Tag: Wahlen

  • Nachrichten 18.09.2021

    Nachrichten 18.09.2021

    – Die Regierung in Bukarest hat beschlossen, den Zutritt zu Restaurants, Turnhallen, Schwimmbädern sowie öffentlichen und privaten Veranstaltungen in Rumänien nur mit grünem Pass zu erlauben. Dies gilt für Ortschaften, in denen die Infektionsrate den Schwellenwert von 3 Fällen je tausend Einwohner überschreitet. Der grüne Pass ist das auf europäischer Ebene vereinbarte Dokument, das die Covid-19-Impfung, einen negativen Corona-Test oder die Genesung von der Krankheit bescheinigt. Am Sonnabend wurden 5.388 Neuansteckungen und 97 Todesfälle gemeldet. Auf Intensivstation liegen derzeit 798 Patienten. Der nationale Ausschuss für Notfallsituationen hat die Liste der epidemiologisch gefährdeten Staaten aktualisiert. Diese tritt am 19. September in Kraft. Bulgarien und Frankreich wechselten aus der roten Zone in die gelbe Zone und Spanien befindet sich wieder in der grünen Zone.




    – Frankreich hat seine Botschafter aus den Vereinigten Staaten und Australien dringend zu Konsultationen nach Paris zurückgerufen. Dieser au‎ßergewöhnliche Schritt geschah, nachdem die australische Regierung einen 56-Milliarden-Euro-Vertrag mit Frankreich über 12 militärische U-Boote zugunsten von US-Atom-U-Booten gekündigt hat. Canberra erklärte, es verstehe die Enttäuschung Frankreichs, wolle aber weiterhin mit Paris zusammenarbeiten. Gleichzeitig drückte Washington sein Bedauern über die Abberufung des französischen Botschafters zu Konsultationen aus und erklärte, dass es sich weiterhin für eine Lösung des Konflikts einsetzen werde.




    – In Russland wird beginnend mit Freitag ein neues Parlament gewählt. Bis Sonntag können die über 110 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben – auch online. Am Freitag, dem ersten Wahltag, wählten 20 Millionen Menschen, d. h. 17 % der Gesamtzahl der Wahlberechtigten. Nach Angaben des Radio-Rumänien-Korrespondenten in Moskau wird die Hälfte der 450 Abgeordneten auf Parteilisten von 14 politischen Parteien gewählt. Die andere Hälfte wird in Einzelwahlkreisen gewählt, in denen mehr als 2.300 Personen kandidieren. Wichtige Kandidaten der Opposition durften bei den Wahlen nicht antreten oder stehen unter Hausarrest wie einige Mitstreiter des inhaftierten Kremlkritikers Alexej Nawalny. Umfragen zufolge werden die vier parlamentarischen Parteien – die Präsidenten-freundliche Partei “Einiges Russland” mit über 40 %, gefolgt von der Kommunistischen Partei, der nationalistischen LDPR-Partei und der linken Partei “Gerechtes Russland für die Wahrheit” — wahrscheinlich wieder ins Parlament einziehen.




    – Auf ihrem Treffen in Athen bekräftigten die Staats- und Regierungschefs der neun südlichen EU-Länder ihre Entschlossenheit, die globale Erderwärmung zu bekämpfen, und verpflichteten sich zu einer engeren Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der illegalen Migration. Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis, der den Vorsitz des Treffens führte, verwies auf die verheerenden Brände dieses Sommers, die kein Mittelmeerland verschont haben, während Nordeuropa von verheerenden Überschwemmungen heimgesucht wurde. Griechenland, Frankreich, Italien und Spanien haben zusammen mit Zypern, Malta, Slowenien, Kroatien und Portugal eine Erklärung unterzeichnet, in der sie sich für ein ehrgeiziges Ergebnis der Klimakonferenz im November in Schottland aussprechen. Die neun Länder verpflichteten sich au‎ßerdem zu einer verstärkten Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von gewalttätigem Extremismus und Terrorismus.




    – Die grö‎ßte Veranstaltung für neue Medienkunst in Rumänien und einer der drei wichtigsten internationalen Videomapping-Wettbewerbe, iMapp Bucharest – Winners League, findet am Sonnabend in Bukarest statt. Die Kunstwerke der Teams aus den USA, Deutschland, der Ukraine, Japan und Ungarn werden auf die grö‎ßte Projektionsfläche der Welt projiziert: die 23.000 Quadratmeter gro‎ße Fassade des Parlamentspalastes. Die 7. Ausgabe von iMapp Bukarest steht unter dem Motto “The Show Must Go On” und zeigt, wie sich die Menschen durch Kunstwerke, die Licht, Technologie und Musik nutzen, nach und nach ins Leben zurückfinden.

  • Nachrichten 13.07.2021

    Nachrichten 13.07.2021

    Die Reform staatlicher Unternehmen und die Straffung der Steuerverwaltung sind zwei der Hauptziele, die der rumänische Premierminister Florin Citu nach eigenen Angaben als Interims-Finanzminister verfolgen wird. Diese beiden Ziele standen auch ganz oben auf der Agenda der Gespräche, die der rumänische Premier kürzlich mit einer Weltbankdelegation unter der Leitung von Anna Bjerde, Vizepräsidentin für Europa und Zentralasien, führte. Bei dieser Gelegenheit hat Citu auch eine Reihe von Reformen vorgestellt, die von der Regierung übernommen wurden, wie z.B. jene, die das Rentensystem und die öffentlichen Gehälter betreffen, sowie jene, die darauf abzielen, fiskalische Nachhaltigkeit zu erreichen. Der Premierminister erwähnte die Reform der staatlichen Unternehmen und den Prozess der Rationalisierung der Steuerverwaltung und der Nationalen Bank für Entwicklung. Die Weltbank beglückwünschte die Regierung zu dem für 2021 geplanten Wirtschaftswachstum, da Rumänien zu den wenigen Ländern gehört, die sich in diesem Jahr vollständig von der Kontraktion des letzten Jahres erholen konnten.



    Nach Angaben des Nationalen Instituts für Statistik, die am Dienstag veröffentlicht wurden, verzeichnete Rumänien in den ersten fünf Monaten des Jahres ein Handelsdefizit von rund 9 Milliarden Euro. Die Exporte beliefen sich auf fast 30 Milliarden Euro, während die Importe über 38 Milliarden betrugen. Der grö‎ßte Teil des internationalen Austauschs entfiel auf Transportwagen und -geräte sowie andere Industriegüter. Rumäniens Importe und Exporte wurden hauptsächlich innerhalb der EU getätigt. Auf der anderen Seite stieg die jährliche Inflationsrate im Juni 2021 auf 3,9 % und im Mai auf 3,8 %, da die Preise für Lebensmittel, Non-Food-Produkte und Dienstleistungen stiegen. Laut dem vierteljährlichen Bericht der rumänischen Zentralbank wird die Inflationsrate in den folgenden Monaten ihren Aufwärtstrend beibehalten und im Dezember 4,1 % erreichen.



    Der rumänische Präsident Klaus Iohannis ist am Dienstag Gastgeber der Eröffnungsveranstaltung einer Gesprächsrunde über die Zukunft Europas gewesen, an der auch die EU-Kommissarin für Verkehr Adina Valean teilgenommen hat. Nach Angaben der Präsidialverwaltung ist das Hauptziel dieser Runde die Konsolidierung des europäischen Projekts zum Wohle aller Bürger. Die Konferenz über die Zukunft Europas hat am 9. Mai in Stra‎ßburg begonnen, und die Debatten über dieses Projekt sollen das ganze Jahr über und in der ersten Hälfte des Jahres 2022 stattfinden, um einige Richtlinien über die Zukunft des Blocks zu erstellen.



    Israel hat mit der Einführung einer dritten Impfung für Menschen mit geschwächter Immunität begonnen, um die Covid-19-Pandemie einzudämmen und ist damit das erste Land der Welt, das eine solche Ma‎ßnahme ergreift, bevor die US-amerikanischen und europäischen Regulierungsbehörden den Antrag von Pfizer in dieser Hinsicht genehmigt haben. Die Patienten sollen zwei Wochen nach der dritten Spritze getestet werden, und wenn der Antikörperspiegel niedrig ist, soll eine vierte Dosis zur Verfügung gestellt werden. Die Entscheidung wurde gegen die sich schnell ausbreitende Delta-Plus-Variante zu einem Zeitpunkt getroffen, an dem die ganze Welt eine vierte Infektionswelle erwartet. In einer anderen Entwicklung meldete Brasilien am Montag 745 Covid-bedingte Todesfälle und über 17 Tausend Infektionen. Brasilien steht nach den USA und Indien an dritter Stelle in der Welt, was die Zahl der Infektionen und Todesfälle angeht. Weltweit wurden bisher mindestens 188 Millionen Infektionen und über 4 Millionen Todesfälle gemeldet, so worldmeters.info.



    Rumänien begrü‎ßt die Ergebnisse der jüngsten Wahlen in der ex-sowjetischen, rumänischsprachigen Republik Moldau und sagt dem Land Unterstützung im europäischen Integrationsprozess zu, nachdem die Präsidentenpartei Aktion und Solidarität einen erdrutschartigen Sieg mit 53% der Stimmen verzeichnete. Der rumänische Präsident Klaus Iohannis hat den moldawischen Bürgern zu ihrer klaren Entscheidung für Reformen und Rechtsstaatlichkeit und Präsidentin Maia Sandu zu ihrem Mut, ihrer Ausdauer und ihrer Vision gratuliert. Nach Angaben des lokalen öffentlichen Rundfunks war dies die höchste Stimmenzahl, die jemals von einer rechtsgerichteten Partei in der Republik registriert wurde, und der Interimspräsident der Partei, Igor Grosu, hat angekündigt, dass das Regierungsteam bereit ist. Laut der russischen Nachrichtenagentur TASS hat der sozialistische Vorsitzende Igor Dodon gesagt, er werde eine verantwortungsvolle Opposition aufbauen, aber die Zeit der guten Beziehungen zu Russland sei vorbei.

  • Pro-europäische Mehrheit im moldauischen Parlament

    Pro-europäische Mehrheit im moldauischen Parlament

    Nach Auszählung der Stimmen in fast allen Wahllokalen kam sie auf mehr als die Hälfte der Stimmen. Der Wahlblock der Kommunisten und Sozialisten (BECS), angeführt von den ehemaligen Staatspräsidenten, dem Kommunisten Wladimir Woronin und dem Sozialisten Igor Dodon, liegt mit etwa einem Viertel der Stimmen an zweiter Stelle. In die neue Legislative ist nur noch die populistische Partei des flüchtigen Oligarchen Ilan Shor eingezogen, der in mehreren Korruptionsfällen zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden ist. Keine der anderen rund 20 Kandidatenlisten schaffte es über die Wahlhürde. Die beiden Parteien, die offen für eine Wiedervereinigung mit Rumänien eintreten, die Partei der Nationalen Einheit (PUN) und die Allianz für die Einheit der Rumänen (AUR), ein Ableger der gleichnamigen nationalistischen Partei, die im Bukarester Parlament in der Opposition ist, erreichten mit weniger als einem Prozent ein sehr schlechtes Ergebnis. Analysten merken an, dass zwar nach der letzten Umfrage die Quote der Unionisten in der Republik immer noch über 40% liegt, aber auch sie haben sich für die Gewinnerpartei entschieden. Präsidentin Maia Sandu hatte am 28. April bekannt gegeben, dass sie ein Dekret zur Auflösung des von der Linken dominierten und zur Regierungsbildung unfähigen Parlaments unterzeichnet und vorgezogene Parlamentswahlen für den 11. Juli einberufen hat. Kommentatoren sagen, dass Maia Sandu versucht hat, den verfassungsmä‎ßigen Spielraum auszuschöpfen, um die ehemalige Legislative, die als die korrupteste in der drei Jahrzehnte langen Geschichte der unabhängigen Republik gilt, schnell auflösen zu können. Sandu, die im letzten Herbst auf einer pro-europäischen Plattform zur Präsidentin gewählt wurde, hat wiederholt frühere Parlamentarier beschuldigt, ihre Autorität zu sabotieren – vorgezogenen Parlamentswahlen würden ihr deshalb im Kampf gegen Korruption und die Coronavirus-Pandemie helfen. Nach dem beispiellosen Wahlergebnis einer Partei der Mitte und Partner der in Rumänien mitregierenden Liberalen sowie der Europäischen Volkspartei, wird die Präsidentin endlich alle Hebel der Macht in der Hand haben. Sie hat hervorragende Beziehungen nach Bukarest, von wo aus die Republik Moldau neben einer Menge medizinischer Ausrüstung auch eine halbe Million Impfstoffdosen gegen COVID-19 erhalten hat, und findet offene Türen in Brüssel, Paris und Berlin. Aber die Moldau bleibt einer ärmsten Staaten des Kontinents, mit systematischer Korruption und unterwandert vom pro-russischen Separatismus in Transnistrien (Osten). Der Wahlsieg am Sonntag ist eine gro‎ße Bestätigung für Maia Sandu, die harte Arbeit ihres Mandats steht jedoch noch bevor.




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  • Nachrichten, 12.07.2021

    Nachrichten, 12.07.2021

    Bukarest – Am Montag ist in Rumänien der Alarmzustand um weitere 30 Tage verlängert worden. Die Maßnahme, die letzte Woche vom Nationalen Komitee für Notfallsituationen getroffen wurde, sieht unter anderem vor, dass die ärztliche Bestätigung für 180 Tage nach einer abgelaufenen Infektion gültig ist. Vorher galt diese lediglich für 90 Tage. Für Geimpfte und Genesene sind weitere Lockerungen bei der Teilnahme an kulturellen und sportlichen Veranstaltungen im Freien und an Hochzeiten oder Taufen in geschlossenen Räumen vorgesehen.



    In den letzten 24 Stunden wurden über 39 neue Corona-Fälle registriert. 2 Menschen sind im Kontext des Virus gestorben. 55 Corona-Patienten befinden sich auf Intensivstationen. Seit Beginn der Pandemie haben sich über eine Million Menschen in Rumänien mit dem neuen Coronavirus infiziert. Gleichfalls über 1.000.000 von ihnen gelten als gesund, mehr als 34.200 Infizierte sind gestorben. In Rumänien sind 4,63 Millionen Menschen vollständig geimpft.




    Brüssel – Der Chef der rumänischen Diplomatie, Bogdan Aurescu, nahm am Montag in Brüssel am Treffen der Außenminister der EU-Mitgliedstaaten (FAC) teil. Auf der Tagesordnung standen geopolitische Aspekte der neuen digitalen Technologien, der Strategische Kompass“ der EU, die Situation in Äthiopien sowie die jüngsten Entwicklungen in Afghanistan und im Libanon. Der Leiter der rumänischen Diplomatie stellte auch die Ergebnisse der kürzlichen Reise an der Seite der Außenminister Österreichs und Litauens in den Südkaukasus (24.-26. Juni) vor. Betreffend den Strategischen Kompass“ der EU, der die Richtung für das künftige Handeln der EU im sicherheitspolitischen Umfeld angeben soll, wies Bogdan Aurescu auf die Bedeutung der Partnerschaften hin. Dabei verwies er auf die Partnerschaft mit den USA und in der NATO und betonte die Notwendigkeit, die Komplementarität zwischen der EU und der NATO sicherzustellen.





    – Die Vertreter Rumäniens begrüßten den Sieg der von der Präsidentin Maia Sandu gegründeten Partei Aktion und Solidarität“ bei den gestrigen vorgezogenen Parlamentswahlen in der Republik Moldau. Präsident Klaus Iohannis beglückwünschte die moldauischen Bürger für ihren Bürgersinn und ihre klare Entscheidung für Reformen, Rechtsstaatlichkeit und europäische Integration. Das Staatsoberhaupt beglückwünschte auch Präsidentin Maia Sandu zu ihrem Mut, ihrer Ausdauer und ihrer Vision und versicherte ihr, dass Rumänien der Republik Moldau bei der Unterstützung der Reformen und des europäischen Weges zur Seite stehen werde. Auch Premierminister Florin Cîțu brachte seine Glückwünsche und Unterstützung für die Reformen im Nachbarland zum Ausdruck. Das rumänische Außenministerium begrüßte seinerseits den Sieg der europäischen und reformorientierten Kräfte und äußerte die Hoffnung, dass in Chisinau so bald wie möglich eine Regierung gebildet werde, die den europafreundlichen Ansatz unterstützt und die Reformen fortsetzt. Die Partei Aktion und Solidarität“ erhielt 52,5 % der Stimmen, der Wahlblock der Kommunisten und Sozialisten – über 28 %, und die Shor-Partei – 5,78 %. Diese sind auch die Parteien, die ins Parlament einziehen werden.




    SOFIA – Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen vom Sonntag in Bulgarien liegt die populistische, systemkritische Partei Es gibt ein solches Volk“ (ITN), laut Prognosen, knapp vor der Mitte-Rechts-Partei Bürger für die europäische Entwicklung Bulgariens“ (GERB). Letztere beherrschte mehr als ein Jahrzehnt die politische Szene in Sofia. Die Neugegründete ITN des Entertainers Slawi Trifonow erreichte, nach vorläufiger Auszählung der Stimmen, 33,26 %. Es gibt ein solches Volk“ werde keine Koalitionen eingehen, sondern dem Parlament eine aus Experten bestehende Regierung vorschlagen, schreibt Radio Bulgarien. Die Sozialisten, die Nachfolger der prosowjetischen ehemaligen kommunistischen Einheitspartei, belegen den dritten Platz. Die Neuwahlen waren erforderlich, weil die am 4. April neu gewählte Legislative keine Mehrheit für die Einsetzung einer neuen Regierung bilden konnte.





    Wetter – Der Himmel ist heiter in Rumänien, die Höchsttemperaturen liegen zwischen 27 und 36 Grad Celsius.


  • Nachrichten vom 28.06.2021

    Nachrichten vom 28.06.2021

    — Erstmals seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie wurden in den letzten 24 Stunden in der Landshauptstadt Bukarest und in 20 der 41 Bezirke Rumäniens keine neuen Infektionen mehr verzeichnet. Landesweit wurden 46 neue Fälle von Coronavirus-Infektionen gemeldet. Au‎ßerdem wurde nur ein Todesfall registriert. Zusätzlich zu diesem wurden noch 57 ältere Todesfälle amtlich registriert. 86 Patienten befinden sich auf Intensivstationen. Seit Beginn der Pandemie haben sich über eine Million Menschen in Rumänien mit dem neuen Coronavirus infiziert. Gleichfalls über 1.000.000 von ihnen gelten als gesund, mehr als 33.300 Infizierte sind gestorben. Die Behörden führten diese Entwicklung auf die Schutzimpfung zurück und wiesen darauf hin, dass diese die einzige Lösung zur Bewältigung der Corona-Krise ist. Diesen zum Trotz lie‎ßen sich in den letzten 24 Stunden nur 17.000 Menschen impfen. Fast 6.000 erhielten entweder die erste Impfdosis oder eine Einzeldosis von Johnson & Johnson. Bisher wurden fast 4,7 Millionen Rumänen mit einer oder zwei Dosen geimpft, was etwa 25 % der infrage kommenden Bevölkerung entspricht. Hinzu kommt noch die Zahl der Menschen, die die Krankheit überstanden haben. Die Regierung in Bukarest hat neue Lockerungen der Corona-Schutzma‎ßnahmen beschlossen, die am 1. Juli in Kraft treten werden.




    — In sechs Städten und 30 Gemeinden in Rumänien fanden am Sonntag lokale Nachwahlen statt. Die Wahlbeteiligung lag bei über 50 %. Einige Bürgermeisterämter waren vakant geworden, nachdem die Gewinner der Wahl vom letzten September entweder verstorben waren, in das Parlament wechselten oder für inkompatibel erklärt wurden. Nach Angaben der Ständigen Wahlbehörde gewann die oppositionelle Sozialdemokratische Partei die meisten Bürgermeisterämter – 18, die Regierungsparteien PNL-USRPLUS-UDMR – 14, drei wurden von unabhängigen Kandidaten gewonnen und ein Bürgermeisterposten ging an die Partei des ehemaligen Präsidenten Traian Basescu, PMP, die nicht mehr im Parlament vertreten ist. Das Innenministerium teilte mit, dass gegen zehn Personen wegen möglicher Straftaten ermittelt wird, darunter Wählerbestechung, Wahlbetrug, Behinderung des Wahlrechts und Verletzung der Vertraulichkeit der Wahl.




    — Das Zweikammer-Parlament in Bukarest stimmt am Dienstag in einer gemeinsamen Sitzung über den ersten Misstrauensantrag der sozialdemokratischen Opposition gegen die Regierung, gebildet aus der Nationalliberalen Partei der bürgerlichen Partei USR-PLUS und dem Ungarn Verband, ab. Die Sozialdemokraten behaupten, dass sich die Exekutive des liberalen Florin Cîțu als ineffektiv erwiesen habe und das Land in die falsch Richtung führe. Die Sozialdemokraten behaupten auch die Regierung führe Rumäniens Wirtschaft in den Abgrund. Auch sei der Lebensstandard der Menschen gesunken. Die schleppende Impfkampagne und der Nationale Plan für Wiederaufbau und Resilienz sind weitere Kritikpunkte. Der Premierminister wies alle Vorwürfe der PSD zurück. Der Vorsitzende der PNL, Ludovic Orban sagt, die Regierungsparteien hätten vereinbart, an der Sitzung teilzunehmen, aber nicht an der Abstimmung über den Misstrauensantrag.




    — Für mehr als 130.000 rumänische Schüler, die die 12. oder 13. Klasse abgeschlossen haben, steht am Montag die erste Prüfung des Abiturs — die Prüfung der rumänischen Sprache und Literatur — an. Davon sind etwa 114.000 Abgänger dieses Schuljahres. Unterrichtsminister Sorin Cîmpeanu sagte, dass nur 77 % derjenigen, die in diesem Jahr die Schule abgeschlossen haben, sich zur Abitur-Prüfung eingeschrieben haben. Das seien weniger als im Jahre 2020. Wie im vergangenen Jahr werden, Corona-bedingt, nur schriftliche Prüfungen abgehalten. Die ersten Ergebnisse der Abiturprüfung werden am 5. Juli und die endgültigen Ergebnisse am 9. Juli bekannt gegeben. In der zweiten Augusthälfte wird eine zweite Abiturprüfung stattfinden.

  • Kandidaten für den Parteivorsitz der Liberalen stehen fest

    Kandidaten für den Parteivorsitz der Liberalen stehen fest

    Die Liberalen sind am Sonntag in Bukarest zu einem Nationalrat zusammengekommen, um auf dem Kongress am 25. September ihren neuen Präsidenten zu wählen. Zwei Kandidaten kämpfen um die Spitze der Hauptpartei in der Regierungskoalition: der amtierende Parteichef Ludovic Orban und der Premier Florin Cîțu. Orbans Absicht, für den Vorsitz der Partei zu kandidieren, war schon seit längerem bekannt. Cîțu hingegen gab seine Absicht beim Rat bekannt, der am Sonntag stattfand. Die Absichten der beiden Politiker waren jedoch vorhersehbar, da sie in letzter Zeit verstärkt in der Öffentlichkeit aufgetreten sind. Orban hat eine Reihe von Besuchen bei Zweigstellen der Partei gemacht, um Unterstützung zu sammeln und hatte einige Medienauftritte zusammen mit liberalen Bürgermeistern. Der Premierminister hat sich auf die Einführung des Impfstoffs konzentriert und seine jüngsten Bemühungen wurden von den Medien weitgehend abgedeckt.



    Laut Premierminister Cîțu braucht die PNL, die Hauptfraktion der Mitte-Rechts-Regierung in Bukarest, einen neuen Schwung. Er hat auch seine Absicht erwähnt, die Partei für mindestens 8 Jahre an der Macht zu halten. “Rumänien verändert sich. Europa verändert sich. Die Welt verändert sich und es braucht eine andere Art von Politikern”, so der Ministerpräsident. Ludovic Orban, der letztes Jahr ebenfalls das Premieramt bekleidete, begrü‎ßte die Entscheidung von Cîțu, für den Parteivorsitz zu kandidieren und fügte hinzu, dass diese Situation weder die Tätigkeit der Partei noch ihre Regierungsfähigkeiten beeinträchtigen wird. Er versicherte, dass es keine Spaltung zwischen ihm und seinem Gegner geben wird, da sie eine Reihe von gemeinsamen Zielen haben, wie das Regierungsprogramm, die Einführung des Anti-Covid-Impfstoffs und den Nationalen Plan für Wiederaufbau und Resilienz.




    Auch wenn es Konkurrenz gibt, was nur natürlich ist, weil wir alle vier Jahre Wahlen in unserer Partei veranstalten, treffen wir alle Entscheidungen gemeinsam und nehmen alle an den Parteisitzungen teil, sagt Ludovic Orban, der derzeit Präsident der Abgeordnetenkammer ist. Der Premierminister hat auch die Teamarbeit und die gemeinsamen Ziele erwähnt, aber die Zeitungen in Bukarest haben darauf hingewiesen, dass Orban und Cîțu schon lange nicht mehr zusammen gesehen wurden, nicht einmal beim 146-jährigen Jubiläum ihrer Partei.



    Die Liberalen sollen ihre Ortsvorsitzenden zwischen dem 1. Juni und dem 15. Juli wählen, während die Wahlen für die Kreisvorsitzenden zwischen dem 1. Juli und dem 10. August anstehen. Nach diesen ersten Runden müssen die beiden Präsidentschaftskandidaten einen Antrag an die Ortsverbände stellen, die dann entscheiden müssen, welchen Kandidaten sie unterstützen werden. Wenn sich ein Ortsverband für einen bestimmten Kandidaten entscheidet, hei‎ßt das jedoch nicht, dass alle Mitglieder diesen Kandidaten unterstützen müssen. Und um die Wahl zu gewinnen, muss ein Kandidat von 10 Ortsverbänden unterstützt werden.








  • Nachrichten 05.04.2021

    Nachrichten 05.04.2021

    Ministerpräsident Florin Citu kündigte am Montag in einer Pressekonferenz an, einen interministeriellen Ausschuss gründen zu wollen, der als einen ersten Schritt die Rückkehr zur Normalität in Rumänien ab dem 1. Juni sicherstellen soll. Die Impfung sei die einzige Lösung für die Rückkehr zu einem normalen Leben und die Wiedereröffnung der Wirtschaft, bekräftigte der Premierminister. Er versprach, zahlreiche Einschränkungen zu lockern, doch vorher müsse die Impfgeschwindigkeit beschleunigt werden. In den ländlichen Gegenden wolle er auch die Kirche in die Impfkampagne einzubeziehen. Laut Citu müssen möglichst viele Rumänen im April und Mai geimpft werden, sodass ab dem 1. Juni Lockerungen umgesetzt werden können. Er kündigte an, dass Rumänien bis Ende Juli über die notwendigen Impfdosen verfügen werde, um 10 Millionen Menschen zu impfen.



    In den letzten 24 Stunden wurden über 3.600 Corona-Fälle registriert. 120 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. 1.478 Corona-Patienten befinden sich auf Intensivstationen. Seit Beginn der Pandemie haben sich in Rumänien fast eine Million Menschen mit dem neuen Coronavirus infiziert. Über 875.000 von ihnen gelten als gesund, mehr als 24.000 Infizierte sind gestorben.



    In der Hauptstadt und anderen 13 Landkreisen liegt der Inzidenzwert der Corona-Fälle über 3 je tausend Einwohner. Unterdessen werden die Corona-Schutzimpfungen fortgesetzt. Täglich werden über 50.000 Dosen verabreicht. Bislang wurden mehr als 2,1 Millionen Menschen geimpft, fast die Hälfte davon mit der zweiten Dosis. Eine neue Lieferung von über 511.000 Dosen des Pfizer-Biontech-Impfstoffs trifft heute in Rumänien ein. Ab dem heutigen Montag werden 15 neue Corona-Impfzentren eröffnet.



    Einige europäische Länder haben die Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie verschärft, während andere Lockerungen angekündigt haben, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Italien befindet sich im Lockdown. In Frankreich gelten im Kampf gegen das Coronavirus härtere Maßnahmen. Im ganzen Land sind die meisten Geschäfte und die Schulen geschlossen. Es gelten wieder Bewegungseinschränkungen. In Deutschland wurde erneut gegen die Verschärfung der Corona-Maßnahmen protestiert. Tausende Menschen gingen in Stuttgart auf die Straße. Auch die Ukraine führte weitere Einschränkungen ein. Unter anderem wurden Schulen geschlossen. Griechenland hat die meisten Geschäfte wieder geöffnet und lockert die Freizeitbeschränkungen, während Portugal Museen, Gymnasien und Terrassen öffnet. In Schottland Friseursalons, Haushaltsgeschäfte, Elektronikreparaturwerkstätten und Autohäuser wiedereröffnet werden. Andererseits blieb Europa jedoch im Wettlauf um die Verabreichung des Coronavirus-Impfstoffs weit hinter den USA zurück, schreibt AFP. Während 11,7% der EU-Bevölkerung die erste Impfstoffdosis erhalten, beträgt der Prozentsatz in den USA 30%. Nur 5% der europäischen Bürger wurden mit der zweiten Dosis geimpft, verglichen mit fast 16% in den USA



    Die Mitte-RechtsPartei, angeführt von Premierminister Boiko Borisov, gewann die Parlamentswahlen am Sonntag in Bulgarien, konnte jedoch keine absolute Mehrheit gewinnen, wie die am Montag veröffentlichten Teilergebnisse zeigten. Die Zentrale Wahlkommission berichtete, dass GERB 24% der Stimmen erhalten habe. Die Anti-System-Partei belegt mit 19% überraschenderweise den zweiten Platz. Die oppositionellen Sozialisten liegen mit fast 15% an dritter Stelle, gefolgt von der türkischen Minderheitspartei ) mit 8,8%. Zwei weitere systemfeindliche politische Kräfte würden ebenfalls ins Parlament eintreten: die demokratische bulgarische Koalition (konservativ, liberal und ökologisch) und das Anti-Korruptions-Bündnis ‘Rise! Keine Mafia! ‘ Angesichts der Sitzverteilung und der Missverständnisse zwischen einigen dieser Parteien könnte die Bildung einer neuen Regierung laut politischen Analysten äußerst schwierig sein. Borisov schlug die Schaffung einer parteiübergreifenden Expertenregierung unter Berufung auf die Coronavirus-Pandemie vor, gab jedoch keine Einzelheiten bekannt.



    Der Ostermontag ist der zweite Feiertag des größten Festes der Christenheit. Diesen begehen auch die Gläubigen der Westkirche in Rumänien. Die orthodoxen Christen, wozu die Mehrheit der Rumänen zählt, feiern das Osterfest dieses Jahr einen Monat später. In seiner Urbi et Orbi-Botschaft an Rom und die Welt, mit der er am Sonntag die Ostermesse im Vatikan abschloss, sagte Papst Franziskus, die Tragödie der heutigen Welt seien die Kriege, die nicht enden. Wie der Korrespondent von Radio Rumänien in Rom berichtet, hielt der Papst die Messe in einem fast leeren Petersdom ab. Der Pontifex betete für die Kranken, für diejenigen, die einen geliebten Menschen verloren haben, und für die Arbeitslosen und forderte die Regierungen auf, ihnen ein menschenwürdiges Auskommen zu ermöglichen.

  • Republik Moldau: Ist der Ausnahmezustand gerechtfertigt?

    Republik Moldau: Ist der Ausnahmezustand gerechtfertigt?


    Die mehrheitlich rumänischsprachige benachbarte Republik Moldau, hat nach einer Entscheidung des Parlaments in Chisinau den Ausnahmezustand für zwei Monate, vom 1. April bis zum 30. Mai, verhängt. Interims-Ministerpräsident Aureliu Ciocoi beschloss, die Verfügung des Ausnahmezustands aufgrund der durch das neue Coronavirus verursachten epidemiologischen Situation anzuregen. Laut Radio Chisinau sind jedoch keine besonderen Gesundheits- oder Wirtschaftsma‎ßnahmen vorgesehen, sondern nur eine Ausweitung der Vorrechte der Regierung. In den nächsten zwei Monaten sollen Bewegungseinschränkungen, verschärfte Quarantäne- und Arbeitsbestimmungen eingeführt werden.




    Die Ma‎ßnahme steht massiv unter Kritik. Der Vorwurf lautet, diese sei aus wahltaktischen Gründen getroffen worden. Der Gesetzentwurf zur Verhängung des Ausnahmezustands wurde von den sozialistischen Abgeordneten des ehemaligen prorussischen Staatsoberhauptes Igor Dodon und denen der Mitte-Links-Partei ȘOR initiiert, deren Einfluss die relativ neue Staatspräsidentin Maia Sandu beschränken möchte, um ihre proeuropäischen Pläne umsetzen zu können.




    Vor zwei Wochen hat Ihr Vorsitzender, Herr Dodon, gesagt, dass es keine Voraussetzungen, keine Notwendigkeit und kein Erfordernis für einen Ausnahmezustand besteht. Was hat sich in diesen zwei, drei Wochen verändert? Ich sage Ihnen was: die Umstände für die Auflösung des Parlaments! Ihr einziger Plan ist, auf diese Weise vorgezogene Wahlen so spät wie möglich oder gar nicht durchzuführen.“ Dies sagte der Abgeordnete Mihai Popșoi, von der Mitte-Rechts-Partei Aktion und Solidarität. Ihm erwiderte der Sozialist Vasile Bolea: Gestern hatten wir mehr als 60 Corona-Todesfälle. Das ist es, was sich geändert hat. Die Zahl könnte auf über 100 Tote am Tag steigen.“




    Da unter dem Ausnahmezustand keine Wahlen abgehalten werden können, will die Sozialistische Partei, nach Meinung einiger politischer Experten, Zeit schinden und nutzt schamlos ein soziales Thema aus. Die Sozialisten sagen, dass sie keine vorgezogenen Parlamentswahlen inmitten einer Pandemie akzeptieren werden und beschuldigen die Präsidentin, auf zynische Weise das Leben der Menschen, um persönlicher und parteipolitischer Ambitionen willen, aufs Spiel zu setzen. Unterdessen hat die Präsidentin Maia Sandu die rechtlichen Voraussetzungen für die Auflösung des Parlaments vom Verfassungsgericht prüfen lassen. Maia Sandu argumentiert, dass es der Legislative in zwei Versuchen nicht gelungen ist, eine Regierung zu wählen, aber auch, dass die derzeitige parlamentarische Mehrheit korrupte Gruppen schützt und nicht nach bürgernahen Lösungen sucht.

  • Neue Konsultationen für die zukünftige Regierung

    Neue Konsultationen für die zukünftige Regierung

    Die Verteilung der wenigen Stimmen nach einer historisch schwachen Wahlbeteiligung von nur knapp 33% zwingt die Parteien zu schwierigen Verhandlungen für die Bildung einer funktionstüchtigen Mehrheit im Parlament. Nach ersten Gesprächen mit den Parteien musste Präsident Klaus Iohannis einräumen, dass sich eine solche Mehrheit noch nicht abzeichnet: Diese erste Beratungsrunde war ein guter Austausch mit den Vertretern der Parteien, aber die Voraussetzungen für die Beauftragung eines Kandidaten mit der Bildung einer neuen Regierung sind nicht erfüllt,” so Iohannis.



    Die Liberalen, die Allianz USR PLUS und der Magyarenverband UDMR wollen weiter verhandeln. Zusammen kommen die drei auf 244 der 465 Mandate in Senat und Unterhaus. Die Liberalen, die der EVP angehören und die USR PLUS aus der Renew Europe-Fraktion im EP, haben allerdings eigene Premierministervorschläge gemacht — erstere wollen den gegenwärtigen Finanzminister, Florin Câţu, letztere den Europaabgeordneten Dacian Cioloş, der schon 2016 Regierungschef war .



    Auch über den Vorsitz der Abgeordnetenkammer konnte keine Einigung erzielt werden. Der Präsident des Unterhauses gilt im rumänischen Verfassungsgefüge als Schlüsselposition, denn über ihn als Filter laufen 80% der Gesetzentwürfe.



    Doch die beiden Parteien und die Vertretung der ungarischen Minderheiten lassen nicht locker, meint auch der liberale Parteichef Ludovic Orban, der nach den Wahlen als Premierminister aufhörte: Wir werden weiter diskutieren und suchen nach gemeinsamen Punkten, die von allen Verhandlungsparteien getragen werden können und was wir als günstig für Rumänien bewerten.



    Auch der Kopräsident der USR-PLUS, Dan Barna wies auf das Wichtige hin: Es ist eine echte Chance für Rumänien, eine stabile und ausgeglichene Mitte-Rechts-Mehrheit zu haben, die das Potenzial hat, vier Jahre durchzuregieren und die sehr wichtigen Reformen umzusetzen.”



    Die Ungarnunion UDMR, die in den letzten 30 Jahren bereits mit allen wichtigen Akteuren koalierte, lie‎ß durch Parteichef Kelemen Hunor verlauten, dass die einzige stabile Formel ein Bündnis der drei Kräfte sei.



    Die sozialdemokratischen Wahlsieger sind vorläufig isoliert in der neuen Legislative. Parteichef Marcel Ciolacu kann sich eine Regierung der nationalen Einheit vorstellen: Wir haben unterstrichen, dass Rumänien eine schwierige Zeit durchmacht und sich keine brüchige Mehrheit im Parlament leisten kann. Eine Einheitsregierung ist aktuell die beste Lösung.”



    Die neu eingezogenen Nationalisten von der Allianz zur Vereinigung der Rumänen AUR würde in einer solchen Einheitsregierung nur das Bildungsressort beanspruchen, so George Simion, einer ihrer Parteichefs.



    Bei Radio Rumänien warnte der Politologe Andrei Ţăranu, dass die Verhandlungen nicht zu lange dauern dürften, da eine funktionsfähige Regierung die anti-COVID-Impfkampagne koordinieren und einen Haushalt für 2021 vorlegen muss.

  • Parlamentswahlen in Rumänien

    Parlamentswahlen in Rumänien


    Die nationale Wahlbeteiligung von 32% war die niedrigste seit 30 Jahren. Während die Menschen im Land erst am 6. Dezember zur Wahl gehen durften, stand ihren jenseits der Grenze lebenden Landsleuten auch der Samstag zur Verfügung. Im Ausland wählten etwa 265.000 Bürger, wobei die grö‎ßte Beteiligung in Italien, der Moldau, Spanien, Gro‎ßbritannien, Deutschland und Frankreich zu verzeichnen war. Im Ausland endete die 59-stündige Abstimmung mit der Schlie‎ßung der letzten Wahllokale an der Westküste der Vereinigten Staaten und Kanadas.



    Nach der nächtlichen Auszählung eines Gro‎ßteils der Stimmzettel ist der Sieg der Sozialdemokratischen Partei sowohl im Senat als auch in der Abgeordnetenkammer mit rund 30% der Stimmen. Die regierende Nationale Liberale Partei folgt mit fast 25% der Stimmen, während die Allianz zwischen USR und PLUS etwa 15% der Stimmen erhielt.



    Die Überraschung dieser Parlamentswahlen kommt jedoch von der neu gegründeten Allianz für die Vereinigung der Rumänen (AUR), die als viertstärkste Kraft in die Legislative einzieht, nachdem sie rund 9% der Stimmen gewonnen hat. Es folgt die Union der ungarischen Minderheit, die als letztes die Wahlhürde überschreitet und in das neue Parlament kommt, das aus 136 Senatoren und 329 Abgeordneten bestehen wird.



    Die Spitzenpolitiker der Parteien äu‎ßerten sich nach Abschluss des Urnengangs zu den Ergebnissen, doch im Gegensatz zu anderen Wahlgängen hielt sich der Enthusiasmus in Grenzen. Sowohl der Vorsitzende der Sozialdemokraten, Marcel Ciolacu, als auch der amtierende liberale Parteichef und Premierminister, Ludovic Orban, beanspruchten einen Sieg, der praktisch keiner Seite erlaubt, allein zu regieren.



    “Wir brauchen eine Regierung, die fähig ist, Lösungen zu bringen, und ich danke besonders den Rumänen, die an die Urnen gegangen sind, denn sie haben die Angst um ihr Leben besiegt, aber sie haben auch verstanden, dass diese Regierung von Orban nach Hause gehen muss”, sagte Marcel Ciolacu.



    “Ich vertraue auf die Fähigkeit der Nationalliberalen Partei, neben den euro-atlantischen demokratischen Kräften, die den Bürger respektieren und die Entwicklung Rumäniens wollen, eine parlamentarische Mehrheit aufzubauen, um so schnell wie möglich eine Regierung zu bilden”, so seinerseits Premierminister Ludovic Orban.



    Der Ko-Vorsitzende der USR-PLUS-Allianz, Dacian Cioloş, bemerkte seinerseits, dass die Rumänen keiner Partei ein klares Mandat zur alleinigen Regierungsbildung erteilt haben. Einer Koalitionsregierung würde sein Bündnis gerne angehören. “Rumänien braucht in den kommenden Jahren eine Modernisierung und tief greifende Reformen. Der Aufbau muss auf einer soliden und sauberen Basis von Ehrlichkeit und Professionalität erfolgen, und dies ist auch das Mandat, mit dem die USR-PLUS ins Parlament geht und über den Regierungseintritt verhandeln wird”, kommentierte Dacian Cioloş die Wahlen.



    Der Vorsitzende der Magyarenunion Kelemen Hunor seinerseits verspricht, dass sie versuchen werde, im rumänischen Parlament für ein ausgewogenes Klima zu sorgen, während AUR-Chef George Simion darauf hinwies, dass seine Partei keiner Regierungskoalition angehören wird.

  • Proteste in Chişinău

    Proteste in Chişinău


    Tausende Menschen protestierten am Sonntag in Chişinău, der Hauptstadt der Republik Moldau, gegen den scheidenden Moskua-treuen Präsidenten Igor Dodon und die von den Sozialisten kontrollierte Parlamentsmehrheit. Die Demonstranten forderten den Rücktritt der Regierung und des Parlaments, die sie berschuldigen die Korruption zu beschützen und öffentliches Geld veruntreut zu haben, sowie die Organisation vorgezogener Wahlen. Zu dem Protest rief die gewählte EU-freundliche Präsident Maia Sandu auf, der sich Politiker der oppositionellen parlamentarischen und nicht parlamentarischen Parteien anschlossen. Sandu sagt, dass vorgezogene Wahlen unvermeidlich seien und der kürzeste Weg dazu der Rücktritt der Regierung sei, weil die Menschen in der Republik Moldau die Korruption satthaben und ein besseres Leben wollen.




    In der vergangenen Woche verabschiedete das von den Sozialisten beherrschte Parlament mehrere umstrittene Gesetze, darunter einen Gesetzentwurf, der dem Präsidenten die Kontrolle über den Geheimdienst entzieht und sie dem Parlament überträgt, und einen, der der russischen Sprache in der Republik Moldau einen Sonderstatus einräumt. Hunderte von Menschen protestierten vor dem Parlamentsgebäude. Igor Dodon warf seiner Nachfolgerin vor, Chaos zu stiften und sinnlose Proteste zu organisieren.




    In Bukarest hat das rumänische Au‎ßenministerium die vom moldauischen Parlament verabschiedeten Gesetze verurteilt, die, wie es hei‎ßt, “die Rechtsstaatlichkeit und das Funktionieren des demokratischen Systems in der Republik Moldau ernsthaft beeinträchtigen”.




    Im November fanden in der Republik Moldau Präsidentschaftswahlen statt. In die Stichwahl kamen Premierministerin Maia Sandu und der amtierende Präsident Igor Dodon, der für eine zweite Amtszeit kandidierte. Sandu gewann die Wahlen mit 57,75 % der Stimmen und wird ihr Amt am 24. Dezember für eine vierjährige Amtszeit antreten.

  • 06.12.2020

    06.12.2020


    Wahlen — Rumänien wählte am heutigen Sonntag, dem 6. Dezember ein neues Parlament. Die Wahllokale haben um 21.00 Lokalzeit geschlossen. Die Wahlbeteiligung war gering. Eine Stunde vor Schlie‎ßung der Wahllokale lag diese landesweit bei 31,11 % und in der Hauptstadt Bukarest bei 30,20%. Rumänien zählt mehr als 18 Millionen Wahlberechtigte. Im Ausland lebenden Rumäninnen und Rumänen standen diesmal zwei Tage zur Verfügung, um die neuen Vertreter im Senat und in der Abgeordnetenkammer zu wählen. Die ersten Wahllokale im Ausland wurden am Samstagabend in Neuseeland und Australien eröffnet. Als Letzten schlie‎ßen die Wahllokale am Montagmorgen an der Westküste der USA und Kanadas. Im Ausland sind knapp über 740.000 stimmberechtigte Rumäninnen und Rumänen ansässig, davon stimmten bereits 39.000 per Briefwahl ab.


    Im Inn und Ausland mussten die Stimmberechtigten die gültigen Schutzma‎ßnahmen einhalten. Die Rumäninnen und Rumänen wählten 136 Senatoren und 329 Abgeordnete. Die rumänischen Bürgerinnen und Bürger im Ausland werden von 4 Abgeordneten und 2 Senatoren vertreten. Die Vertreter werden nach dem Verhältnis-Prinzip auf Listen gewählt.




    Corona — Gemä‎ß den neusten offiziellen Angaben wurden in den letzten 24 Stunden über 5.200 neue Coronavirus-Ansteckungen diagnostiziert. 134 Patienten verstarben, 1.289 werden intensivmedizinisch behandelt. Seit Beginn der Pandemie wurden in Rumänien 508 Tausend Corona-Infizierungen bestätigt. Ca. 2/3 davon sind genesen.



    Von Spendern in Rumänien wurden bisher nur knapp unter zehntausend Plasma Dosen gesammelt. Nach Angaben des Nationalen Instituts für Transfusionshämatologie spendete lediglich 1 % der mit dem neuen Coronavirus infizierten Personen nach ihrer Genesung Plasma. Offizielle Daten zeigen auch, dass über 650 Rumänen nach der Plasma-Behandlung geheilt wurden.




    CHISINAU – Eine auf Initiative der gewählten, westlich-orientierten Präsidentin Maia Sandu, organisierten Protestaktion, die von den Oppositionsparteien unterstützt war, fand heute in der Hauptstadt der Rep. Moldau, Chisinau statt. Laut Radio Chisinau, Verabschiedeten die Teilnehmer an der Protestveranstaltung eine Resolution, in der sie den Rücktritt der Moksau-treuen Regierung des Ministerpräsidenten Ion Chicu und vorgezogene Wahlen fordern. Auslöser der Proteste war ein Beschluss des Parlaments die Befugnisse des Präsidenten über den Geheimdienst und den Sicherheitsdienst zu begrenzen, den Status der russischen Sprache zu stärken und die Rundfunkprogramme in rumänischer Sprache zu kürzen.








  • Update: Parlamentswahlen 2020

    Update: Parlamentswahlen 2020

    Wahlberechtigt sind mehr als 18 Millionen Rumäninnen und Rumänen. Die Stimmberechtigten müssen die Schutzma‎ßnahmen einhalten, die von den Behörden im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie festgelegt wurden. Die Vertreter werden nach dem Verhältnis-Prinzip auf Listen gewählt werden. Die Rumäninnen und Rumänen wählen 136 Senatoren und 329 Abgeordnete. Für die Rumänen im Ausland werden von 4 Abgeordnete und 2 Senatoren im neuen Parlament sein.


    Im Ausland lebende Staatsbürger haben diesmal zwei Tage Zeit zur Wahl zu gehen. Die ersten Wahllokale im Ausland wurden am Samstagabend in Neuseeland und Australien eröffnet. Als Letzten werden die Wahllokale am Montagmorgen an der Westküste der USA und Kanadas schlie‎ßen. Im Ausland sind knapp über 740.000 stimmberechtigte Rumäninnen und Rumänen ansässig. Davon stimmten bereits 39.000 per Briefwahl ab. Das Au‎ßenministerium eröffnete 748 Wahllokale im Ausland und stellte eine interaktive Karte der Wahllokale im Ausland sowie ein Callcenter zur Verfügung.


    Am Ende es ersten Wahltages hatten über 85 Tausend Rumäninnen und Rumänen im Ausland ihre Stimme abgegeben. Die Wahlbeteiligung ist ungefähr dieselbe wie bei den vorangegangenen Wahlen, jedoch haben mehr Menschen per Briefwahl gewählt.


    Update 13.00 Uhr: Um 13.00 Lokalzeit hatten 2,5 Rumäninnen und Rumänen gewählt.


    Update 18.00 Uhr: Knapp über 5 Millionen Rumäninnen und Rumänen haben bis 18.00 Lokalzeit ihre Stimme abgegeben. Dies entspricht einer landesweiten Wahlbeteiligung von 27,88 %. Damit liegt die Wahlbeteiligung um 6,5 % unter, der bei den vorangegangenen Parlamentswahlen, aus dem Jahre 2016. Bisher wählten über 220.000 rumänische Staatsbürgerinnen und Bürger im Ausland.


    Update 20.00 Uhr: Die Wahlbeteiligung war gering. Eine Stunde vor Schlie‎ßung der Wahllokale lag diese landesweit bei 31,11 % und in der Hauptstadt Bukarest bei 30,20%.

  • Parlamentswahlen unter Corona-Bedingungen

    Parlamentswahlen unter Corona-Bedingungen


    Nach Angaben der Wahlbehörde beträgt die Zahl der stimmberechtigten Bürger 18.191.396. Die Zahl der im Ausland ansässigen Rumänen, die bei dieser Wahl stimmberechtigt sind, kommt auf 740.367. Davon entschieden sich über 39.000 für die Briefwahl und fast 4.000 für die Abstimmung in einem Wahllokal. In Rumänien wird erwartet, dass die Wähler in über 18.000 Wahllokalen ihre Stimme abgeben, die nach dem Verhältnis-Prinzip auf Listen gewählt werden. Die Abstimmung findet an einem einzigen Tag — am Sonntag – zwischen 7:00 und 21:00 Uhr Ortszeit statt.




    Im Gegensatz zu den Bürgern im Lande haben die Rumänen im Ausland zwei Tage Zeit, um ihr in der Verfassung verankertes Recht in 748 Wahllokalen auszuüben. Mit anderen Worten, im Ausland werden die Wahlurnen am Sonnabend und Sonntag geöffnet sein. Die Öffnungszeiten der Wahllokale sind auch im Ausland zwischen 7:00 und 21:00 Uhr, abhängig von der Zeitzone eines jeden Landes. Das Au‎ßenministerium hat eine interaktive Karte der Wahllokale im Ausland sowie ein Callcenter eingerichtet, um den Rumänen, die ihren Wohnsitz im Ausland haben, korrekte und zeitnahe Informationen zur Wahl zur Verfügung zu stellen. Laut dem Au‎ßenministerium können Wahllokale auf der Karte identifizieren und die Bürger ihren Urnengang planen, damit das Risiko einer Überlastung vermieden wird. Bei Änderungen aufgrund der Pandemiesituation, wird die interaktive Karte in Echtzeit aktualisiert.




    Die Stimmberechtigten müssen die Schutzma‎ßnahmen einhalten, die von den Behörden im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie festgelegt wurden. In Rumänien wurde zugesichert, dass die Wahlen unter guten Bedingungen stattfinden werden, um dass das Krankheitsrisiko möglichst klein zuhalten. In den unter Quarantäne gestellten Ortschaften kündigte Premierminister Ludovic Orban an, dass es möglich sein werde, ohne eine Erklärung auf eigene Verantwortung das Haus zu verlassen und zur Wahl zu gehen. Ausgenommen sind Menschen, die nach einem Beschluss der Direktion für öffentliche Gesundheit unter Quarantäne stehen. Sie können ihr Stimmrecht ausüben, indem sie eine mobile Wahlurne anfordern.




    Vier Institute wurden vom Zentralen Wahlbüro akkreditiert, um am Sonntag Nachwahlbefragungen durchzuführen. Die Ergebnisse der Exit-Pole werden nach Schlie‎ßung der Wahllokale, um 21:00 Uhr bekannt gegeben.

  • Nach Abwahl Trumps: Wird sich die US-Außenpolitik ändern?

    Nach Abwahl Trumps: Wird sich die US-Außenpolitik ändern?

    Die Wähler standen in den USA, dem am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Land, in den Wahllokalen stundenlang Schlange. Mehr als 99 Millionen Amerikaner stimmten im Voraus ab, entweder persönlich oder per Post. Der wahrscheinliche Sieger Joe Biden soll zwar erst Mitte nächsten Monats mit dem Votum der Wahlmänner bestätigt werden, aber die Auswirkungen der Ablösung im Wei‎ßen Haus werden bereits jetzt eingehend diskutiert.



    Der rumänische Politologe Andrei Țăranu sprach bei Radio Rumänien über die mögliche Entspannung unter einer Regierung Biden:



    Intern wird es in den USA wohl einen Versuch geben, die riesige Spaltung in der amerikanischen Gesellschaft zu überwinden und die Spannungen rassischer und sozialer Natur im Gesundheits- und Bildungssysten zu lösen. Extern ist immer noch nicht ganz klar, was zu erwarten ist. Bestimmt werden sich die transatlantischen Beziehungen verbessern, aber wir wissen nicht, in welchem Ausma‎ß. Ich denke, dass die Beziehung zu Rumänien ein bereits zementiertes Verhältnis ist. Ich glaube nicht, dass Rumänien Schlimmes passieren kann, und wahrscheinlich passieren bereits gute Dinge. Das State Department hat durch den Botschafter der Vereinigten Staaten in Bukarest gesagt, dass es einige massive US-Investitionen in die Verkehrs-, Kommunikations- und Stra‎ßeninfrastruktur geben wird. Und aus meiner Sicht wird sich die Sicherheitspolitik der Vereinigten Staaten nicht grundlegend ändern“.




    Laut Universitätsprofessor Dan Dungaciu hat nach Ansicht Donald Trumps alles, was in den drei Jahrzehnten vor 2016 geschah, die USA geschwächt. Deshalb habe sich Trump während seiner Amtszeit auf ein stärker nach innen orientiertes Amerika konzentriert, das seine Ressourcen nicht im Ausland verbraucht, und aus dieser Perspektive hat er das Paradigma der Funktionsweise Amerikas auf globaler Ebene fast radikal verändert.



    Donald Trumps These zu den internationalen Beziehungen war, dass Amerika 30 Jahre lang Billionen und Aberbillionen von Dollar ausgegeben hat, um doch den Kürzeren zu ziehen: ohne Sieg in Afghanistan, ohne Sieg im Nahen Osten. Mit Ausnahme der ost- und mitteleuropäischen Staaten ist es ihm kaum gelungen, jemanden aus dem Umkreis der euro-atlantischen Welt an seine Seite zu ziehen. Die Welt, die Amerika 30 Jahre lang aufgebaut hat, war aus der Sicht von Trump eine Welt, die Amerika Ressourcen entzogen hat, Konflikte in der Welt nicht lösen konnte und darüber hinaus Amerikas Feinde wachsen und erstarken lie‎ß. Es ist interessant, zu sehen, ob Bidens Amerika zum Paradigma vor Trump zurückkehrt und seine au‎ßenpolitische Vision wieder aufgreift, in der die Welt zu Amerika wird und Amerika zum liberalen Hegemon — wie es 30 Jahre lang der Fall war. Was Biden aus dieser Perspektive tun wird, ist interessant zu beobachten, aber aus meiner Sicht wird Amerika nicht in die Zeit von vor Trump zurückkehren: Wir werden Zeugen eines Amerikas, das an vielen der Themen, die für uns als Europäer von grundlegender Bedeutung sind, nicht mehr interessiert sein wird.“




    China ist Amerikas Rivale und sogar Gegner — das ist der Washingtoner Konsens zwischen Demokraten und Republikanern, der in der Öffentlichkeit unterschiedlich verbalisiert wird, und von diesem Standpunkt aus wird sich nichts Wesentliches ändern, sagt Professor Dungaciu, nach dessen Ansicht die kommende Weltordnung um diese Beziehung zwischen Amerika und China herum aufgebaut werden wird:



    Dies wird die Gleichung sein, in der wir die Welt auslegen müssen, und so werden wir die strategische und wirtschaftliche Realität der zukünftigen Welt betrachten. Was die Beziehung zu Russland betrifft, so wird sie ebenfalls im Rahmen der Beziehung zu China zu interpretieren sein. Russland ist heute in der Lage, in der sich China in den 1970er Jahren befand. Damals war die gro‎ße Konfrontation zwischen Amerika und der UdSSR. China pendelte zwischen Amerika und der UdSSR. Russland befindet sich heute in einer Situation, in der es eine dritte Partei im Kampf zwischen den Gro‎ßen ist. Moskau wird sehr vorsichtig sein, weder gegenüber China noch gegenüber Amerika entscheidende Gesten zu machen, die als absolutes Bündnis wahrgenommen werden könnten. Aus dieser Perspektive sollten wir ein diplomatisches Spiel Russlands erwarten, ausgehend von der Hypothese, dass es nicht mehr ein gro‎ßer Weltakteur ist, aber das Land kann seine Chancen nutzen oder maximieren. In diesem Kontext wird Russland eine Rolle wie die Europäische Union spielen, als kleiner Akteur in der Auseinandersetzung zwischen Amerika und China. Ein Akteur, den China nicht zufällig mit viel mehr Sorgfalt auf der wirtschaftlichen Ebene seiner bilateralen Beziehungen umwirbt.“




    Laut Professor Valentin Naumescu wird es ein Trump-Vermächtnis über seine Amtszeit als Präsident hinaus geben. Der Experte geht auch davon aus, dass die Regierung Biden gute Chancen hat, die Beziehungen zwischen den USA und der EU zu normalisieren — und das ist wahrscheinlich eine der wichtigsten unmittelbaren Folgen der US-Wahl:



    Das ist, so wage ich zu behaupten, der Hauptvorteil für Europa und sogar für die Region, in der wir uns befinden, für Mittel- und Osteuropa, denn unser Interesse gilt der NATO, dem Bündnis, das die Sicherheitsgarantien bietet, die Rumänien und Europa im Allgemeinen brauchen. Alles hängt von der Qualität, Stärke und Glaubwürdigkeit der transatlantischen Beziehungen ab, und genau diese Beziehungen wurden in den letzten vier Jahren ernsthaft beeinträchtigt. Es gibt Dinge, die schwer in Ordnung zu bringen sind, die Zeit brauchen, und andere, die nicht wieder da sein werden, wo sie einmal waren.“




    Nach Ansicht von Professor Naumescu ist es unvermeidlich, dass bestimmte politische Akzente, Bedenken, einige protektionistische Tendenzen, entweder in wirtschaftlicher Hinsicht oder im Hinblick auf die Erlangung einer globalen Vormachtstellung, fortbestehen und von der nächsten Regierung übernommen werden.