UEFA verhängt milde Strafe gegen Steaua Bukarest

Der Mannschaftsstab, Spieler und Fans von Steaua Bukarest können aufatmen: der Disziplinausschuss der UEFA hat am Dienstag den Ausgang des Verfahrens gegen den amtierenden rumänischen Meister bekanntgegeben. Wegen eines Versto‎ßes gegen die Zulassungskriterien zu Uefa-Wettbewerben wurde eine fünfjährige Bewährungsstrafe gegen den Verein aus Rumäniens Hauptstadt ausgesprochen. Mit anderen Worten, Steaua darf sich in den kommenden fünf Jahren kein Korruptionsdelikt mehr leisten, ansonsten wird der Klub aus dem Europapokal ausgeschlossen.



Doch wie geriet der Gewinner des Landesmeister-Cups von 1986 ins Visier der UEFA? Der europäische Verband schaltete sich von Amts wegen ein, nachdem ein rumänisches Gericht den Besitzer von Steaua, George Becali, wegen Korruption verurteilt hatte. Der Fall hatte im Jahr 2008 hohe Wellen geschlagen: Becali wollte vor dem letzten Spieltag der Meisterschaft den Gegner des Mitanwärters auf den Titel mit 1,7 Millionen Euro in Bar motivieren. Was für den umstrittenen Geschäftsmann als legitime Motivationsprämie für einen bereits abgestiegenen Verein galt, wurde von dem Obersten Gerichtshof Rumäniens als Bestechung bewertet. In der Akte wurde Becali zu einer Gefängnisstrafe auf Bewährung rechtskräftig verurteilt.



Unmittelbar danach kam die Disziplinarlawine der UEFA ins Rollen. Seit geraumer Zeit hat der europäische Fu‎ßballverband der Korruption den Kampf angesagt. Bekannte Vereine wie Juventus Turin wurden wegen geschobener Spiele und Schiedsrichterbestechung von den europäischen Wettberben ausgeschlossen. Das trifft jetzt auch auf zwei türkische Vereine zu, Fenerbahçe und Beşiktaş, über die zur gleichen Zeit wie über Steaua geurteilt wurde. Allerdings dürfen die Istanbuler Clubs wegen schwerwiegender Verstö‎ße vorerst kein Europapokal-Spiel mehr bestreiten.



In Bukarest sind indes Stimmen laut geworden, wonach der Vergleich mit den Manipulationsskandalen in der Türkei womöglich eine Rolle bei der Milderung der Sanktion gegen Steaua gespielt hat. Denn immerhin ginge es im Falle des Rekordmeisters aus Rumänien nicht um Bestechungsversuche bei direkten Gegnern oder Schiedsrichtern.



Nach der Urteilsverkündung scheinen die Steaua-Mitarbeiter ihre Motivation wiedererlangt zu haben. Die Mannschaft darf in der Qualifikation für die Champions League antreten und hat dabei als gesetztes Team gute Aussichten auf die Teilnahme an der Gruppenphase. Dort winken dem Verein mindestens 20 Millionen Euro, der inzwischen wegen einer anderen Straftat inhaftierte Becali müsste nicht mehr in seine Tasche greifen.



Unterdessen stellt die Entscheidung der UEFA eine ernstzunehmende Warnung dar, nicht nur für Steaua, sondern für den gesamten rumänischen Fu‎ßball, der von Korruptionsskandalen geplagt ist. Gegen die Vorsitzenden des Verbandes und der Fu‎ßballliga wird zurzeit wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch ermittelt. Die Staatsanwälte ermitteln ferner gegen viele gro‎ße Namen des rumänischen Fu‎ßballs, von Spieleragenten bis hin zu Vereinsvorsitzenden, wegen ilegaler Spielertransfers ins Ausland.