formulierten alternative politische Anforderungen und kritisierten die Politik der osteuropäischen Regime. Diese Dokumente sind bekannt geworden, weil sie den Botschaften der USA, Gro‎ßbritanniens, Finnlands, Frankreichs, Westdeutschlands und Österreichs geschickt wurden. Die beiden Dokumente trafen beim Madrider Treffen der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa ein. Auf dessen Tagesordnung standen die Verbesserung der Beziehungen und die Umsetzung der Helsinki-Schlussakte.“




    Zwischen März und Oktober 1982 erschienen 8 Ausgaben mit 65 Artikeln, insgesamt 293 Seiten. Die letzte Ausgabe, Nummer 9, hatte 24 Seiten. Die ungarische Redaktion von Radio Freies Europa begann dem Samisdat mehr Aufmerksamkeit zu schenken. So begann die Securitate, die Sicherheitspolizei, die Autoren der illegalen Zeitschrift aktiver zu überwachen. In kurzer Zeit, im Herbst 1982, hat die Securitate-Niederlassung in Cluj Informationen erhalten, die zur Durchsuchung der Wohnung von Szőcs führten. Bei der Durchsuchung wurde die Zeitschrift gefunden. Dann folgte das Haus der Familie Tóth in Oradea und die Wohnungen weiterer Leute, die das Samisdat besa‎ßen. Csongor Jánosi gibt uns weiter Auskunft:



    Es ist jedoch sehr interessant, dass die Redakteure der Zeitschrift nicht verhaftet, sondern auf freiem Fu‎ß gelassen wurden; und sie durften sich auch verteidigen. Im Januar, Februar, März 1983 mussten sie Erklärungen abgeben, schlie‎ßlich wurde am 17. Mai 1983 ihr Fall abgeschlossen und sie wurden freigesprochen. Alle Beteiligten wurden in das Securitate-Hauptquartier in Cluj und Oradea berufen und verwarnt. Es wurden keine strafrechtlichen Ma‎ßnahmen ergriffen, weil es nicht den Interessen des Regimes diente, dass der Samisdat zu einem bekannten Fall wird und die Beteiligten zu Märtyrern erklärt werden.“




    Die Geschichte der mutigen Autoren des Ellenpontok-Samisdats endete, wie in so vielen anderen Fällen, mit der Emigration. Sie wanderten nach Ungarn aus, Ara-Kovács 1983, das Ehepaar Tóth 1984. Szőcs übersiedelte 1986 nach Westdeutschland. Nach der Wende von 1989 kam dieser zurück nach Cluj.

  • Eva Heyman (1931–1944): Die Anne Frank Siebenbürgens

    Eva Heyman (1931–1944): Die Anne Frank Siebenbürgens

    Eva Heyman, die auch Anne Frank Siebenbürgens oder Anne Frank von Oradea (dt. Gro‎ßwardein) genannt wurde, war eines der 1,5 Millionen jüdischen Kinder, die während des Holocausts ermordet wurden. Sie hinterlie‎ß ein Tagebuch, aus dem die Nachwelt erfuhr, wie eine 13-jährige Jugendliche die Realität betrachtete, wie sie sich die Welt erklärte, die sie umgab, eine Welt der Entmenschlichung, des Hasses und des Völkermordes. Wir haben den Historiker Marius Popescu vom rumänischen Zentrum für jüdische Studien gebeten, das Tagebuch von Eva Heyman zu erläutern. Marius Popescu beschrieb, wie das Ghetto in Gro‎ßwardein aussah, der Heimatstadt des Arztes Miklós Nyiszli. Nyiszli ist der Autor des berühmten Romans Ich bin Arzt in Auschwitz gewesen“.



    Eva Heyman ist ein jüdischstämmiges Mädchen aus Oradea, einer Stadt, die eine sehr zahlreiche jüdische Bevölkerung hatte. Nach der Grö‎ße war das Ghetto in Oradea das zweitgrö‎ßte in Ungarn, nach Budapest. Darüber hinaus war es ein sehr restriktives Ghetto, wie eigentlich alle im besetzten Nordsiebenbürgen. Dort ‚erfüllten‘ die ungarischen Gendarmen ihre Aufgabe mit einem au‎ßergewöhnlichen Übereifer, der sogar die Nazihenker verblüffte. Ich beziehe mich auf die Schnelligkeit, mit der die Juden aus Nordsiebenbürgen in Vernichtungslager befördert wurden. Binnen zwei Wochen wurde die jüdische Bevölkerung deportiert und aus dem, was einst die siebenbürgischen Städte mit einer zahlreichen jüdischen Bevölkerung gewesen ist, blieb leider nur Geschichte.“




    Eva Heyman begann im Alter von 13 Jahren ein Tagebuch zu schreiben, am 13. Februar 1944, ihrem Geburtstag. Schon in den ersten Seiten des Tagebuches wird die Besorgnis spürbar, die das junge Mädchen buchstäblich zerfra‎ß. Der Historiker Marius Popescu dazu:



    Man geht davon aus, dass, wenn man das Tagebuch eines Kindes oder Jugendlichen liest, man etwas anderes lesen müsste. Dieses Tagebuch tut nichts anderes, als eine vollkommen tragische Situation der jüdischen Bevölkerung jener Zeit zu schildern. Wenn man durch das Tagebuch blättert, erkennt man, dass die tiefe Unruhe Evas gegenüber der Wegnahme der Apotheke ihres Gro‎ßvaters besonders wichtig ist. Dies geschah infolge der Erlassung sehr restriktiver Gesetze, wodurch die Juden sogar nur zwischen bestimmten Uhrzeiten auf die Stra‎ße durften. Gleichzeitig mit der Wegnahme der Apotheke des Gro‎ßvaters fiel die Stabilität des Heimes auseinander. Sie verwies im Tagebuch darauf, das ein ungarischstämmiger Mann die Apotheke des Gro‎ßvaters bedenkenlos übernahm. Vergessen wir nicht, dass am 30. August 1940 Nordsiebenbürgen an Ungarn abgetreten wurde. Dazu haben wir einige Aufzeichnungen Evas, die schildert, wie sie Zeugin der Abschiebung der Rumänen durch die ungarischen Behörden wurde. Im Tagebuch steht auch, dass auf der Stra‎ße auch sehr viele neue Gesichter zu sehen waren. Die Stadt hatte sich geändert, es waren plötzlich viele Menschen da, die aus Ungarn gekommen waren. Einer der Gründe, wofür man Evas Gro‎ßvater die Apotheke wegnahm, war, dass er ein Freund der Rumänen gewesen war, dass er ein Jude war, der die Ungarn nicht unterstützt hatte. Das war natürlich ein abwegige Begründung.“




    Aber der grö‎ßte Schock kam erst noch. Dieser stellte sich ein, als Marta, die beste Freundin Evas, gemeinsam mit ihrer Familie verschwand. Historiker Marius Popescu:



    Noch härter als die Wegnahme der Apotheke des Gro‎ßvaters traf sie das Verschwinden ihrer Freundin Marta. Sie war ein gleichaltriges Mädchen, mit dem sie ihre Freizeit verbrachte. Wie alle Kinder fuhren sie mit dem Fahrrad, kauften Eis, das sie entweder bei Marta oder bei Eva zuhause a‎ßen. Alles war schön bis zum Jahr 1941. Es war das Jahr, als die ungarischen Behörden alle Juden deportiert haben, die ihre Staatsangehörigkeit nicht nachweisen konnten. Martas Vater stammt aus der Bukowina. Marta wurde in Oradea geboren, weil ihre Mutter aus Oradea stammte. Somit musste Martas Vater evakuiert werden. 1941 wurden die Juden von den ungarischen Behörden einberufen, nach Kamenez-Podolski gebracht und getötet. Martas Mutter und Marta standen zu ihrem Mann bzw. Vater, der keine ungarischen Staatsangehörigkeit hatte, und folgten ihm in das Lager, wo sie auch umgebracht wurden. Psychologisch gesehen ist das der Schlüsselmoment des Tagebuches, in dem sich die Welt Eva Heymans radikal verändert. Nicht, dass es davor eine fröhliche Welt gewesen sei, aber das Bild, in dem ihre Freundin von Gendarmen aus Evas Haus verschleppt, nach Kamenez-Podolski gebracht und getötet wird, ist der Augenblick, in dem ihr seelischer Tumult beginnt. Es gibt keine Seite im Tagebuch, auf der ihr seelischer Aufruhr nicht erwähnt wird. Drei Jahre danach fand sie ihr Ende auf gleiche Weise, diesmal aber im Lager von Auschwitz-Birkenau.“




    Zu den Tragödien, die Eva Heyman niederschlugen, kam ein persönliches Familienleiden hinzu. Marius Popescu:



    In der Familie herrschte ziemlich viel Aufregung. Ihre Mutter war von ihrem Vater geschieden und hatte Béla Zsolt, den Adoptivvater Evas, einen linksorientierten Schriftsteller, geheiratet. Zu der Zeit war es unerwünscht, Jude und dazu noch linksorientiert zu sein. Evas Mutter und ‚Herr Béla‘, wie Eva ihn nannte, waren selten zuhause, sie versteckten sich die ganze Zeit. Eva Heyman wurde grö‎ßtenteils von den Gro‎ßeltern mütterlicherseits gro‎ßgezogen. Wenn wir das Tagebuch durchlesen, erkennen wir eine recht kühle Haltung Evas ihrer Mutter gegenüber.“




    Ich bin 13 Jahre alt geworden. Ich bin an einem 13. geboren, an einem Freitag.“ So begann sie ihr Tagebuch am 13. Februar 1944. Am 17. Oktober 1944 wurde die typhuskranke Eva Heyman im Alter von dreizehneinhalb Jahren in die Gaskammer geschickt.

  • Oradea/Großwardein: „Grüne Hauptstadt“ Rumäniens zählt auf Recycling

    Oradea/Großwardein: „Grüne Hauptstadt“ Rumäniens zählt auf Recycling

    Rumänien hat noch kein gut geregeltes System zur getrennten Abfallsammlung. Nur 3% der Abfälle werden recycelt, während die Europäische Union immer höhere Recyclingziele stellt, die den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft ermöglichen sollten. Oradea (dt. Gro‎ßwardein) ist die einzige rumänische Stadt, die an einem Projekt für die getrennte Sammlung der Haushaltsabfälle arbeitet. Mehr darüber von der Sprecherin der Stadtverwaltung Oradea, Anca Grama:



    Wir haben in Oradea mehr als 700 Eigentümervereine, die von der Stadtverwaltung Container für die getrennte Abfallsammlung erhalten haben, einschlie‎ßlich Container mit Kartenverschluss, die nur von den Vereinsmitgliedern benutzt werden können. Wir haben ein amtlich zugelassenes Müllabfuhrunternehmen und eine umweltgerechte Deponie, die sehr gut funktionieren. Im Rahmen eines Pilotprojekts haben wir letztes Jahr in Oradea bei den grö‎ßten Eigentümervereinen 10 unterirdische Sammelstellen zur getrennten Abfallsammlung eingerichtet, und nun wollen wir ein 3000 Quadratmeter gro‎ßes Zentrum zur getrennten Abfallsammlung mit 12 Containern direkt am Übergang zur Umgehungsstra‎ße von Oradea einrichten. Das Sammelzentrum wird gemä‎ß eines Investitionsplans, der von der Stadtverwaltung genehmigt wurde, von unserem amtlich zugelassenen Müllabfuhrunternehmen eingerichtet. Auf diese gro‎ße Sammelstelle werden die Einwohner von Oradea ihre Abfälle kostenlos abstellen können; die Stadtverwaltung Oradea sichert dann den Transport der Abfälle zur Stadtdeponie. In die 12 Container werden die Stadtbewohner Abfälle aller Art abstellen können, von gefährlichen Abfällen bis zu wiederverwertbaren Abfällen wie Metallverpackungen, Haushaltsgeräte, Glas, Elektroabfälle, Kunststoff, Papier, Holz, Bauabfälle und Pflanzenabfälle.“




    Die Investition für das neue Zentrum zur getrennten Abfallsammlung in Oradea, das im Herbst dieses Jahres eröffnet wird, beziffert sich auf 825.000 Lei (umgerechnet etwa 185.000 Euro). Anca Grama präsentiert auch weitere Umweltprojekte der Stadt Oradea, die 2012 den Titel Grüne Hauptstadt Rumäniens“ gewonnen hat:



    Im Rahmen unserer Umweltprojekte sanierten wir die Ufer des Flusses Crişul Repede (Schnelle Kreisch), der durch Oradea flie‎ßt. Wir haben Radwege eingerichtet, die Fu‎ßgängerzonen erweitert und wir werden auch in jedem Stadtbezirk einen Park einrichten. Es ist besonders wichtig, in jedem Stadtbezirk eine Grünanlage zu haben — in Oradea wird viel gebaut und die Umwelt sollte nicht darunter leiden. Laut Gesetz sollten in der Stadt 25 Quadratmeter Grünanlagen pro Einwohner existieren; 2011 hatten wir in Oradea 23 Quadratmeter Grünanlagen pro Einwohner, und das brachte uns den Titel »Grüne Hauptstadt Rumäniens«. Wir sind weiterhin in dieser Richtung aktiv und bemühen uns, die Grünanlagen zu erweitern. Die Stadt Oradea wird immer grö‎ßer, und wenn wir nicht gepflegte, überwucherte Grundstücke entdecken, richten wir dort Parks ein.“

  • Oradea – die multikulturelle Stadt in Nordwestrumänien

    Oradea – die multikulturelle Stadt in Nordwestrumänien

    Unsere heutige Reise geht in den Nordwesten Rumäniens, nämlich nach Oradea (dt. Gro‎ßwardein, ung. Nagyvarad). Oradea liegt am östlichen Rand der Gro‎ßen Ungarischen Tiefebene am Fluss Crişul Repede (dt. Schneller Kreisch). Das Stadtzentrum ist 13 km von der ungarischen Grenze entfernt. Am Nordostrand der Stadt enden die Ausläufer des Apuseni-Gebirges. Das Gebiet ist damit eine Übergangszone zwischen hügeligem Relief und Ebene. Die Innenstadt zeichnet sich durch schmale, mittelalterliche Gassen aus, die Oradea zum romantischen Reiseziel machen. Die Gebäudearchitektur beeindruckt durch die raffinierte Eleganz. Zahlreiche Hotels, Restaurants und Cafés warten darauf, ihre Gäste willkommen zu hei‎ßen.



    Die Stadt Oradea war auch in der Vergangenheit ein bedeutender Bezugspunkt in der Region. Sie war schon immer ein wichtiges Kultur- und Handelszentrum. Im Mittelalter gab es in der Burg eine Sternwarte. Die dort arbeitenden Astronomen verwendeten den Meridian der Stadt Oradea als Nullmeridian. Die Stadt wurde erstmals urkundlich im Jahr 1113 erwähnt. Die ersten Vermerke über die Burg sind dagegen auf das Jahr 1241 zurückzuführen. Im Mittelalter lebten mehrere Volksgruppen in der Burg zusammen. Dadurch lässt sich die ethnische Vielfalt der Bevölkerung von heute erklären — Rumänen, Ungarn, Alt-Österreicher, Slowaken, Juden, Russinen und Türken leben hier friedlich zusammen.



    Bei einem Stadtrundgang können die Besucher viele bedeutende Denkmäler entdecken. In der Innenstadt gibt es zahlreiche alte, schöne Gebäude. Manche wurden sogar im 16. Jahrhundert errichtet. Der Wiener Architekt Franz Anton Hillebrandt entwarf die bedeutendsten Gebäude im Barockstil. In diesem Zusammenhang ist das Barockschloss repräsentativ. Die historische Altstadt zeichnet sich durch die im Jugendstil erbauten Gebäude aus, wie z.B. das Staatstheater, das Rathaus, das Apollo-Palais, die Sternfestung, das Haus Poynár oder das Palais Moskovitz. Sehenswert sind auch einige orthodoxe sowie römisch-katholische Kirchen in der Stadt. Manche von ihnen beherbergen auch ein hausinternes Museum.



    Die orthodoxe Mondkirche“ (rum. Biserica cu Lună), offiziell Kirche zur Entschlafenen Muttergottes“ (rum. Biserica Adormirea Maicii Domnului), erbaut im barocken bis klassizistischen Baustil, fertiggestellt 1790, sollte auf jeden Fall nicht verpasst werden. Wahrzeichen ist ein Mechanismus im Turm, der anhand einer Kugel die aktuelle Mondphase anzeigt. Der Turm ist 55 m hoch, wobei die Kugel einen 3 m gro‎ßen Durchmesser hat.



    Ebenfalls in der Innenstadt befinden sich das Staatstheater und die Philharmonie. Interessierte Besucher, Kultur- und Musikliebhaber können sich abends im Konzertsaal entspannen oder einer Aufführung beiwohnen. Theateraufführungen gibt es sowohl in rumänischer wie auch in ungarischer Sprache. Die meisten Aufführungen beginnen um 19 Uhr.

  • Zur Geschichte der Großwardeiner Burg

    Zur Geschichte der Großwardeiner Burg

    Die mittelalterlichen Burgen und militärischen Abwehranlagen sind heute zum Gro‎ßteil touristische Attraktionen geworden. In Rumänien gibt es ein paar spektakuläre Burgen. Eine davon befindet sich in Oradea / Gro‎ßwardein, im Westen des Landes. Die Gro‎ßwardeiner Burg gilt als ein in Rumänien einmaliges Architektur-Denkmal. Sie ist auch eine der wenigen Bauten dieser Art, die noch heute genutzt werden.



    Die Burg hat eine lange und komplizierte Geschichte. Gegründet wurde sie vom ungarischen König Ladislaus I., der zwischen 1077 und 1095 regiert hat. In den lateinsprachigen Dokumenten der Zeit wurde sie castrum“ genannt. Sie besa‎ß eine Palisadenabsperrung, Holztürme und teilweise auch eine Steinmauer. Umgeben war sie von einem Wassergraben. Im Falle einer Belagerung konnte der Graben mit Thermalwasser aus dem Peţa-Fluss gefüllt werden.



    Anfänglich hatte König Ladislaus ein befestigtes Kloster errichten lassen, das der Jungfrau Maria gewidmet wurde. Daraus entwickelte sich eine Burg. Anschlie‎ßend wurde die Klosterkirche, beginnend mit dem Jahr 1092, als Kathedrale und Sitz der römisch-katholischen Kirche in Oradea benutzt. Als er dann 1095 starb, wurde König Ladislaus im Innenhof der Kathedrale begraben. Nándor Mihálka, Archäologe beim Burgmuseum Oradea hat die Details:



    Die Burg war römisch-katholischer Bischofssitz bis 1557, als es von den siebenbürgischen Truppen übernommen wurde. Bis 1660, während der Fürstentums-Zeit Siebenbürgens, wurden alle mittelalterlichen Bauten abgerissen und die Burg, in der wir uns jetzt befinden, wurde gebaut. Beginnend mit 1619 wird dieses wunderbare Fürstenschloss im Auftrag von Gabriel Bethlen gebaut. Zwischen 1660 und 1692 wurde Oradea das Zentrum einer türkischen Provinz. Es handelte sich dabei um die letzte türkische Provinz, die im Karpatenraum gegründet wurde, denn nach 1692 wurden die Türken endgültig aus diesem Gebiet vertrieben.“




    Am 27. Juni 1192 sprach Papst Celestinus III. König Ladislaus heilig. Sein Grab wurde eine Pilgerstätte. Während des Mongolensturms von 1241 wurde die Burg erobert und in Brand gesetzt. Diese Episode wurde von dem Mönch Rogerius in der Chronik Carmen miserabile“ erzählt. 1290 wurde die Burg vom siebenbürgischen Fürsten Roland Borşa angegriffen. Dabei wurde sie beschädigt. Im 14. Jahrhundert wurde sie wieder aufgebaut. Damals war sie ein Siebeneck, besa‎ß Türme und Schie‎ßscharten.



    Zwischen 1342 und 1370, während der Gotik, wurde dann eine gro‎ße beeindruckende dreischiffige Kathedrale mit zwei Türmen gebaut. Im Innen wurde sie dekoriert und mit mehreren Altären vorgesehen. Die Kathedrale ist eine der grö‎ßten in Siebenbürgen. Während der Renaissance im 15. Jahrhundert lebte in Oradea der Astronom Georg von Peuerbach. Er lie‎ß hier eine Sternwarte errichten und setzte in Oradea den Nullmeridian fest. Über Sonnen- und Mondfinsternisse berichtete er in seinem Buch Tabulas Varadienses“.



    Die türkische Offensive nach Mitteleuropa in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts führte zur Eroberung der Burg. Am 24. Februar 1538 wurde ein Friedensvertrag in der Stadt unterzeichnet. Infolgedessen wurde Siebenbürgen von Ungarn getrennt und stand somit unter türkischer Oberhoheit. Nach dem Drei‎ßigjährigen Krieg, der 1648 endete, wurde in Gro‎ßwardein eine andere fünfeckige Burg von italienischen Architekten gebaut. Ebenfalls in der Barockzeit wird das Fürstenschloss von Gabriel Bethlen vom Italiener Giacomo Resti gebaut. Die Gegenoffensive der Habsburger Ende des 17. Jahrhunderts brachte die Rückeroberung der Burg mit sich. Zwischen 1692 und 1695 wurde sie dann saniert. Der Archäologe Nándor Mihálka berichtet weiter:



    1692 wurde die Burg von den österreichischen Truppen zu einer Kaserne umgebaut. Und sie blieb bis 1990 eine Kaserne. Nach dem EU-Beitritt Rumäniens haben wir EU-Fonds für den Wiederaufbau der Burg bekommen. 2010 fing die Sanierung an und dauerte fünf Jahre. Wir hoffen, nächstes Jahr die archäologischen Ausgrabungen in der gotischen Kathedrale zu starten. Zudem sollen Parkplätze eingerichtet werden und die Basteien wieder aufgebaut werden. Es gab fünf Basteien, nur eine wurde wieder aufgebaut. Dann soll noch der Wiederaufbau und die Sanierung der Au‎ßenmauer folgen.“




    Wie im Falle vieler Burgen gibt es auch in Oradea Legenden, die die Gro‎ßwardeiner Burg umweben. Laut einer dieser Legenden hätten zwei Engel dem König Ladislaus bedeutet, er solle hier ein Kloster bauen lassen. Eine zweite Legende betrifft die Zeit nach der osmanischen Eroberung und wird als Verräter-Legende bezeichnet. Während der Türken-Belagerung von 1540 soll die Frau des Müllers den Türken verraten haben, wie sie die Schleusen des Wassergrabens öffnen können. Die Türken hatten nämlich ihre Söhne fest genommen und sie damit erpresst.



    Heutzutage ist die Lage friedlich. In der Burg haben mehrere Institutionen ihren Sitz, darunter auch die Fakultät für visuelle Künste der Gro‎ßwardeiner Universität.

  • Ein Abstecher in den Landkreis Bihor

    Ein Abstecher in den Landkreis Bihor

    Der Landkreis Bihor rühmt sich mit Städten, die eine reiche Geschichte haben, mit Dutzenden von Kirchen und Architekturdenkmälern, mit tiefen und dichten Wäldern, mit besonderen Höhlen und typischen Gebirgsdörfern. Die Bewohner dieser Landesgegend bewahren eine authentische Lebensweise. Die Kreishauptstadt ist Oradea (Gro‎ßwardein), eine kosmopolitische Stadt mit einer mannigfaltigen Kultur und Religion. Die Burg Oradea, die heute restauriert wird, wurde zum ersten Mal 1241 urkundlich erwähnt, als die Bewohner sich gegen einen tatarisch-mongolischen Angriff verteidigen mussten. Unter den Gebäuden mit einem hohen historischen Wert zählen das Barock-Palais, das Rathaus in Oradea, das Justiz-Palais, das Finanz-Palais, das Schwarze-Adler-Palais, das Apollo-Schloss, das Stern-Schloss, das Moskovits-Schloss, die Mondkirche und die Römisch-Katholische Kathedrale.



    Şoran Zdraur vom nationalen Zentrum für Information und Tourismusförderung in Bihor war an der Tourismusmesse Rumäniens anwesend und sagte uns, welche Sehenswürdigkeiten in Bihor zu besuchen sind:



    In der Nähe von Oradea liegt der berühmte Badekurort Băile Felix. Weitere attraktive Gegenden sind Padiş und Glăvoi, wo zahlreiche Höhlen besucht werden können. In Padiş können die Touristen die Höhlen Chişcău und Meziad besichtigen.“




    Eine der bekanntesten Höhlen in Bihor ist Ungurul Mare, wo der grö‎ßte Bronzeschatz zu finden ist. Hier wurden auch Spuren aus dem Neolithikum während in Meziad Töpfe aus der vorhistorischen Zeit entdeckt wurden. Ebenfalls hier lebt die bedeutendste Fledermauskolonie in Europa. Vadu Crişului ist die erste Höhle, die für Touristen eingerichtet wurde. Die Höhlen Gălăşeni und Cetăţile Rădesei dürfen nur mit Reiseleiter besucht werden und sind schwer zugänglich.



    Eine weitere Attraktion sind die Kirchen und Kathedralen. Die Holzkirche in Peştiş in der Nähe der Stadt Aleşd ist eine der ältesten Sehenswürdigkeiten des Landkreises Bihor. 1797 wurde die Kirche neugebaut, während die Malerei 1810 fertig war. 1862 wurde die Holzkirche rückverfestigt, als der Turm wiedererrichtet wurde. Die Holzkirche in Peştiş hat eine ganz unterschiedliche Architektur im Vergleich zu den anderen Kirchen in der Region. Ihre Struktur ist ganz aus Holz. Der Text, der beim Eingang in Lateinisch geschrieben ist, erinnert an die Zeitspanne, in der sie gebaut wurde.



    Şoran Zdraur erzählt uns nun über die Winterbräuche im Kreis Bihor, wo die Traditionen gut bewahrt werden:



    Jungen- und Kinderscharen gehen von Haus zu Haus und singen Weihnachtslieder. Sie spielen Trompetengeige. Die Dorfbewohner sammeln sich in Scharen und gehen durch die Dörfer. Der Brauch hei‎ßt Țurca. Sie spielen einen Reigen, eine Polka und singen ein Weihnachtslied. Wir erwarten sie, liebe Gäste, im Kreis Bihor, dem schönsten rumänischen Kreis, wo sie viele touristische Attraktionen erwarten.“

  • Konfessionsschulen in Rumänien

    Konfessionsschulen in Rumänien

    In Rumänien gibt es Schulen des öffentlichen Bildungssystems und gleichzeitig Schulen, die von der Kirche verwaltet werden. Es handelt sich um Konfessionsschulen, wo nach demselben Lehrplan wie in den staatlichen Schulen unterrichtet wird, die sich aber von diesen in einer Hinsicht unterscheiden. Um mehr über die Differenzen zu erfahren und darüber, was sie verlockend für die Schüler macht, haben wir bei diesen und ihren Lehrern und Eltern nachgefragt.



    Răzvan geht auf das Römisch-Katholische Gymnasium Sankt Joseph“ in Bukarest und ist in der 9. Klasse, Fachrichtung Mathematik-Informatik. Er ist schon seit der 1. Klasse Schüler dieses Gymnasiums. Damals wählten natürlich die Eltern für ihn, aber später, als er die Aufnahmeprüfung fürs Gymnasium abglegen sollte, entschied er sich, beim selben Gymnasium weiterzumachen.



    Mir gefällt es, was wir in der Schule lernen. Ich brauche keine Nachhilfestunden, denn die Lehrer unterrichten alles sehr gut in der Klasse. Hier gibt es keine Drogen und keinen Alkohol, im Vergleich zu anderen Gymnasien, wo sich die Schüler auch schlagen. Da es sich um ein kleines Gymnasium handelt, haben die Lehrer genug Zeit, um sich um uns alle zu kümmern.“



    Da Răzvan der Fachrichtung Mathematik-Informatik nachgeht, hat er nur eine Stunde Religion wöchentlich. Dafür hat Francesca, Schülerin in der 12. Klasse bei der Fachrichtung Theologie, mehrere Religionskurse. Sie ist orthodox und sie mag es, dass man auf einem katholischen Gymnasium, das Gleichgewicht zwischen Kenntnissen und seelischer Ruhe fördert.



    Für mich und meine Eltern ist Ordnung im Leben wichtig. Im Vergleich zu den Schülern von Mathe-Info habe ich hier vier-fünf religionsbezogene Unterrichtsstunden wöchentlich: Religionsgeschichte, Religion, Religionskunde, die den Geschichts- und Rumänischstunden entsprechen, weil sie sehr viel gemeinsam haben.“



    Schwester Rodica Miron, Leiterin des Römisch-Katholischen Gymnasiums Sankt Joseph“ in Bukarest ist der Auffassung, dass das Haupziel dieser Konfessionsschule au‎ßer der intelektuellen Bildung der Kinder auch eine dem Evangelium entsprechende ethische und geistige sei. Wie man das unter den Bedinungen des üblichen Lehrplans erzielen kann, erfahren wir von Schwester Rodica Miron.



    Was unser Gymnasium kennzeichnet, ist das Herangehen aller Fächer. Das ganze Schulklima unterstützt die Schüler, eine geistige, kulturelle Sichtweise zu entwickeln, sich als Menschen zu entwickeln. Es gibt auch einen geistlichen Leiter, es gibt viele bewährte Personen — Nonnen und Priester –, die hier tätig sind und den Kindern zur Verfügung stehen, wenn sie Fragen jegliche Art haben.



    Aber gerade dieses geistliche Klima hält einige Eltern und Kinder fern von dieser Schule. Schwester Rodica Miron:



    Einige kommen vollkommen zufällig zu uns — und bleiben. Wir betreiben hier keine Proselytenmacherei. Wir wissen gar nicht mal, wer in der Schule katholisch, orhodox oder evengelisch ist. Es stimmt allerdings, dass wir nur christliche Kinder haben, denn unser Bildungskonzept ist christlich. Wir arbeiten mit allen Kindern in der Schule einheitlich. In der ganzen Geschichte unseres Gymnasiums — das letztes Jahr das 20. Jubiläum gefeiert hat — ist nur ein einziger Schüler Priester geworden. Es gibt auch einige Nonnen unter den ehemaligen Schülerinnen, aber die meisten haben eine laizistische Karriere befolgt.“



    Kinder, die allen christlichen Konfessionen angehören, werden auch beim Griechisch-Katholischen Gymnasium Iuliu Maniu“ in Oradea (Gro‎ßwardein) aufgenommen. Dort gibt es 60% Orthodoxe, rund 30% Römisch-Katholiken und Griechisch-Katholiken und die restlichen gehören anderen christlichen Glaubensrichtungen an. Laut dem Leiter Aurelian Cristea ist das Ziel des Gymnasiums die Bildung der Persönlichkeit der Kinder im Sinne der allgemeinen christlichen Werte, aber nicht unbedingt im Sinne eines bestimmten Glaubens.



    In den Allgemeinbildungsklassen hat man eine Stunde Religionsunterricht jede Woche. In der Fachrichtung Theologie gibt es drei oder vier Stunden zusätzlich. Einmal die Woche, Freitags von acht bis neun Uhr, haben wir eine Liturgie für Jugendliche, an der sich alle Schüler unserer Schule beteiligen. Darüber hinaus gibt es viele au‎ßerschulische Tätigkeiten, die nicht zum Lehrplan gehören und daher nicht pflichtig sind. Diese werden von Volontären — Priester und Religionslehrer — vorgeschlagen. Durch ihre Komplexität ziehen sie die Kinder an. Sie bilden ihre Persönlichkeit im Geiste der moralischen, altruistischen Grundsätze der Liebe und des Mitgefühls für die, die es nötig haben. Sie lernen, wie sie im Falle von Problemen, die in ihrem Leben auftreten, durch Gebet und durch Vertrauen zu den Nahestehenden reagieren sollen.“



    Pater Vasile Gavrilă hat die Schule Heilige Drei Hierarchen“ in Bukarest gegründet, um den orthodoxen Kindern und Eltern eine Alternative zum üblichen Unterricht, die näher an ihrem Glauben stehen soll, zu bieten. Er versucht, dies zu tun, indem er den Lehrplan des Bildungsministeriums befolgt und gleichzeitig ein bestimmtes Verhalten der Lehrer fördert. Im Vergleich zu anderen Konfessionsschulen ist die Schule Heilige Drei Hierarchen“ eine Privatschule, deren Tätigkeit vom Ministerium genehmigt wurde und den Segen des Patriarchen der Rumänisch-Orthodoxen Kirche, Daniel, ehalten hat. Das gewährt ihr eine gewisse Unabhängigkeit, die in vielen Hinsichten sichtbar ist. Pater Vasile Gavrilă:



    Alles, was man in der Schule lernt, lernt man aus der Perspektive der offenbarten Wahrheit Gottes. Es herrscht kein Gegensatz zur Wissenschaft und zur Kultur. Wir versuchen, Kultur mit der offenbarten Wahrheit zu verflechten. Da es sich um eine Privatschule handelt, sind wir berechtigt, diejenigen einzuschreiben, die wir einschreiben möchten. Es findet eine Art Auswahlverfahren statt, indem wir, die Schule, eine Vereinbarung mit den Eltern treffen, die uns ihr Vorhaben mitteilen. Vorrangig ist für uns au‎ßer Allgemeinbildung die Erziehung der Kinder und die Persönlichkeitsbildung im christlich-orthodoxen Glauben.“



    Orthodoxer Priester ist auch John Downey. Der US-Amerikaner, der zur Orthodoxie übergetreten ist und vor fünf Jahren zum Priester vereidigt wurde, unterrichtet auch Englisch. Wir erfahren, wie er den orthodoxen Geist während seiner Unterrichtsstunden übermittelt:



    Ich spreche nicht allzu sehr über die christlichen Werte, wenn ich Englisch unterrichte, sondern versuche, zu unterrichten, indem ich den christlichen Geist einhalte, z.B. wenn ich möchte, dass die Klasse sich ruhig verhält. Kinder sind eben Kinder und machen Krach. Als Lehrer muss ich mich durchsetzen, aber auch Mitgefühl zeigen. Man muss sie disziplinieren, aber gleichzeitig müssen sie verstehen, dass man sie liebt, obwohl man weder ihr Freund noch Feind ist. Ich versuche eine persönliche Beziehung zu jedem Kind aufzubauen, denn die orthodoxe Perspektive ist sehr persönlich.“



    Iulian Capsali hat zwei Kinder, die in die Konfessionsschule Heilige Drei Hierarchen“ gehen. Als praktizierender Orthodoxe möchte er dem Nachwuchs seinen Glauben näher bringen, insbesondere weil es Dinge bei den öffentlichen Schule gibt, die ihn unglücklich machen:



    Wenn man sich zuhause und in der Schule wie ein Christ verhält, dann werden die seelischen Eigenschaften des Kindes aufgewertet. Es tritt dem Geist der Kirche bei. Es ist um so besser, wenn dieser Geist auch in der Schule anwesend ist. Meine anderen Kinder kommen aus der Schule mit Angeleneheiten, die ihnen Sorgen bereiten. Stellen Sie sich vor, es gibt Schulkameraden meiner Kinder, die Drogen nehmen oder später sogar zu Dealern werden — und das im Gymnasium! Ich denke, dass es kein Gymnasium in Bukarest gibt, wo dieses Phänomen nicht anwesend ist.“



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